Es wird frisch gekocht

„Essen auf Rädern“ an den Feiertagen: Auslieferung täglich

Guido Striewisch kocht täglich frisch für „Essen auf Rädern“ in der Küche auf dem Spargelhof Thiermann.
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Guido Striewisch kocht täglich frisch für „Essen auf Rädern“ in der Küche auf dem Spargelhof Thiermann.

Kirchdorf/Schwaförden – Was steht an Weihnachten auf der Menükarte? Kartoffelsalat und Würstchen? Raclette? Gans? Tofu? Küchenchef Guido Striewisch ist auch noch unentschlossen, ob er seiner Familie Gans serviert oder doch lieber Wild oder... Was aber, wer allein ist oder nicht kochen mag oder kann? Die jüngeren Bürger organisieren sich in solchen Fällen online, gucken, wer an welchem Tag was liefert oder einen Abholservice anbietet. Pizza, Pasta oder Burger sind aber nicht jedermanns Sache.

Fertig gegart, portioniert und warm gehalten liefern die Fahrerinnen und Fahrer von „Essen auf Rädern“ in den Samtgemeinden Schwaförden und Kirchdorf insgesamt täglich um die 70 Essen aus. Wie funktioniert das aber in dieser Woche? Werden dann am Mittwoch gleich fünf Portionen gebracht und müssen für die Feiertage ausreichen? „Nein“, sagt Guido Striewisch, „wir kochen jeden Tag frisch.“ Und das wird jeden Tag ausgeliefert.

Das heißt, täglich holt das Team Schwaförden etwa 45 Essen ab, um es an die Kunden in den Mitgliedskommunen zu verteilen. „Die Fahrer fahren jeden Tag, auch an Silvester“, erklärt Kim Meyer von der Verwaltung. In Schwaförden organisiert die Samtgemeinde selbst das Essen auf Rädern. Seit dem 1. November 1992 gibt es hier das Angebot.

Ziel: „Mittags eine warme Mahlzeit“, auch für jene, die nicht selber kochen können oder mögen. Ob täglich oder nur an bestimmten Wochentagen. Gründe dafür können unterschiedlich sein, oft genug ist es, weil der Partner, der sonst kocht, nicht zu Hause ist. Ein Butterbrot schmieren oder eine Dose Suppe aufwärmen – das ersetzt nicht eine gekochte Mahlzeit mit Kartoffeln, Soße, Gemüse und Fleisch.

Oft genug ist der Kontakt über „Essen auf Rädern“ die einzige Begegnung für die Senioren unter den Kunden. Aktuell dürfen die Fahrer die Thermoports nur bis zur Haustür liefern, nicht, wie bisher, etwa auf den Küchentisch stellen.

Gutbürgerliche Küche für die Generation „60plus“, das ist die Idee der DRK-Ambulanten Hilfen in Kirchdorf, die seit 2011 für das Angebot in der Samtgemeinde Kirchdorf verantwortlich zeichnen.

Und seitdem auch mit dem Küchenteam auf dem Spargelhof Thiermann in Scharringhausen zusammenarbeiten. Heute seien es um die 30 bis 35 Essen täglich, also um die 1 000 Essen im Monat, die in der Samtgemeinde verteilt werden, erklärt Leiterin Manuela Struck. Auch hier wechselt sich ein Team an Fahrerinnen und Fahrern ab, schafft mit einem Auto die tägliche Rundreise.

Das Kirchdorfer Fahrzeug bietet Platz für fast 40 Thermoports, in den das Essen portioniert ist und in denen es auch warm gehalten wird. Die Route umfasst einen Bereich zwischen Freistatt und Woltringhausen. Die Kommune gehört zwar politisch nicht mehr zur Samtgemeinde Kirchdorf, ist aber Bestandteil der Kirchengemeinde Kirchdorf und werde daher mit einbezogen in den Service, berichtet Manuela Struck.

Gut 100 Kilometer pro Tour kommen zusammen. Auch die Schwafördener beschränken die Auslieferung auf die Mitgliedskommunen der Samtgemeinde. Auch hier sind lange Wege zurückzulegen, zusätzlich die Strecke nach und von Scharringhausen, um die Essen abzuholen.

Die Zahlen zeigen, dass dies System perfektioniert ist – und ausgebucht. Sowohl Kim Meyer für Schwaförden als auch Manuela Struck für Kirchdorf betonen, dass die Kapazitäten derzeit ausgelastet seien.

Erst wenn kontinuierlich deutlich mehr Buchungen eingehen würden, müsste neu geplant werden. Dazu würden dann ein zweites Fahrzeug (das jeweils nur über einen Sponsoren finanziert werden könnte) zählen sowie weitere Fahrerinnen und Fahrer, damit alle Kunden auch bis mittags ein Mittagessen auf dem Tisch stehen haben.

Die Fahrerinnen und Fahrer übernehmen alle den Job als zusätzliche Aufgabe, die meisten dürfen als Rentner nur einen bestimmten Betrag dazuverdienen. Deshalb ist ihr Einsatz limitiert.

Und da täglich gefahren wird – die einzige Ausnahme ist Neujahr, dafür wird das Essen an Silvester mitgeliefert – sind entsprechend viele Fahrerinnen und Fahrer notwendig. Die Schwafördener führen eine Warteliste mit Interessierten, berichtet Kim Meyer. Laut Manuela Struck habe man in Kirchdorf die Bedürftigkeit der Besteller im Blick.

Ob 70 oder 90: Guido Striewisch indes sagt, dass er auch mehr Essen kochen könnte. Auch unter Corona-Bedingungen gebe es keine Lieferengpässe in der Lebensmittelbranche. Das Küchenteam wechsele sich ab, so dass rund um die Feiertage jeder mal „dran sei“. Und: Nein, ein vegetarisches Essen habe noch nie jemand bestellt. „Auch Allergien hat scheinbar keiner der Kunden“, sagt der Küchenchef.

„Flexibel auf Sonderwünsche eingehen können wir jederzeit, ansonsten kochen wir ganz normal“, sagt Striewisch.

Deshalb steht für den 24. Dezember Schnitzel mit Rahmsoße und Salzkartoffeln auf dem Menüplan, am 25. gibt es Orangensoße zur Entenbrust, dazu Brokkoli und Salzkartoffeln. Am 26. Dezember wird Schweinefilet mit Waldpilzsoße und Petersilienkartoffeln serviert – und Rosenkohl.

Jeder Kunde darf natürlich selbst entscheiden, ob er alles aufisst.

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