Französischer Nationalsport wird etwas „eingedeutscht“: Die Kugeln rollen

Boulespiel in Barenburg

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Die eigene Kugel platzieren, die anderen verdrängen: Boulespiel in Barenburg.

Barenburg - Es gibt diese Bilder von Boule spielenden Menschen in französischen Statdtzentren, im Schatten unter Bäumen. In der Regel sind es Männer, die da, manchmal mit Barett, die Kugeln werfen. In Barenburg aber kommen am Dienstag Nachmittag Herren und Damen, Kinder und Jugendliche auf dem Sportplatz zusammen.

Im Rahmen des knapp einwöchigen Austauschprogrammes zwischen den Sportlern des TuS Barenburg und des 1. USC Bessé aus der französischen Partnerkommune Bessé-sur-Braye steht der französische Nationalsport auf dem Programm. Das „Ah“ muss nicht übersetzt werden – es bedeutet in beiden Sprachen einen guten Wurf. Das „Oh...“ hingegen zeigt, dass die Kugel nicht so gut liegt. Der Untergrund in Frankreich: Meist Schotter, deshalb werden die Kugeln mit kunstvoll-dosiertem Effet geworfen. Gegnerisches Rund gezielt „weggesprengt“.

Am Dienstag ist es die Aschebahn des Sportplatzes im Flecken, auf der mehrere Spielfelder markiert sind. Ein bisschen erinnert das Spiel deshalb an Kegeln, denn die Kugeln rollen. Doch der Heimvorteil der Barenburger, die auf gewohntem Terrain die Punkte mit gekonnten Würfen einheimsen, währt nur kurz: Die Gäste stellen ihre Wurftechnik souverän um. Herren und Damen, Jung und Alt – die Teams sind gemischt und letztlich geht es hier nicht ums Gewinnen oder Verlieren, sondern darum, alle miteinander ins lockere Gespräch zu bekommen. 67 Gäste sind aus Frankreich zum jährlichen Austausch angereist, darunter dieses Mal viel mehr Jugendliche und Kinder als sonst. Das Partnerschaftkomittée in Bessé-sur-Braye hat augenscheinlich gute Werbung für den traditionsreichen Austausch mit Barenburg in Allemagne gemacht. Auch auf deutscher Seite sind zwar etliche Kinder und Jugendliche dabei – ob sie dereinst mit Organisation und Planung in die offiziellen Fußstapfen der Erwachsenen treten – man wird es sehen.

Norddeutschland präsentiert sich seit der Ankunft der Gäste am Sonntagabend mit Regen. Gut, dass einer der ersten Sätze in vielen Französischbüchern lautet: Il pleut, es regnet. Die Hoffnung bleibt, dass ein paar mehr Vokabeln ab Mittwoch dazukommen, darunter gerne irgendwas mit soleil, Sonne. Dann müssen auch keine Umplanungen der Freiluftaktivitäten mehr vorgenommen werden. Am Mittwoch, 19. August, zum Beispiel beginnt um 15.30 Uhr das traditionelle Fußballspiel der Länder. Barenburg will hier alle Kicker einwechseln. Inklusive der ambitionierten TuS-Mädchen – Kira Simon freut sich schon auf das Match. Das Foul aus dem vergangenen Jahr hat sie indes noch nicht vergessen – aber auch nicht die roten Rosen, die sie als Entschuldigung erhielt.

Zurück zum Boule: Die Runden sind durch, das Bier kalt. Die Kugeln müssen nun wieder den jeweiligen Besitzern zugeordnet werden. Einige Boulespieler aus Barenburg spielen auch ohne Gäste aus Frankreich regelmäßig zusammen. Die nächsten Termine: 28. August, 12. und 26. September, jeweils um 15 Uhr auf dem Sportplatz in Barenburg. Am 11. Oktober erfolgt der Saisonabschluss, mit dem Spiel um den Familienpokal. Dann wird die erste Kugel bereits um 9.30 Uhr geworfen. Zum Abschluss wird mittags gegrillt. Wer mitspielen möchte, ist gerne gesehen. Die Gruppe ist tatsächlich nur eine Gruppe – kein eingetragener Verein, wie sonst meist in Deutschland. Incroyable.

sis

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