Schulverbund erweitert „Werkerausbildung“

Neu und gefragt: Landwirtschaft

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Bau- und Metallmalerlehrling Honer Bibi und Praktikant Dennis Bulut mit Maler Ingo Pörtner (von links) zeigen die sogenannte Strichziehtechnik, die Teil der Abschlussprüfung ist.

Freistatt - Marvin und Maxi haben es sich gemütlich gemacht: Aus gut zweieinhalb Metern Höhe, aus der Kabine des Treckers heraus, haben sie einen guten Blick auf den Hof des Schulverbundes Freistatt.

Hier treffen sich am Mittwoch die Teilnehmer der „Werkerausbildung“ und ihre Gäste. Sechs Bereiche umfasst das Angebot, das als Reha-Ausbildung in Kooperation mit der Arbeitsagentur Nienburg/Verden durchgeführt wird.

Und immer noch nicht jedem bekannt ist, obwohl es die „Werkerausbildung“ seit 1998 gibt: Tatsächlich bedeutet die Teilnahme, dass die Jugendlichen mit dem Ende der dreijährigen Ausbildung ihren Hauptschulabschluss haben – und auch nicht mehr den Status der Lernbehinderung. Die Ausbildung ist maßgeschneidert, die Teilnehmer werden durch die positiven Erlebnisse motiviert. Und die Eingliederungsquote sorgt für weitere gute Nachrichten: 2016 betrug sie 100 Prozent, in diesem Jahr liege sie bei 60 Prozent, erklärt Koordinatorin Andrea Oerter.

Hauswirtschaft ist nicht nur etwas für Frauen

Die Werkerausbildung ist neu benannt, die theoriereduzierten Ausbildungsgänge heißen nun Fachpraktiker für Holzverarbeitung, für Metallbau oder in der Hauswirtschaft, Bau- und Metallmaler, Werker im Gartenbau, Werker in der Landwirtschaft. 41 Plätze sind aktuell besetzt, 13 hat die Arbeitsagentur für das kommende Jahr beantragt. Neu in diesem Jahr ist die Ausbildung in der Landwirtschaft – „das boomt“, sagt Oerter. Betriebe aus dem Gartenbau fragen entsprechende Werker bereits von sich aus nach, so dringend ist ihr Kräftebedarf.

Und wer denkt, dass nur Mädchen in die Hauswirtschaft drängen – falsch. Laut Andrea Oerter spezialisieren sich die Teilnehmer am Ende. Das Gros der jungen Damen entscheide sich für den Bereich der Pflege, mache eine zusätzliche Ausbildung in der Altenhilfe oder als Erzieherin in den Kindergärten. Die Jungs wechseln in die Küche, beginnen eine Ausbildung als Beikoch. Die Metaller, die Holzverarbeiter und die Bautechniker indes sind weniger nachgefragt.

Schüler und Auszubildende beginnen schnell Gespräche miteinander

Schüler der Lindenschule und des ersten integrativen Jahrgangs der Carl-Prüter-Schule, beide aus Sulingen, sind am Mittwochvormittag, ausgestattet mit einem Laufzettel, unterwegs und schnell in Gesprächen mit den Teilnehmern der Werkerausbildung. Die erklären gerne, was sie machen, wie sie die Ausbildung finden, was Spaß macht daran – und was eben nicht. Die sie begleitenden Lehrer interessieren zusätzlich die sozialpädagogische Arbeit und der individuelle Förderunterricht.

Nähere Informationen erteilen die Koordinatoren Ralf Nuttelmann (Tel. 0 54 48 / 8 85 88) und Andrea Oerter (Tel. 0 54 48 /8 83 62).

sis

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