Wer hat geschossen?

Zwei Schüsse im Wald bei Kirchdorf – in der Nähe einer Kinderreitgruppe

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Susann Schwentker und ihre Familie hoffen auf Hinweise auf den Verbleib von Hund Ole.

Kirchdorf - Susann Schwentker aus Kirchdorf ist entsetzt und fragt sich: „Wer macht so was?“ Und schildert eine Situation, für die sie auch Tage später noch nach Worten sucht. Was war geschehen: Seit Jahren ist der kleine Reiterhof im Außenbereich der Gemeinde Kirchdorf Ziel von Pferdefreunden.

Am Freitag Nachmittag ist eine Gruppe der jüngeren Reitschüler auf dem Hof versammelt, alle im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren. Es regnet, der Platz ist matschig. „Dann gehen wir immer gerne eine Runde durch den Wald, der direkt neben unserem Grundstück beginnt“, erklärt Schwentker.

Susann Schwentker, die Betreuer und die sieben Kids auf den Ponys bewegen sich auf dem offiziellen Weg in den Wald. Die drei Hofhunde kommen mit, ohne Leine, weil sie nicht schreckhaft sind und auf Kommando hören. Kalle ist ein Australian Shepherd, Jussi eine Mischung aus Berner Sennenhund, Bernhardiner und Labrador, der aussieht, als sollte er eigentlich ein Rottweiler werden. Ole ist ebenfalls ein Mischling: der sechsjährige Rüde kombiniert Berner Sennenhund, Hovawart und Border Collie.

Reittruppe zuckt zusammen

Die Gruppe macht diesen Rundgang am Freitag Nachmittag nicht zum ersten Mal. Die Kinder sind fröhlich, singen, lachen. Die kleine Runde durch den Wald dauert stets um die 40 Minuten. An diesem Tag ist die Gruppe gegen 16.30 Uhr fast wieder Zuhause, da ertönen in unmittelbarer Nähe zwei Knalls. Schüsse. Die Betreuer und die Kinder zucken mehr zusammen als die Ponys, die – zum Glück – nicht scheuen.

Schwentker ruft die Hunde, Kalle und Jussi kommen sofort – aber wo steckt Ole? Kann es sein, dass ihn die lauten Schüsse so verschreckt haben, der er in Panik davongelaufen ist? „Das ist unsere letzte Hoffnung“, sagt Susann Schwentker. Unfassbar sei, dass zwei Schüsse abgegeben wurden, von Unbekannt, in unmittelbarer Nähe von Menschen. „Es war so unglaublich laut.“

Jagdrechte liegen bei mehreren Parteien

Jagdrechte für den Wald, der direkt an das Grundstück der Familie angrenzt, besitzen mehrere Parteien: Schwentker versucht über Ansprechpartner beim Landkreis und bei der Gemeinde an zuständige Personen zu gelangen. 

Da die genaue Position nicht bestimmt werden kann, könne auch nicht genau gesagt werden, wer zuständig sei. Schwentker wird von Telefonnummer zu Telefonnummer weitergereicht. Ohne den Kadaver von Ole könne auch die Polizei nicht tätig werden. Anzeige wurde dennoch gestellt.

Jäger, mit denen Schwentker gesprochen hat, hätten ihr immer wieder versichert: Sobald Menschen in der Nähe sind, dürfe nicht geschossen werden.

Tatsächlich sind, in unmittelbarer Nähe der Gruppe, die neben den sieben Kindern auch die Betreuer und Susann Schwentker umfasste, zwei Schüsse gefallen: „Was, wenn es einen Querschläger gegeben hätte?“

Jagdpächter seien nicht unterwegs gewesen

Die Jagdpächter aus Bahrenborstel, deren Bereiche in Frage kommen, haben ihre Jäger bereits gefragt. Niemand von ihnen war draußen an dem Tag, sagt Jagdpächter Walter Plenge. Und weiter: Ohne Anmeldung bei ihm gehe auch niemand in diesem Bereich auf die Jagd.

Wer war es dann? Vor einiger Zeit hätte es bereits Schüsse gegeben, im Bereich Heerde / Kuppendorf, Richtung Darlaten, die die Jagdpächter und die Jäger nicht hätten zuordnen können. Nein, Wild oder Munition sei nicht gefunden worden.

Hund Ole bleibt verschwunden

Für Susann Schwentker ist es auch eine Option, dass derjenige, der geschossen hat – gesehen wurde in dem Bereich ein Auto, das nur wenige Minuten nach dem Vorfall wegfuhr – vielleicht verärgert über die lärmenden Kinder war und den Hund erschossen hat, der im Dickicht herumstromerte.

Zusammen mit Freunden und Nachbarn sowie Suchhunden hat Familie Schwentker das Areal bereits am Wochenende durchkämmt. Vergeblich: Wer hat Ole gesehen? Familie Schwentker hofft auf Hinweise unter Tel. 01 71 / 91 92 648.

sis

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