Gemeinde Wehrbleck feiert 725-jähriges Jubiläum / Humorvoller Festakt

Dem Ort verbunden

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Heinrich Schweker (l.) und Heinrich Kammacher.

Wehrbleck - Von Gerhard Kropf. Lang war die Liste der Ehrengäste, die der Wehrblecker Bürgermeister Heinrich Schwenker am Freitag Abend zum offiziellen Festakt der 725-Jahrfeier begrüßte. Außergewöhnlich war jedoch die Reihenfolge: Als erstes begrüßte er die Einwohner seines Dorfes – und erst dann die Politiker aus Bund, Land, Kreis, Samtgemeinde und Gemeinde.

Er vergaß auch nicht den Turnhallenrat, der einmal jährlich tagt, und auf dessen 40. Sitzung an Ostern 2016 er sich jetzt schon freue, und ebenfalls nicht die Schützenabordnung aus der Pfalz. Mit Blumen und Präsenten bedankte sich Schwenker im Namen der Gemeinde bei den Familien Langhorst und Oetker, die ihre Scheune und Grundstücke für die Feierlichkeiten zur Verfügung stellten. Seit zwei Jahren habe man dieses Jubiläum vorbereitet, viele haben mitgeholfen und Schwenker bedankte sich bei allen für die Arbeit.

In zehn Minuten ließ er 725 Jahre Wehrbleck Revue passieren, führte ebenfalls die Ersterwähnungen der vier anderen Ortsteile Buchhorst, Nordholz, Nutteln und Strange an, die auch im Wehrblecker Wappen als Eicheln fixiert sind. Im Jahre 1895 habe das Dorf 358 Einwohner gehabt, und besonders im 20. Jahrhundert habe es sich stark verändert.

Den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur bezeichnete Schwenker als wichtige Aufgabe, damit die Bürger sich in Wehrbleck wohlfühlen. Er selbst, sagte er, habe nie woanders gewohnt, wollte nie wegziehen und sei stolz, Bürgermeister dieser Gemeinde zu sein. Auch Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher betonte, dass die Jugend im Dorf bleibe, dass man jedoch vor Riesenherausforderungen stehe, deren Bewältigung den Einsatz von allen Bürgern erfordere. Er überreichte Schwenker einen Gutschein für eine Eiche, die man zu gegebener Zeit gemeinsam einpflanzen wolle.

Dass man in Wehrbleck an vielen Stellen Gemeinschaftswerke feststellen kann, hatte vorher schon Pastor Norbert Preibusch in seinem Grußwort anerkannt, und der stellvertretende Landrat Werner Schneider hob hervor, dass die Dorfbevölkerung durch gemeinsame Aktivitäten zusammengeschweißt werde.

Die zentrale Aussage der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth in ihrer Festrede zum 700-jährigen Jubiläum vor 25 Jahren lautete: „Das Zentrum der Demokratie ist die Gemeinde, in der die Menschen zu Hause sind.“ Das, so Bundestagabgeordnete Axel Knörig, treffe auf Wehrbleck in besonderer Weise zu, denn hier fühlen sich die Menschen zu Hause. Ingrid Jantzon, Sulingens stellvertretende Bürgermeisterin, hatte die Festschrift schon vorab gelesen, die unter dem Titel „725 Jahre Wehrbleck – Bilder und Geschichte(n)“ vom Arbeitskreis Dorfgeschichte mit „viel Begeisterung und Energie“ erarbeitet worden war.

In einem humorvollen Grußwort beschrieb sie ihre persönliche enge Verbindung zu Wehrbleck, und bemerkte wehmütig, dass die Gemeinde einmal zu Sulingen gehört habe. Jantzon, op Platt: „De Arbeitskreis weet veel, doch Hermine weet alles“: Gemeint war Hermine Depke, 96-jährige Urgroßmutter von Markus Kellermann, Leiter des Arbeitskreises Dorfgeschichte. Depke kenne sich bestens in der jüngeren Geschichte Wehrblecks aus, und schwerpunktmäßig befasst sich das Festschrift-Buch mit dem 20. Jahrhundert im Dorf.

Der ehemalige Leiter des Arbeitskreises Dorfgeschichte, Werner Böckelmann, kam mit einem selbst verfassten Gedicht zu Wort, das sich vor allem an jüngere Bevölkerung richtet: „ Vergesst Eure Vorfahren nicht!“ Diese mussten schwere Epochen durchleben. Eltern und Großeltern hätten den Weg zum heutigen Wohlstand geebnet.

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