Franziska Niemeyer beginnt triales Bachelor-Studium Handwerksmanagement

Die Power-Ausbildung

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Franziska Niemeyer (hier mit Vater Frank) beginnt eine triale Ausbildung im Bäckerhandwerk.

Bahrenborstel - Franziska Niemeyer aus Bahrenborstel hat sich für eine triale Ausbildung entschieden. Eine duale ist landläufig bekannt – was aber ist eine triale? Nachgefragt.

Die Berufswünsche seien meist noch nicht klar umrissen bei ihren Mitschülern, sagt die 18-Jährige, die in der kommenden Woche ihre erste (von vieren) Abi-Klausur schreibt. Statt einer konkreten Berufsnennung hieß es auch bei Franziska zunächst „Was mit Marketing...“. Die Eltern drängen die Tochter in keine Richtung. Der Familienbetrieb in Bahrenborstel mit Papa Frank in der Backstube ist für Franziska Niemeyer durchaus Alltag – aber die Backstube nichts für Franziska. Dass es sie nun doch ins Bäckerbusiness zieht, liegt an dem Angebot, dass erst seit August 2014 über die Industrie- und Handelskammer Hannover angeboten wird. „Das triale Bachelor-Studium Handwerksmanagement kombiniert eine Ausbildung in einem von 20 Handwerksberufen mit einer Weiterbildung zum Meister und dem Studiengang Handwerksmanagement“, heißt es seitens der IHK Hannover. Vorteile sehen Franziska und Frank Niemeyer im Praxisanteil, der bei einem reinen Studium kaum oder gar keine Rolle spielt. Und auch der Betriebswirtabschluss nach dem Bachelor im Handwerksmanagement sei ein weiterer Vorteil gegenüber etwa dem reinen Meisterbrief: Logistik und betriebswirtschaftliche Bestandteile werden im trialen Studium wesentlich ausführlicher thematisiert. Klingt nach viel Arbeit in nur viereinhalb Jahren und weniger Zeit für die geliebten Reitstunden. Trotz Abi-Stress freut sich die Bahrenborstelerin auf den Start in den Berufsalltag und ihren „Bäcker-Bachelor“.

Erste Erfahrungen hat sie bereits gemacht, weiß nun, wie anstrengend ein achtstündiger Tag als Bäckerei-Fachverkäuferin ist. Im Anschluss folgen künftig online-Vorlesungen nach Feierabend und Studieneinheiten an der Fachhochschule des Mittelstandes in Hannover. Die Ausbildung wird Franziska Niemeyer nicht im Familienbetrieb absolvieren, sondern in einer Bäckerei in Garbsen. Danach will sie nach Bahrenborstel zurückkehren. Vielleicht mit vielen neuen Ideen für den Familienbetrieb im Gepäck. „Wenn die gut sind, wieso nicht“, freut sich Frank Niemeyer schon auf eine künftige Zusammenarbeit mit der Tochter. Ihm gefällt das triale Studiums, würde als Arbeitgeber im Bereich Bäckerhandwerk ebenfalls zur Verfügung stehen. Die Kombination aus Ausbildung, Meister und Studium wurde im Jahr 2010 erstmals in Köln angeboten – als eine erfolgreiche Chance, Abiturienten ins Handwerk zu lotsen. Die erhalten eine fundierte Ausbildung samt Fortbildung auf hohem Niveau – das schafft Anreize. Und ob es in viereinhalb Jahren immer noch zusätzlich eine Qualifikation der Kategorie „Was mit Marketing“ sein darf für Franziska Niemeyer, das entscheidet sie dann.

sis

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