Zehn neue Kanueinsatzstellen entlang der Große Aue

Fluss bietet „familienfreundliches“ Tempo

Die neuen Kanueinsetzhilfen an der Großen Aue sind fertig, das freut Heinrich Kammacher, Rainer Ausborn, Olaf Heuermann, Maylin, Luisa und Michael Maschmann (von links).
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Die neuen Kanueinsetzhilfen an der Großen Aue sind fertig, das freut Heinrich Kammacher, Rainer Ausborn, Olaf Heuermann, Maylin, Luisa und Michael Maschmann (von links).

Barenburg – Auf den ersten Blick ist es nicht zu sehen, aber wer mit dem Kanu anlegen will, der merkt es sofort: Man kann den Steg gut greifen, so das Boot ranziehen, festhalten und aussteigen an der neuen Kanueinsatzstelle. Dass das auch stimmt, zeigen Luisa (13), Maylin (12) und Papa Michael Maschmann. Die beiden jungen Damen sichern die Paddel, steigen flugs und sicheren Schrittes aus dem Boot und auch Papa, als versierter Kanuvermieter, ist zügig wieder an Land.

Der Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband (ULV) Große Aue hat die insgesamt zehn Kanueinsatzstellen auf dem Gebiet der Samtgemeinde Kirchdorf (am Wehr Hustedt, an der Kreuzung der Kreisstraße 20, am Wehr Varrel, an der Mündung der Kleinen Aue in Barenburg, in Höhe der Ortsumgehung Barenburg, am Wehr Loge und an der Brücke „Borgstedter Weg“) errichtet.

Die Sule mündet ungefähr in Höhe des Wehrs Loge in die Große Aue.

Die Große Aue als Naherholungsgebiet entdecken immer mehr Wasserwanderer. Und damit auch, dass paddeln jene Muskeln trainiert, die sonst eher schlummern. Vorteil der Große Aue? Die Fließgeschwindigkeit. Die Große Aue hat es nicht eilig auf dem Weg nach Binnen, wo sie in die Weser mündet. „Das ist familienfreundlich“, merkt ULV-Geschäftsführer Rainer Ausborn an. Es lägen keine ökologischen Beschränkungen entlang der Strecke und der Fluss sei gemeingebräuchlich nutzbar. Das heißt: Mit Vehikeln ohne Motor kann sie jedermann befahren. „Und was man auf dem Hinweg verpasst hat, kann man sich dann auf dem Rückweg angucken“, ergänzt Michael Maschmann. „Jeder kann sich seine eigene Strecke aussuchen. Die Gefahrenstellen, die Wehre, sind alle mit Einsatzstellen ausgestattet. Die Strecke kann, je nach Kraft und Fähigkeiten, länger oder kürzer ausfallen“, freut sich Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher über eine neue Freizeitoption in der Samtgemeinde Kirchdorf – nicht nur für die Einwohner. Die Planungen zwischen Bauamtsleiter Olaf Heuermann und seinem Team und dem des ULV seien reibungslos verlaufen, die Mitarbeiter des Unterhaltungsverbandes hätten mit ihrem bereits gesammelten Fachwissen sehr geholfen: „Wir hatten erst eine Treppenkonstruktion angedacht, haben das aber verworfen: zu unpraktisch, wenn beim Ausstieg die Boote über Treppen gehievt werden müssen“, erklärt Ausborn. Lieber habe man geguckt, dass die Böschungen begehbar sind. Die jetzigen Einsatzstellen werden, je nach Wasserstand, auch überspült.

Verbesserungsvorschläge sind gern gesehen

Die Samtgemeinde Kirchdorf schultert Personal- und Materialkosten. Die Rechnung hat Ausborn noch nicht geschrieben, aber es scheint, als wäre von der ursprünglich im Haushalt eingestellten Summe von gut 25. 000 Euro noch einiges übrig. Daher werde man den Sommer 2021 abwarten, was an Rückmeldungen seitens der Wasserwanderer kommt und an Verbesserungsvorschlägen, kündigt Ausborn an. Und hat weitere Abschnitte außerhalb der Samtgemeinde auch im Blick. Eine Einsatzstelle im Bereich Steyerberg müsste erneuert werden und wenn laufende Bauvorhaben in der Gemeinde Wagenfeld abgeschlossen sind, ist eine Erweiterung auf deren Gebiet schon angedacht.

