„Finish“ in Freistatt

Pastor Michael Herzer wechselt nach Coburg

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Pastor Michael Herzer verabschiedet sich aus Freistatt, zieht um nach Coburg.

Pastor Michael Herzer verlässt die Region mit Ziel Coburg. Sein Auftrag: aus vier einst eigenständigen Kirchengemeinden eine neue formen.   

Freistatt – „Ich bin immer noch neugierig auf Menschen“, sagt Michael Herzer. Der Pastor der Kirchengemeinde Freistatt verlässt ebendiese im Februar, mit dem Ziel Coburg. Nach Stationen in Kirchdorf, Bremen und zuletzt elf Jahren in Freistatt wird die Heimat der Lebensgefährtin das neue Zuhause der Familie. Es erwarte ihn dort eine spannende Aufgabe, sagt der 48-Jährige.

Wer beim Stichwort Bayern automatisch denkt „alles katholisch“, liegt damit für Coburg falsch. Über vier Jahrhunderte sei es eine fast ausschließlich protestantische Stadt gewesen, im Jahre 1910 sollen über 96 Prozent der Bevölkerung Mitglied der evangelischen Landeskirche gewesen sein, heißt es im Online-Lexikon über die Stadt in Oberfranken. Auf 50 Prozent schätzt Michael Herzer den aktuellen protestantischen Anteil der gut 41 000 Einwohner zählenden Stadt.

„Kirche muss neue Wege gehen“

„Kirche“ muss auch hier neue Wege gehen. Herzer werde, zusammen mit zwei Pastorenkollegen und einer Diakonin, aus vier einst eigenständigen Kirchengemeinden eine neue formen. „Das birgt nicht nur Chancen, sondern bedeutet auch Abschied nehmen“, weiß Herzer. Weiterhin gebe es mehrere Predigtstationen, mehrere Gottesdienste in den Kirchen des Bereiches. „Ich freue mich darauf, jetzt Kollegen zu haben“, sagt Herzer. Das sei eine ganz andere Struktur, Teamarbeit.

Was nimmt er mit aus Freistatt? „Freistatt war spannend in vielen Bereichen. Dass man dienstliche wie private Themen in der Kantine besprechen kann. Kontakte knüpft, draußen im Leben ist.“ Die „seelsorgerischen Gespräche zwischen Tür und Angel“, mal ausufernd, mal kurz und knapp, seien so bunt gewesen wie das Leben an sich. „Lebensläufe, wie sie einem in Freistatt begegnen“ seien oft bedrückend gewesen, aber: „Wir haben viel gelacht, auch wenn das Leben nicht immer in Schönschrift geschrieben wurde“, bilanziert Michael Herzer. Er erinnere sich gerne an viele besondere Gottesdienstprojekte, besondere Gesprächsreihen, Lesungen. Zu den besonderen Gottesdiensten zählt auch der am Sonntag, 26. Januar: Zusammen mit der Suchtselbsthilfe lädt Pastor Herzer für 10 Uhr ins Haus Neuwerk ein.

„Neue Ideen entwickeln“

Michael Herzer scheut sich nicht, selbst oder zusammen mit anderen neue Ideen zu entwickeln. Eine tolle Aktion sei das Tipi gewesen, das zusammen mit dem Team des Sozialpsychiatrischen Tageszentrums „Taff“ im Jahr 2017 in Sulingen entstand.

Eine Lesung (mit Tim Kruse, „Weder geschüttelt noch gerührt – Ein Jahr ohne Alkohol“) stehe noch aus. Und der Abschiedsgottesdienst: Der beginnt am Dienstag, 11. Februar, um 14 Uhr in der Moorkirche.

„Mann muss neugierig sein auf Menschen“

Die Stelle in Freistatt werde ausgeschrieben. Ist die Aufgabe schwerer als in einer regulären Gemeinde? „Nein, auch dort gibt es traurige und schwere Themen. Man muss neugierig sein auf Menschen, Freude daran haben“, sagt Michael Herzer.

Welche Chancen sieht Pastor Herzer für seine Arbeit in Coburg? Besonders die Zusammenarbeit mit den Kollegen biete jene Chancen – aber auch Risiken. Er hoffe, ein paar kulturelle Angebote einfügen zu können. Seine Stelle umfasse auch sechs Stunden Schulunterricht – Herzer sieht das als besondere Herausforderung. Noch unbekannt sei, für welche Klassenstufe.

Noch viele Gespräche, Termine und Gottesdienste

Aus Sandstein ist die gotische Kirche in Seidmannsdorf, in der Pastor Herzer künftig predigen wird. „Oh, du gehst ins Ausland. Hast du schon einen Sprachkurs gemacht?“ sei er gefragt worden. Herzer hält dagegen: Die Genussregion Oberfranken, mit umfangreicher Wirtshauskultur, berge Versuchungen...

Zunächst aber stehe das „Finish“ seiner Zeit in Freistatt an. Und dazu gehören noch viele Gespräche, Termine – und Gottesdienste.

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