Flüchtlingshilfe in der Samtgemeinde Kirchdorf / Deutschkurse gefordert

Neu: Spendenkammer

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Flüchtlingshelfer-Treffen mit, v.l., Sigrid Niehaus, Dörte Schecker, Karin Zemann-Manske, Marie-Luise Steveker, Conny Witte, Klaus Manske, Heinrich Kammacher und Sandra Meißner. Obere Reihe, v.l., Gerhard Kropf, Horst Meyer und Günther Maschke.

Kirchdorf - Von Sylvia Wendt. Dass es manchem nicht auffällt, dass auch in der Samtgemeinde Kirchdorf Asylbewerber aufgenommen wurden, liegt wohl daran, dass hier von Anfang an eine dezentrale Lösung gefunden wurde. Derzeit leben 62 Asylbewerber in den Mitgliedsgemeinden, bis zum Jahresende sollen es weitere 54 werden, erklärt Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher.

Er hatte am Montag die Asylbegleiter zum Austausch ins Rathaus gebeten: In Barenburg ist dies Dörte Schecker, in Kirchdorf sind es Klaus und Karin Manske, in Varrel Gerhard Kropf. Eingeladen waren auch die Vertreterinnen der DRK Ortsvereine Kirchdorf und Bahrenborstel, denn in der alten Schule in Bahrenborstel werde man Räume zur Verfügung stellen, für die kurzfristige Lagerung von Sachspenden – um in dringenden Fällen liefern zu können. Kropf berichtet von einem 15-Jährigen, der alleine geflüchtet ist und jetzt in Varrel ankam nur mit dem, was er auf der Haut trug. Der Junge ist schulpflichtig, könne aber nicht am Sportunterricht teilnehmen – ihm fehlen Kleidung und Sportschuhe. Kleidung werde generell benötigt, bestätigen Manskes. Insbesondere in kleineren Größen. „Kleiderspenden werden oft in Größe 50plus abgegeben“, weiß auch Dörte Schecker. Deshalb sollen die Spenden koordiniert werden. Marie-Luise Steveker aus Kirchdorf wird eine Facebook-Seite erstellen, um dort den aktuellen Bedarf zu kommunizieren. Besonders Babykleidung und -ausstattung sei gefragt, berichtet das Ehepaar Manske. Ansprechpartner für Spenden sind Conny Witte (Tel. 04273/5807894), Sigrid Niehaus (Tel. 04273/1400) und Helga Frede (Tel. 04273/393).

In der Samtgemeinde sind die Flüchtlinge in möglichst homogenen Gruppen zusammen untergebracht. Das heißt, alleinreisende Männer wohnen in einer Einrichtung zusammen und Familien in einer anderen.

Klingt alles gut – aber: Das Kernproblem seien die fehlende Sprachkenntnisse. In den Kommunen stehen keine Dolmetscher zur Verfügung. Karin Zemann-Manske berichtet von Hausaufgabenbetreuung, die sie jeden Abend leiste. Gerd Kropf habe per Smartphone des Asylsuchenden mit dessen Verwandtem in Kanada gesprochen, der wiederum ins Arabische übersetzte. Kropf kritisiert die zahlreichen Verordnungen, die einzuhalten seien. Beispiel Einstufungstest. Der sei manches Mal überflüssig: „Wenn ein Flüchtling kein Deutsch spricht, fängt der bei Null an.“ Er bräuchte dann umgehend einen Kurs „Deutsch für Ausländer“. Doch die stehen nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung. Seien aber notwendig, um Fragen zu klären – und Integration überhaupt erst zu beginnen.

Noch mussten keine öffentlichen Liegenschaften requiriert werden. Derzeit seien elf Einrichtungen angemietet, man stehe in Verhandlungen mit weiteren Vermietern, so Kammacher. Und zahle natürlich ortsübliche Preise – keine erhöhten. In der Verwaltung seinen Horst Meyer und Sandra Meißner Ansprechpartner für jene, die weitere Objekte zu vermieten hätten.

Man habe die Stunden für Günter Maschke als Hausmeister an der Grundschule Kirchdorf reduziert, in den anderen kümmere er sich um die Unterkünfte der Flüchtlinge. So gut auch alles bisher laufe, man „arbeite am Anschlag“, sagt Kammacher und forderte, bereits in den Erstaufnahmelagern Asylanträge stellen zu lassen und Gesundheitschecks durchzuführen, erst danach Flüchtlinge auf die Kommunen zu verteilen. Ohne das ehrenamtliche Engagement der Flüchtlingsbetreuer – für Wehrbleck werden noch Helfer gesucht – sei die Arbeit nicht zu leisten, dafür dankte Kammacher herzlich.

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