„Ausflug“ über der Großen Aue.

Doch zurück zum Wehr Loge. Also eigentlich nicht direkt am Wehr Loge, sondern an der Einmündung der Sule in die Große Aue, wenige Meter flussabwärts. Da wird der Blick komplett von den Gesprächspartnern abgelenkt: Die blaue Libelle ist so wunderschön und als Fotomotiv auf der Teichrose... Rainer Ausborn hat dafür vollstes Verständnis. Da der ULV die Böschung und den Uferbereich nicht mehr komplett abmäht, haben sich Flora und Fauna üppig entfaltet. Lilien leuchten in Gelb, die Teichrosen bieten mit ihren wunderbaren Blättern gute Landemöglichkeiten für Insekten; und der grüne Teppich, was ist das? „Wasserstern“, erklärt Ausborn. Das Team des ULV habe feststellen können, dass Insekten sehr zahlreich vorhanden seien in diesem Jahr. Vorteil für Wassersportler: Mitten auf dem Fluss merkt man davon nichts.

Zum Anlegen: „Halte-Nut“ statt Griff am Steg

Die Einsatzstellen an den Wehren dienen mehr dem Umsetzen der Boote, andere Stellen kann man gut mit dem Auto erreichen. Das Team des ULV zeigte sich flexibel: Als Arbeiter eine der Holzkonstruktionen befestigt hatten, kam gerade eine Wasserwanderin und machte die Herren auf das Problem aufmerksam, dass man, im Boot sitzend, sich irgendwie am Steg halten können müsste. „Ein Griff aber wäre nicht praktisch gewesen“, erklärt ULV-Geschäftsführer Rainer Ausborn. Ein weiteres Problem: Müll. Michael Maschmann hat zwar auch während des Gesprächs am Fluss eine Plastikflasche aus der Großen Aue gefischt, wünscht sich jedoch: „Abfallkörbe bitte nicht aufstellen.“ Die müsste ja jemand kontrollieren, vielfach würden öffentliche Abfallbehälter für den Hausmüll zweckentfremdet.

Luisa Maschmann greift in die Nut und kann so das Kanu ganz leicht an den Steg ziehen.

Und noch ein Hinweis, der bereits vorliegt: Mancher habe, eben wegen der dicht bewachsenen Uferregion, die Kanueinsatzstellen nicht gleich gesehen. Wie das gelöst werden soll, bleibe abzuwarten. Die Einsatzstellen sollen auf Karten markiert werden. Maschmann händigt sie in analoger Form aus, die Samtgemeinde wird die Pläne zum Download auf der Homepage bereitstellen, kündigt Bauamtsleiter Olaf Heuermann an. Und in die Verzeichnisse des Deutschen Kanuverbandes will man sie auch aufnehmen lassen.

Schönes Wetter nutzen Spaziergänger auch für Wanderungen entlang der Großen Aue. Könnten die Wege gemäht werden? „Bis zum 15. Juli gilt die Brut- und Setzzeit“, mahnt Ausborn. Und moniert, dass Hundehalter die Hinterlassenschaften der Vierbeiner auf den Wegen liegen lassen. Manche Abschnitte seien da schon zu richtigen Hundetoiletten mutiert.

Gegenseitige Rücksichtnahme ist wichtig

Zurück zur Einsatzstelle oberhalb des Wehrs Loge. Ein „lauschiges Plätzchen“ ist das, erkundet werden können nicht nur der Uferbereich und die Einmündung der Sule, sondern auch eine Fischtreppe, die die Fische um das Wehr herum führt. Und damit sind wir bei den Anglern. Die gibt es hier auch. Es wird um Rücksichtnahme beiderseits gebeten: Die Wassersportler schwimmen nicht da, wo der Karpfen angefüttert wird und die Wasserwanderer nehmen die Seite des Flusses, auf der die Pose, der Bissanzeiger, etwa für die Barsche, nicht steht.

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