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Gemeindebücherei: Pause endet

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Von: Sylvia Wendt

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Das siebenköpfige Team der Gemeindebücherei in Kirchdorf mit, von links, Irmgard Krebs, Karin Windhorn Irmtraud Köper, Petra Stelloh, Thea Husmann, Petra Husmann-Schomburg und Antje Zorn (hier mit Maskottchen „Lese-Lotte“, im Vordergrund) sucht weitere Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter.
Das siebenköpfige Team der Gemeindebücherei in Kirchdorf mit, von links, Irmgard Krebs, Karin Windhorn Irmtraud Köper, Petra Stelloh, Thea Husmann, Petra Husmann-Schomburg und Antje Zorn (hier mit Maskottchen „Lese-Lotte“, im Vordergrund) sucht weitere Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter. © Kirchengemeinde / Sonja Bachhofer

Kirchdorf – Das Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Kirchdorf hat immer noch einen Raum gefüllt mit Büchern –  die Gemeindebücherei. Wissen das eigentlich alle? Im Laufe der Zeit haben sich die Bücher-Reihen allerdings etwas gelichtet: „Die Arbeit hat sich seit ein paar Jahren mehr und mehr auf den Verleih in den Kitas verlagert“, heißt es seitens des aktuell siebenköpfigen Teams.

Das heißt: Die ehrenamtlichen Büchereimitarbeiterinnen gehen – etwa alle vier Wochen und unter Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen – mit einer prall gefüllten Bücherkiste in die Kindertagesstätten in Scharringhausen und Bahrenborstel. Die Kinder können sich ein Buch ausleihen, hätten bis zu vier Wochen Zeit, es zu lesen. Die frühkindliche Leseförderung sei dem Team ein besonderes Anliegen, heißt es. „Je eher ein Kind mit Büchern in Kontakt kommt, desto nachhaltiger entwickelt sich die Sprachfähigkeit, der Wortschatz wird erweitert und die Fantasie angeregt.“ Erwachsene Ausleiher gab es zuletzt so selten, dass der Bestand aufgelöst wurde, vor Corona bereits. Und nach der pandemiebedingten Pause geht es nun weiter.

Wie genau, das erklärt Petra Stelloh für das Team der Gemeindebücherei. Und auch, was aktuell geplant wird an Veranstaltungen.

Ein Jahr Pause in der Büchereiarbeit – wie macht das Team jetzt auf die Ausleihe aufmerksam?

Informationen gibt es auf der Homepage der Kirchengemeinde – www.kirche-kirchdorf.de – und über den Gemeindebrief. In erster Linie läuft die Werbung jedoch direkt über die Kitas. Es wurden Elternbriefe mit Infos verteilt und eine wichtige Unterstützung sind die Erzieherinnen, die die Kinder auf die Möglichkeit, Bücher auszuleihen, hinweisen.

Sind die Bücherkisten, mit denen Sie in die Kitas gehen, bald „ausgelesen“ – also: Ist Nachschub notwendig?

Die Bücherkisten werden bei jedem Besuch in den Kitas neu gepackt, dazu wurde ein System entwickelt, sodass nicht immer dieselben Bücher angeboten werden.

Wer bestückt die Bücherei? Die Kirchengemeinde oder die Landeskirche?

Neuanschaffungen von Büchern werden im Team besprochen und über die Kirchengemeinde angeschafft. Jährlich kann ein Zuschuss bei der Landeskirche Hannover beantragt werden, der uns meistens auch gewährt wurde. Dieses ist aber nicht selbstverständlich und darf durchaus als Würdigung der ehrenamtlichen Arbeit verstanden werden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Blockausleihen von der Bücherei- und Medienarbeit in Hannover zu erhalten. Die Fachstelle betreut und berät evangelische Gemeindebüchereien in der Landeskirche Hannover und entscheidet auch über die Bewilligung von Zuschüssen. Das Angebot der Blockausleihe haben wir in den letzten Jahren gerne in Anspruch genommen und Bücher zu bestimmten Themen oder für ein bestimmtes Lesealter bestellt. Auch die Bilderbuchkinos können dort ausgeliehen werden.

Sind Leseabende wieder in Planung oder gibt es dazu erste Termine?

Als Nächstes ist ein „Literaturgottesdienst“ mit Pastor Joachim Bachhofer geplant, der voraussichtlich am 3. Juli stattfinden soll. Eingeladen sind Kinder und ihre Eltern sowie alle Interessierten. Thema ist das Bilderbuchkino „Rabenrosa“.

Siebenköpfig ist das Team derzeit – Sie suchen weitere Freiwillige: Was müssen diese Personen tun, wie dürfen sie sich einbringen?

Das Team ist für das Aussuchen neuer Bücher, die Bestandspflege, die Ausleihe und die Organisation von besonderen Veranstaltungen zuständig. Das wären auch die Aufgaben für neue Helferinnen und Helfer. Der Zeitaufwand ist nicht allzu hoch und alle Aufgaben und Termine werden flexibel untereinander abgesprochen. Ehrenamt soll ja nicht zur Last werden, sondern Spaß machen. Anregungen und Ideen werden gerne aufgenommen!

Die Reduzierung auf den Kinderbereich hatten fehlende Ausleihen durch Erwachsene eingeleitet. Ist da eine Umkehr angedacht, überhaupt möglich – oder schließen Sie das eher aus?

Vor einigen Jahren haben wir, unter anderem auf Anraten der „Bücherei- und Medienarbeit“, unser Angebot bedarfsorientiert angepasst, man könnte auch sagen „gesund geschrumpft“. Deshalb wurde die Abteilung Erwachsenenliteratur – nach einigem Zögern – komplett aufgelöst. Es ist nicht zu erwarten, dass die Nachfrage von erwachsenen Leserinnen und Lesern in unserer Bücherei wieder auflebt. Diese Gruppe wendet sich eher an größere Büchereien wie die Stadtbibliothek in Sulingen, die ein breiteres Angebot vorhalten können. Außerdem gibt es inzwischen ja viele offene Bücherschränke, ein gutes Angebot, das gut ankommt.

Was ist mit neuen Medien?

Wir haben in der Vergangenheit einige Neuerungen ausprobiert und konnten feststellen, dass für unsere Zielgruppe, die Kinder in den Kindertagesstätten, altersgerechte Bücher die beste Alternative sind. Wir haben uns ganz bewusst auf das Wesentliche konzentriert: Bücher, frei nach dem Motto „back to the roots“ oder „zurück zu den Wurzeln!“

Von Sylvia Wendt

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