Ab Februar wirds wieder bunt

Wilhelm Köster lädt zum Saisonstart ein ins Malermuseum nach Wehrbleck

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Museumschef Wilhelm Köster und ein chinesisches Rollenbild – für das er einen Interessierten sucht.

Wehrbleck - Von Sylvia Wendt. Winterpause im Malermuseum bedeutet nur, dass nicht geöffnet ist: Museumsdirektor Wilhelm Köster indes ist beschäftigt, wie sonst auch. Besuche bei Malerkollegen, aktiven wie pensionierten, gehören dazu. Es gibt wohl kaum einen Kollegen zwischen Elbe und Rhein, den er nicht kennt. Und sowohl Köster als auch das von ihm gegründete Malermuseum genießen einen besonders guten Ruf. Gerade erst getrocknet ist die Tinte unter dem neuesten Kooperationsvertrag: dem mit dem Deutschen Industrielackmuseum in Dortmund.

Und schon erzählt Köster eine Geschichte, die so typisch ist für ihn. Hintergrund: Der Wehrblecker hatte im vergangenen Jahr eine Art Tauschbörse angekündigt, die wolle er einrichten, weil Museumskollegen und er ja immer mal Dinge doppelt hätten, die könne man dann tauschen, sodass jeder seine Sammlung komplettieren könne. Wer denkt, nun kommt irgendwas mit Internet und Suchmaschinen – weit gefehlt.

Bei Köster läuft das so: Er liest morgens in der Zeitung davon, dass Rolf Langhang aus Sulingen seinen Autohandel aufgibt. Flugs fährt Köster hin, weil er weiß, dass Langhang einst auch mal eine Autolackiererei hatte. „Und da wollte ich mal nach alten Farbtonkarten fragen.“ Langhang hat noch welche, gibt sie Köster. Der hat nun wiederum Original-Farbtöne, die er seinem Kumpel Eckart Rohlfs zeigt. Der Landmaschinenhändler aus Wehrbleck hat sich gerade einen Ford Capri aus den 1970er Jahren gekauft und will dem die Originalfarbe zurückgeben. Ja, aber wer hat denn noch einsprechende Farbtonkarten? Eben. Köster. Bei dem immer wieder einzelne Informationsbruchstücke (oder eben ganze Geschichten) zusammentreffen). Oder Farbtonkarten.

Das Malermuseum in Wehrbleck öffnet zum Saisonstart am Sonntag, 4. Februar, von 14 bis 18 Uhr seine Pforten.


920 Besucher hat Köster im Jahr 2017 begrüßt, etwas weniger als in den Vorjahren. Eigentlich seien es immer um die 1000, die jährlich vorbeischauen, in Farben schwelgen – oder Geschichten. Malerkollegen erinnern sich gerne an dieses Terpentinkännchen, das umgekippt ist, oder jenen Teppich, der aufgeribbelt wurde. Missgeschicke, die vor Kunden natürlich nie ausgebreitet wurden, aber im Malermuseum unerschöpfliches Thema sind.

Köster kann auch genau erklären, was schief gelaufen ist bei dem Ehepaar, das die Vliestapete eigenhändig aufbringen wollte, danach aber doch den Profi beauftragt – und nun eine schönes Wohnzimmer habe (weil korrekt gespachtelt und grundiert wurde). Dinge, die Lehrlinge lernen, weshalb Köster sie öfters erzählt. Die Besucherstruktur habe sich nämlich ein wenig verändert. Das Malermuseum entwickele sich auch zu einem Fachmuseum für Fachpublikum.

Ausstellung im April

Verstärkt kämen Auszubildende und Kollegen vorbei, schauen sich um, fachsimpeln. Köster erklärt dem Nachwuchs gerne heute nicht mehr genutztes Gerät und alte Techniken. So entpuppt sich die kleine Tapetenmappe auch als Rollenmappe – das Muster würde nämlich aufgemalt, würde es ausgewählt. Manches sieht nach Jahrzehnten wieder durchaus modern aus, manches ... eher nicht.

Die Vernetzung mit Protagonisten auf verschiedenen Ebenen mündet im April in eine Ausstellung: Dann zeigt Putzmacherin Ursula Strohbecke aus Varrel ihre ehemalige Werkstatt im Technikmuseum in Diepholz.

Aktionstage, auch in Wehrbleck, sollen folgen. Die Pinselmacher aus Lohne möchte Köster gerne erneut begrüßen, zudem mit einer besonderen Ausstellung an die Entstehungsgeschichte des Museums erinnern und seine Entwicklung nachzeichnen.

Malermuseum öffnet am 4. Februar

Derweil warten eine Sattlernähmaschine, ein altes Filmvorführungsgerät und ein undefiniertes Werkzeug in der Tauschbörse (also dem Malermuseum) auf neue Besitzer.

Und dann grinst Köster. Es kommt noch eine Geschichte. Na, wann wurde wohl das erste Mal auf Stock und Schimmel im Haus als Thema hingewiesen? „Hm, 1970-er Jahre?“ Köster grinst, das hatte er dem Kollegen auch geantwortet. Doch der habe den Kopf geschüttelt – und auf das dritte Buch Mose, 14,15 hingewiesen. „Seitdem habe ich nun auch eine Bibel im Buchregal stehen.“

Wilhelm Köster öffnet das Malermuseum zum Saisonstart am 4. Februar. Es ist dann (bis zum Start der Winterpause im Dezember) jeden Sonntag in der Zeit von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Köster ist für die Tauschbörse (und Sonderführungen) unter Tel. 01 72 / 4238242 zu erreichen.

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