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Kirchdorfer Herbstmarkt: Gewerbeschau kostet jetzt Eintritt

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Von: Sylvia Wendt

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Der Kirchdorf Herbstmarkt 2022 hat Kosten in einer Höhe verursacht, die den Rat jetzt handeln lassen.
Der Kirchdorf Herbstmarkt 2022 hat Kosten in einer Höhe verursacht, die den Rat jetzt handeln lassen. © Martin hefkaluk

Kirchdorfer Herbstmarkt 2022 schließt mit einem großen Defizit / Rat: „Müssen handeln“

Kirchdorf – Es war eine Rechnung mit vielen Unbekannten: Würde es genügend Aussteller geben für eine Gewerbeschau? Kommen die Gäste wieder zum Herbstmarkt nach Kirchdorf? Das Fazit, dass die Gemeinde Kirchdorf als Gastgeber zieht, sorgt für ein lachendes und ein weinendes Auge. In die Freude, dass sowohl Ausstelller als auch Gäste wieder nach Kirchdorf strömten, es sogar mehr Anmeldungen gab, als Ausstellungsfläche im Gewerbezelt mischt sich die Erkenntnis, dass die Preissteigerungen schlimmer eintrafen als befürchtet.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates schilderte Bürgermeister Holger Könemann, wie sich die Gemeinde vorbereitet habe auf den „Neustart nach der Pandemie“. Mit Heiko Schierenbeck und Michael Stiegelmeier wurden zwei versierte Organisatoren für den Rummel (Schierenbeck) sowie der Organisation der beliebten Gewerbeschau (Stiegelmeier) gezielt ins Boot geholt (wir berichteten).

„Gutes Wetter, gute Stimmung, guter Besuch“, resümiert Bürgermeister Holger Könemann die dreitätige Veranstaltung, die im November in die Ortsmitte lockte. Der Rat habe bewusst die Gebühren nicht angehoben, wollte niemanden am Neustart hindern – und muss nun aber die Gebühren eben doch anheben. „Um rund 20 Prozent“, hat Könemann errechnet. Denn: „Die Bilanz hat uns dann einigermaßen erschrocken! Gebührensteigerungen in allen Bereichen, vor allem aber für das Gewerbezelt und für die Energiekosten haben das gemeindliche Defizit in nicht mehr tragbare Höhen katapultiert“, kommentierte Könemann die dem Rat vorliegenden Zahlen, die er aber nicht im Detail nennen wollte. „Mit all dem, was wir vorhaben, gleichen wir das Defizit nicht mal zur Hälfte aus“, verriet Könemann auf Nachfrage dann doch.

Die neue Gebührensatzung passierte den Rat (der ohne Frauke Lohmeier, Florian Buchholz und Björn Meyer tagte) einstimmig.

Bestandteil bleibt, dass vom DRK-Ortsverein, dem Heimat- und Verschönerungsverein Kirchdorf sowie den Tagesmüttern Sulinger Land weiterhin keine Standgebühren erhoben werden.

Neu ist auch, dass die Gewerbeschau künftig Eintritt kosten wird. Das sei eine Entscheidung, die der Rat durchaus sehr skeptisch sehe: „Aber wir sehen letztlich keine andere Möglichkeit“, erklärte Könemann, warum sich das Gremium schließlich auf einen Eintrittspreis von zwei Euro für alle Besucher ab 18 Jahren geeinigt hat. Das Gremium tagte am Dienstag im Gasthaus „Zur Mühle“ in Kuppendorf. Dessen Inhaber, Lars Gehlenbeck, lauschte der Diskussion sehr aufmerksam, denn: Gehlenbeck hat den Ausschank im Gewerbezelt übernommen. Er kritisierte, dass Geld, das für Eintritt zu zahlen sei, natürlich nicht „an der Theke“ ausgegeben werde. Könemann konterte: „Der Hahn lief.“ Selbst gestiegene (Bier)Preise hätten die Besucher nicht abgehalten. Dritte Änderung, die beschlossen wurde: Das Gewerbezelt soll sich nicht vergrößern. Mehr Aussteller will man platzieren, in dem die maximale Fläche pro Aussteller auf 100 Quadratmeter begrenzt wird.

Der Rat hatte sich während einer eintägigen Klausur allein zum Thema Herbstmarkt auch mit den Personalien befasst: Wilhelm Harzmeier, schon seit Jahren in Sachen Herbstmarkt aktiv, wird künftig als Marktmeister fungieren. Ratsherr Reiner Nachtigall habe seine Unterstützung angeboten, für die Organisation und er stünde auch als Ansprechpartner für den Aufbau und die Betreuung während des Marktes zur Verfügung.

Heiko Schierenbeck steht indes künftig nicht mehr zur Verfügung. Michael Stiegelmeier will im Vorfeld organisieren, heißt es, sei aber während der Veranstaltung nicht als Ansprechpartner vor Ort.

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