„Besucherbox“ und Infos

Bahrenborstel: Erdgasbohrung der Firma Vermilion beginnt

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Der 18-Zoll-Meißel, der stecken blieb, jetzt geprüft wird.

Bahrenborstel – „Fisch im Loch“ heiße es, wenn in der Bohrung etwas stecken bleibt. Zum Beispiel ein 18-Zoll-Meißel. Preislich vergleichbar mit einem schicken Mercedes Benz, sagt John van der Beek. Er ist zuständig für die Logistik auf der Teilfeldsuchbohrung der Vermilion in Bahrenborstel.

Das Team hat den Meißel wieder herausholen können, er werde jetzt zur Prüfung abtransportiert. Ein weiterer Meißel wird eingesetzt. 500 Meter tief ist die Bohrung bereits vorgedrungen. Was fehlt? „3 .000 Meter“, antwortet van der Beek, ohne mit der Wimpern zu zucken. In einer Tiefe von 3.200 Metern wird die Lagerstätte vermutet. Die Besonderheit der Bohrung bestehe darin, dass deutlich länger, also tiefer mit einem größeren Durchmesser gebohrt werde, als gemeinhin.

Es geht nicht gerade hinunter in die Tiefe, sondern ab etwa einem Kilometer schräg in Richtung des Kalksteins, in dem die Lagerstätte vermutet wird. Während der Bohrung werden kontinuierlich Daten erfasst, Werte analysiert und überwacht – nicht nur von der Firma Vermilion, sondern auch vom Bergamt, berichtet Geologe Axel Kellner. Die Aufsicht schaue stichprobenartig vorbei.

Der Aufbau des Bohrplatzes hat etliche Lkw-Ladungen Erde für die Nivellierungsarbeiten vorausgesetzt, bevor der Bohrturm inklusive Motoren, Generatoren und Elektro-Containern sowie weiterer Container für Büro, Umkleidebereich und Werkstatt errichtet werden konnte. Die Anforderungen an so eine Arbeitsstätte sind penibel: Verschiedene bauliche Vorgaben dienen zum Schutz der Umwelt im Unglücksfall. Das Bohrloch in dem Bereich war an manchen Stellen bis zu sechs Meter tief.

Das Erdgas sei in den Poren gespeichert (die Punkte rund um den roten Fleck). Hier ein Kalkstein aus den Feldwerken in Bad Sachsa. 

Die Bohrung läuft rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche, die Facharbeiter sind in Zwölf-Stunden-Schichten vor Ort. Läuft alles glatt, schaffen sie zehn Meter Tiefe pro Stunde. Die Bohrung wird abgesichert durch Rohre, die wiederum, damit keine Flüssigkeit eintritt und um den Bohrrand zu stabilisieren, mit Beton abgedichtet werden. Auch diese Dichtigkeit werde per Messung überprüft.

Auf dem Weg durch über drei Kilometer Erdgestein der unterschiedlichsten Art sind auch die Fachleute trotz zig vorheriger Analysen nicht gefeit vor Überraschungen und ungeplanten Ereignissen. Wie etwa dem Meißel, der stecken bleibt. Das aber ist eine Hürde, die die Fachleute mit entsprechendem Know-how schnell meistern. Tatsächlich interessant werde es auch für jene Fachleute in der gesamten Branche herauszufinden, wie sich der größere Durchmesser in bisher unbekannten Tiefen mache. Ein anderer mit Spannung erwarteter Bohrabschnitt sei der durch eine Salzschicht – und wie diese sich auf die Bohrung auswirke. Ziel sei, dass das Sals nicht in die Bohrung eindringe – oder die Geräte beschädige.

Strömungskarten der Region im Wandel der Zeit.

Die Firma Vermilion bietet interessierten Bürgern weiterhin an, sich unter www.vermilion-im-dialog.de zu informieren. Etwa drei Monate sind für die eigentliche Bohrung eingeplant (bis Ende Mai etwa), dann erfolge der Abbau des Bohrturmes, was eine erhöhte Lkw-Frequenz bedeutet. Die Überprüfung der Qualität des Erdgases und des zu erwartenden Fördervolumens ist mit zwei Wochen eingeplant. Ist die Bohrung „Burgmoor Z5“ wirtschaftlich nutzbar, werde eine Produktionsanlage aufgebaut. Ist sie es nicht, werde die Bohrung verfüllt und der Bohrplatz rekultiviert.

Neben der Bürger-Hotline (Telefon 05 11 / 54 41 45 44) und dem E-Mailpostfach (dialogvermilionenergy.com) richtet die Firma für Anwohner und Besucher aus der Region eine Besucherbox auf dem Bohrplatz ein.

Die biete Auskünfte zur Bohrung und Lagerstätte durch Vermilion-Mitarbeiter vor Ort sowie einen direkten Blick auf die Arbeitsbühne. Aufgrund betrieblicher Sicherheitsvorkehrungen erfolgen Besuche ausschließlich nach Anmeldung über dialog@vermilionenergy.com und mit Bestätigung.   

sis

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