Zuschuss zur Deckung der Kosten

Samtgemeinde unterstützt Freibad Barenburg finanziell

+
Frostschutz im Schwimmbecken: Polsterungen sichern die Fliesen im Barenburger Freibad.

Barenburg - Wie lange noch ist das 1968 erbaute und 1994 sanierte Freibad in Barenburg geöffnet? Abhängig ist das vom Besuch möglichst zahlreicher Badegäste – sowie der finanziellen Unterstützung der Kommune. Welcher Kommune? Das muss in Zeiten gestiegener Gesamtausgaben gefragt werden.

Das Betreiben einer Badeanstalt, ob als Frei- oder Hallenbad, ist keine wirtschaftlich gesunde Rechnung. Zuzahlen muss der Betreiber immer. Die Rechnung in Barenburg geht auch nicht auf: Auf 164.700 Euro sind die Kosten für das kommende Jahr berechnet, mit Erträgen in Höhe von 44.800 Euro wird gerechnet. Bleiben knapp 120.000 Euro – diese jährliche Unterdeckung zu schultern war bisher alleinige Aufgabe der Gemeinde Barenburg.

Ab dem kommenden Jahr springt die Samtgemeinde Kirchdorf ein. Die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden (Bahrenborstel, Barenburg, Freistatt, Kirchdorf, Varrel und Wehrbleck) sowie die Fraktionsvorsitzenden der Parteien und Gruppen haben sich einstimmig für ein besonderes Unterstützungsmodell entschieden: Je nach finanzieller Lage der Gemeinde Barenburg steuern die anderen Kommunen über die Samtgemeinde einen Betrag bei. Im kommenden Jahr sind das 45.000 Euro. „Die Summe und die Unterstützung, also, ob sie gewährt werden muss oder nicht, kommen jährlich auf den Prüfstand“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher das Prozedere, das zeitlich nicht begrenzt ist.

Samtgemeinde als Ganzes betrachtet

Hintergrund der Entscheidung der Kommunalpolitiker war, die Samtgemeinde als Ganzes zu betrachten – und der Entschluss, neben dem Naturfreibad in Kirchdorf auch das Freibad in Barenburg als Attraktion für die Bürger aller Mitgliedsgemeinden (und darüber hinaus) zu erhalten. Und deshalb einen Teil der Kosten zu tragen. Da die Abwärme einer nahen Biogasanlage zum Heizen der Schwimmbecken in Barenburg genutzt wird, können durchgehend angenehme Wassertemperaturen vorgehalten werden. Auswirkungen habe das auf ein besonderes Angebot: Den Schwimmunterricht an der Grundschule in Kirchdorf. Sportlehrer Jan Strauß integriert seit diesem Schuljahr regelmäßig Schwimmunterricht in den Stundenplan. Die Kosten dafür trägt die Samtgemeinde. Auch hier seien sich die Lokalpolitiker einig, erklärt Kammacher: „Wir wollen, dass alle Schülerinnen und Schüler, wenn sie die Grundschule Kirchdorf verlassen, schwimmen können.“

Firmen und Einzelpersonen haben überdies für das Freibad gespendet oder treten als Sponsoren auf – zusammen ergeben etwa die Beträge aus dem Jahr 2016, deren Annahme jetzt zum Beschluss dem Gemeinderat vorgelegt wurde, eine Summe von über 18.000 Euro. Zeichen dafür, dass das Freibad in Barenburg auch einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung hat.

Ohne Förderverein geht es nicht

Doch alles Engagement steht und fällt mit dem Förderverein des Freibades. Im Winterhalbjahr sind die Mitglieder und weitere freiwillige Helfer aktiv: In ungezählten Stunden werden anfallende Arbeiten ausgeführt, um das Bad zu erhalten. Und, wenn dann noch Zeit ist, zu verschönern. Direkt nach dem Ende einer Saison wird das Bad „winterfest“ gemacht. Das heißt: „Spielgeräte auf dem Spielplatz wurden abgebaut und sämtliche Bänke ins Trockene gebracht. Das Wasser wurde aus den Rohrleitungen gelassen, um Frostschäden zu vermeiden. Auch die Becken sind mit Eisdruckpolstern, jeweils an einer Längs- und einer Querseite, frostsicher. An der neuen Terrasse wurde der komplette Zaun abgebaut“, berichtet Ralf Hische für die Förderer.

Weiter geht es dann im neuen Jahr. Gemeinde und Freibadförderer wollen in enger Abstimmung festlegen, was zu tun ist. Schließlich gilt es, das Bad zu rüsten für eine besondere Badesaison: die fünfzigste.

sis

Kommentar zum Thema:

Von Sylvia Wendt: Auch Bürger in der Pflicht

Haben wollen, am besten aber nichts dafür bezahlen? Das ist eine weitverbreitete Mentalität. Nicht erst seit Neuestem. Dass sich in der Samtgemeinde Kirchdorf alle Lokalpolitiker, egal mit welchem Parteibuch oder mit welchem Schwimmabzeichen an der Badehose, einigen, um die Unterdeckung aufzufangen, die das Betreiben einer Badeanstalt nun einmal mit sich bringt, zeugt von echtem Interesse am Bürger. 

Sylvia Wendt

Sein Wohl steht im Vordergrund, denn neben allem Geplansche, einer fröhlichen Schussfahrt auf der 86 Meter langen Riesenrutsche im Freibad Barenburg oder einer Partie Riesenschach – dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene schwimmen lernen und sich sportlich betätigen, ist wichtig. Und nicht nur ein schickes Accessoire. Und nicht nur Aufgabe der Gemeinde Barenburg alleine. Und nicht nur Aufgabe von Politik, übrigens. 

Wenn Politik Kosten trägt, um Fahrten zum Schwimmunterricht zu tragen und Ausgaben für den Badebetrieb zu schultern, dann haben die Bürger die Pflicht, das zu unterstützen. Eltern, die mit den Kindern ins Freibad zum Schwimmen gehen. Jugendliche und Erwachsene, die einen kleinen Teil ihrer Freizeit ab und an für Arbeitseinsätze des Fördervereins zur Verfügung stellen. 

Kurzum: Die Badeaufsicht übernimmt der Schwimmmeister. Aber die Aufsicht über die Badeanstalt ist eine gemeinschaftliche Sache – die aller Bürger. Geht keiner hin, engagiert sich keiner, muss sie schließen. Umsonst gibt’s den Badespaß nicht. Es sei denn, die Bürger wollen wieder in der Große Aue baden. Wie anno dazumal.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Explosion in Österreich behindert Südeuropas Gasversorgung

Explosion in Österreich behindert Südeuropas Gasversorgung

Das sind die Luxusautos der Fußball-Stars

Das sind die Luxusautos der Fußball-Stars

Das Abschlusstraining am Dienstag

Das Abschlusstraining am Dienstag

Auf Schnee folgt Regen - Meteorologen warnen vor Sturmböen

Auf Schnee folgt Regen - Meteorologen warnen vor Sturmböen

Meistgelesene Artikel

Dörte Knake röstet Kaffeespezialitäten aus 14 Ländern

Dörte Knake röstet Kaffeespezialitäten aus 14 Ländern

Reise durch die Hüder Ortsgeschichte

Reise durch die Hüder Ortsgeschichte

Arbeiten am letzten Teilstück beginnen

Arbeiten am letzten Teilstück beginnen

Einbruchserie: Weitere Sicherung der Grundschule Kirchdorf notwendig

Einbruchserie: Weitere Sicherung der Grundschule Kirchdorf notwendig

Kommentare