Das war einmal geplant, wurde allerdings nie realisiert

Ein Freibad in Wehrbleck

Gisela Fulst, Christa Nordmann und Markus Kellermann.

Wehrbleck - Sprungturm, Schwimmerbecken, Liegewiese, dazu noch eine Terrasse, auf der man genüsslich Eis schlecken oder Kaffee trinken kann: Die Pläne, 1960 gezeichnet, sind gar nicht so veraltet, wie sie scheinen. Doch auf die Idee selbst käme heute keiner mehr – ein Schwimmbad für Wehrbleck.

Die Gemeindeväter von einst hatten diesen Plan nicht nur angedacht, tatsächlich existierten bereits Zeichnungen für das anvisierte Areal (auf dem heute die Turnhalle und das Kleinspielfeld angelegt sind). Zudem hatte der Rat im Jahr 1960 eine Rücklage über 80.000 DM angelegt – für den Bau der Badeanstalt. Doch bereits 1961 wurde diese Rücklage dem Straßenbau neu zugeschrieben, die Freibad-Pläne verschoben.

Pläne, die Gisela Fulst jetzt wiedergefunden hat und auf die sie zusammen mit Schwester Christa Nordmann und Markus Kellermann vom Arbeitskreis Dorfgeschichte in Wehrbleck einen Blick wirft. Die Pläne werden ein weiteres Kapitel schreiben in der Historie der Kommune.

„Gott sei Dank“ habe man das Vorhaben damals verworfen, wegen der Baukosten, sagt Christa Nordmann heute. Viel zu teuer sei ein Bad zudem in der Unterhaltung. Alte Zeitungsausschnitte hat Markus Kellermann zum Thema recherchiert. Demnach wurden die Pläne auch deshalb „auf Eis gelegt“, weil die Kommune etliche andere Aufgaben als dringlicher eingestuft hat.

Die Planskizze für das Freibad in Wehrbleck. - Fotos: S. Wendt

Und nur wenige Jahre später wurden Pläne in Freistatt laut – und konkret: 1965 eröffnete dort das Freibad, hauptsächlich finanziert durch Bethel. Da habe man in Wehrbleck beschlossen, nicht in direkter Nachbarschaft ein zweites Bad zu eröffnen, berichten Fulst und Nordmann unisono: Beides sind sie Töchter des damals wirkenden Bürgermeisters August Spreen. Es hätten „dicke Bretter gebohrt werden müssen, damit die Lehrer ihren Garten aufgeben“, erinnert sich Nordmann an Gespräche. Wie bitte? Nordmann erklärt: Der heutige Kindergarten war damals die Schule, die Lehrer hatten dort Gartenflächen zur Selbstversorgung. Diese Flächen waren nun Teil des Areals, das für das Freibad verplant wurde. Sportlicher Nutzung ist es weiterhin verschrieben: Der SV „Falke“ Wehrbleck hat dort Vereinsheim und Sportplatz (und auch die Feuerwehr ist hier heimisch). Der Bau eines solchen Freibades mit allen Nebengebäuden könnte flächenmäßig heute durchaus neben dem Sportplatz gebaut werden, das Freistätter Freibad ist ja inzwischen geschlossen... doch Fulst und Nordmann winken ab. Der Arbeitskreis Dorfgeschichte, in dem Nordmann und Kellermann aktiv sind, beschäftigt sich derweil lieber mit dem aktuellen Thema: Wie sich Wehrbleck verändert hat. Dazu werden Häuser und ihre mitunter wechselnde Nutzung erforscht. „Ein weites Feld“, sagt Nordmann.

Übrigens gibt es ein weiteres Thema, das Anfang der 1960er diskutiert wurde. Allerdings nur kurz: Ein eigener Friedhof in Wehrbleck (das seit jeher zum Kirchspiel Varrel gehört). „Aber da wurde der Pastor verrückt“, erinnert sich Nordmann... - 

sis

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