Tonnenschwere Naturschützer

Wasserbüffel pflegen in Freistatt vernässte Flächen

Wasserbüffel an einem der Wasserlöcher, die extra für sie in Freistatt und Heimstatt angelegt wurden. Im Sommer brauchen die hitzeempfindlichen Tiere die Abkühlung.
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Wasserbüffel an einem der Wasserlöcher, die extra für sie in Freistatt und Heimstatt angelegt wurden. Im Sommer brauchen die hitzeempfindlichen Tiere die Abkühlung.

Bei Freistatt gehören sie zum Landschaftsbild: Bethel setzt Wasserbüffel für die Landschaftspflege ein.

  • Äpfel und Möhren bevorzugt
  • Robust und widerstandsfähig
  • Bio-Fleisch im Verkauf

Freistatt – Bulle Karl sei handzahm, sagt Nils Enders. Naja, also handzahm vielleicht für ihn und seinen Kollegen Frank Witte. Beide haben täglich mit dem Wasserbüffel-Bullen zu tun. Die eigentlich ruhigen Tiere könnten auch launisch sein und verschmähen dann schon mal die Äpfel und Möhren, die sie sonst als „Süßes zwischendurch“ genießen, erklärt Enders.

Die Kühe hätten keine Namen. Zwei ältere Bullen hören auf die Namen Franz und Willi, ansonsten findet eher kein personalisierter Kontakt zwischen Wasserbüffelherde und den sie betreuenden Mitarbeitern Frank Witte und Nils Enders vom Landschafts- und Naturschutzbetrieb des Unternehmensbereiches Bethel im Norden statt.

Start der Zucht im Jahr 2015

Ein Teil der Herde grast in Freistatt, zwischen Haus Neuwerk und dem ehemaligen Schwimmbad. Hier würden auch Besucher die Herde sehen können. Dürften sie die Tiere auch füttern? „Wenn, dann mit Äpfeln oder Möhren. Aber die Tiere dürfen davon auch nicht zuviel bekommen“, sagt Enders.

Als der landwirtschaftliche Betrieb im Jahr 2015 mit fünf Tieren, ein männliches und vier weibliche Rinder, die Zucht startete, ging es ausschließlich um die so wichtige Landschaftspflege, erinnert Frank Witte. Obwohl die Bullen mehr als eine Tonne und die Kühe immerhin noch bis zu 700 Kilogramm auf die Waage bringen, können sie besonders gut auf sehr nassen Feucht- und Moorflächen eingesetzt werden. „Unsere anderen Rinder waren in diesen Bereichen nicht mehr in der Lage, die notwendige Pflege vorzunehmen, wie beispielsweise eine weitere Verbuschung zu verhindern“, erklärt Nils Enders.

Äpfel verfüttern hier Frank Witte (links) und Kollege Nils Enders vom Landschafts- und Naturschutzbetrieb an die Wasserbüffel.

Die Wasserbüffel werden als robust, widerstandsfähig und kaum krankheitsanfällig beschrieben. Und beeindruckend: „Die Wasserbüffel finden auf den Freistätter Moor- und Weideflächen im Landkreis Diepholz so ideale Bedingungen vor, dass sich die einst aus Asien stammende Tiere sehr gut entwickeln und die Herde von Jahr zu Jahr stetig größer wird“, erklären Witte und Enders.

Ein bisschen wurde nachgeholfen, dass das auch so ist: Mit der Idee, sich diese Tiere anzuschaffen, habe der Landschafts- und Naturschutzbetrieb entsprechende Vorarbeiten geleistet und so ideale Lebensbedingen für die Wasserbüffel geschaffen. „Als Bio-Betrieb legen wir sehr viel Wert darauf, dass unsere Tiere vor Ort einen idealen Lebensraum vorfinden“, macht Nils Enders deutlich.

Wasserbüffel und Rinder an einer der Wasserstellen in Heimstatt.

Die Mitarbeitenden hätten gemeinsam neue Wasserlöcher angelegt, die für die Haltung der Tiere Grundvoraussetzung seien. „Besonders im Sommer brauchen die Wasserbüffel diese Wasserflächen zur Abkühlung und genießen das Liegen oder das Schwimmen, da sie aufgrund weniger Schweißdrüsen entsprechend hitzeempfindlich sind“, heißt es als Erklärung. „Im Winter halten sie dagegen Temperaturen bis zu minus 24 Grad Celsius aus, sodass sie das ganze Jahr über hinweg auf den Freistätter Mooren und den Wiesen im Freien leben können“, berichtet Frank Witte. Nach fünf Jahren, in denen die Herde stetig größer wuchs, werden einige der Tiere zur Schlachtung freigegeben. Und damit das Fleisch dieser besonderen Tiere angeboten: „Wir haben eine Landschlachterei gefunden, die nicht nur eine Bio-Zertifizierung besitzt, sondern auch nach unseren Vorstellungen arbeitet“. Ende Januar werden die ersten zwei Tiere geschlachtet. In 2021 soll die Herde um insgesamt vier Tiere verkleinert werden. Einige Schlachtungen in der Vergangenheit hätten gezeigt, dass das Fleisch der Wasserbüffel eine ganz besondere Qualität habe und auch vom Geschmack her voll überzeuge. Auch weil die Tiere ihr ganzes Leben lang artgerecht gehalten worden seien, sich im Freien bewegen, entsprechendes Futter gefressen und langsam an Gewicht zugenommen hätten.

Wer Interesse am Bio-Fleisch der Wasserbüffel hat, kann sich unter Tel. 01 70 / 2 97 89 08 oder per E-Mail an naturschutz.freistatt@bethel.de mit Frank Witte in Verbindung setzen und Fleischpakete von rund zehn Kilo oder auch Einzelstücke (jeweils portionsfertig einvakuumiert) bestellen und vor Ort abholen –  inklusive ausführlicher Beratung.  sis/r.

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