Geschichte der Viehvermarktung Große Aue–Hunte eG beginnt vor 50 Jahren

Bauern werden Unternehmer

Grundsteinlegung: 1979 entstand das Verwaltungsgebäude mit Viehabnahmehalle an der Mühlenstraße in Varrel.
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Grundsteinlegung: 1979 entstand das Verwaltungsgebäude mit Viehabnahmehalle an der Mühlenstraße in Varrel.

Varrel - „Einzelangebote sind heute völlig uninteressant, sie werden von den Großverbrauchern und Großeinkäufern nicht mehr berücksichtigt. Der Bauer muss sich heute nicht nur als Produzent, sondern als Unternehmer betrachten“, zitierte die Sulinger Kreiszeitung Dr. Glashof von der Landwirtschaftlichen Schlachtzentrale anlässlich der Gründungsversammlung der „Viehverwertung Große Aue“ im Sommer 1964. Die Geburtsstunde der heutigen Viehvermarktung Große Aue–Hunte eG, die ihr goldenes Jubiläum am 12. September im Rahmen der Generalversammlung feiern wird.

Am 1. Juli vor 50 Jahren nahm die Genossenschaft, ein Zusammenschluss von zunächst 20 Landwirten, ihren Betrieb auf, um ihre Produkte „in immer gleichbleibender Qualität und in größeren Mengen auf dem Markt anzubieten“. Der Geschäftsbetrieb erstreckte sich zunächst auf die Gemeinden Varrel, Hannoversch Ströhen und die Samtgemeinde Wagenfeld sowie die Gemeinden Steinbrink und Essern aus dem Nachbarkreis Nienburg.

Die Abnahme des Viehs erfolgte an den öffentlichen Waagen, die Verwaltung befand sich in den Geschäftsräumen des heutigen Haus- und Gartenmarktes der RWG Groß Lessen–Diepholz. Die Bündelung der Kräfte, um am Markt bestehen zu können, ist auch nach 50 Jahren Maxime. Neben den 240 Mitgliedern bauen heute weitere 500 Kunden auf die Kompetenz und die guten Kontakte der Genossenschaft.

Im ersten Jahr nach ihrer Gründung vermarktete die Genossenschaft 10000 Stück Vieh, 2013 waren es 425000. Der Umsatz der heutigen Viehvermarktung Groß Aue-Hunte, deren Geschäftsgebiet inzwischen vom Oldenburgischen bis zur Region Ostwestfalen/Lippe reicht, belief sich im Jahr 2013 auf rund 53 Millionen Euro. „Wir sind damit eine Genossenschaft mittlerer Größe“, erklärt Geschäftsführer Florian Warkentin. Sie sei familiär und überschaubar, aber groß genug, um als starker Partner der Landwirtschaft gute Konditionen bieten zu können. Seit 1979 residiert die Genossenschaft in dem Verwaltungsgebäude mit Viehabnahmehalle in der Mühlenstraße in Varrel, zur Belegschaft gehören rund 20 Mitarbeiter.

Im Laufe der vergangenen fünf Jahrzehnte hat sich die Genossenschaft immer wieder neu am Markt orientiert. 1970 wurden der Ferkel-Erzeugerring und die Schlachtvieh-Erzeugergemeinschaft Große Aue gegründet, 1974 folgte die Gründung der Varreler Fleischwaren GmbH, die 1980 an Gerhard Kollhorst verkauft wurde.

1991 fusionierte die Genossenschaft mit der VVG Drebber und übernahm die Viehabteilung der RWG Diepholz. Seit der Verschmelzung der Schlachtvieh-Erzeugergemeinschaft mit der Viehverwertung Große Aue–Hunte (2002) firmiert sie als „Viehvermarktung Große Aue–Hunte eG“.

Eingestellt hat man sich damit nicht nur auf veränderte Strukturen in der Landwirtschaft und auch in der Vermarktung. „Unser Name steht regional und überregional für Qualität, Vertrauen und Sicherheit“, sagt Warkentin. Die Genossenschaft sei Ansprechpartner für die Vermarktung von Schlacht- und Nutzvieh sowie für den Lebendexport in EU-Nachbarländer. Das qualifizierte Fachpersonal garantiere tierschutzgerechte Transporte in Fahrzeugen, die nach den neuesten Richtlinien ausgestattet sind. Neben fünf Lkw mit einer Ladekapazität von 180 Schweinen habe man nach wie vor Pkw-Anhänger im Einsatz. Warkentin: „Wir bedienen nicht nur Großkunden, sondern verstehen uns auch als Partner der Kleinbetriebe.“

mks

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