Irritation in Kirchdorf über „Gewohnheitsrecht“

Nachfrage ungebrochen: Es sind noch Baulücken da

Wenn der Bauplatz als Parkplatz genutzt wird: 1 000 Quadratmeter groß ist die Baulücke in Kirchdorf.
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Wenn der Bauplatz als Parkplatz genutzt wird: 1 000 Quadratmeter groß ist die Baulücke in Kirchdorf.

Kirchdorf – Parkplatz oder Bauplatz? „Die in Rede stehende Fläche ist planungsrechtlich immer ein Bauplatz gewesen, der als solcher im Bebauungsplan auch so festgesetzt ist“, erklärte Bürgermeister Holger Könemann auf Nachfrage eines Bürgers in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderates Kirchdorf.

In der Einwohnerfragestunde monierte ein Einwohner, dass die Öffentlichkeit nicht beteiligt worden sei in der „Umnutzung“, immerhin werde das Areal an der Einmündung des Elsterweges in die Steyerberger Straße von Anliegern als Parkplatz genutzt. „Dieser Bauplatz wurde – vor allem, da die Nachfrage zwischenzeitlich sehr gering war – sozusagen frei gehalten, um Ausweichparkflächen während der Freibadsaison zu haben“, erklärte Könemann. Zwischenzeitlich habe sich die Nachfrage nach Bauplätzen deutlich geändert.

Geändert habe die Gemeinde ebenso die Parkplatzsituation rund um das Naturfreibad: Während der Badesaison hätten sonst viele Gäste entlang der Steyerberger Straße geparkt. Mittlerweile habe die Gemeinde für ausreichend Parkflächen am Freibad und in der unmittelbaren Nähe gesorgt, „sodass die Fläche Elsterweg/Ecke Steyerberger Straße als Ausweichparkfläche entbehrlich ist“, erklärte Könemann.

Das Areal, etwa 1 000 Quadratmeter groß, solle als weitere Baumöglichkeit dienen – und sei bereits vergeben.

Nachgefragt sind auch Bauplätze im Ortsteil Kuppendorf. Verhandlungen über eine Fläche nördlich des Friedhofes seien zuletzt gescheitert, nun wolle die Kommune im südlichen Bereich des Ortsteils eine Fläche entwickeln. Offiziell eingeleitet wurde, bei einer Gegenstimme, die Aufstellung des Bebauungsplanes Nummer 46 „Vor dem Kampe“.

Kuppendorf: Ein neues Baugebiet ist im Süden geplant.

Wie viele Bauplätze können hier entstehen, ab wann sind diese verfügbar – und zu welchen Konditionen? Antworten auf diese Fragen musste Könemann schuldig bleiben: „Da müssen wir erst das Verfahren abwarten.“

Würde die gesamte Fläche entwickelt werden, könnten laut Könemann bis zu zehn Bauplätze entstehen. Während andere Kommunen bereits Vorgaben machen, welche Bedingungen zu erfüllen sind von Häuslebauern, die sich um einen Bauplatz bewerben möchten, will sich die Gemeinde Kirchdorf so nicht aufstellen. „Wir entscheiden von Fall zu Fall, in der Regel nach Eingang der Bewerbung. Ob der neue Rat das anders handhaben will, bleibt dessen Entscheidung“, sagt Holger Könemann, der nicht vor 2023 („frühestens“) mit einer planungsrechtlichen Absicherung für das Areal rechnet.

Eine weitere Baulücke ergibt sich im Bereich des Bebauungsplanes Nummer 6 „Ihlöger Feld III“. Das sei ein altes Siedlungsgebiet, das einst unter anderem Tierhaltung erlaubt habe, erklärte Bürgermeister Könemann. Heute liege es mitten im Dorf und sei als allgemeines Wohngebiet nachgefragt. War einst in einem Wohngebiet auch ein Bereich für einen Spielplatz zwingend erforderlich, so ist dies heute keine Vorgabe mehr. Als Spielplatz war eine 469 Quadratmeter große Fläche nie genutzt worden – knapp 200 Meter weiter befindet sich der Spielplatz, der an das Grundschulgelände angrenzt. Dieser sei auch von der Gemeinde aufgerüstet worden, von allen erreichbar. Die somit freie Baufläche (im Besitz der Gemeinde) sei zwar kleiner, als gemeinhin Bauplätze in der Gemeinde nachgefragt und angeboten werden (800 bis 1 000 Quadratmeter), „aber auch für solche kleinen Bauflächen gibt es Interessenten und wir freuen uns, wenn wir innerörtliche Baulücken, zumal voll erschlossen, anbieten können.“

Kirchdorf: Zwei unbebaute Areale im „Ihlöger Feld“.

Er sei sich bewusst, sagt Holger Könemann, dass solche Entscheidungen nicht auf ungeteilte Gegenliebe stoßen, Gewohnheitsrecht (etwa die Nutzung als Stell- oder Lagerplatz) gestört werde. Aber: Es ist ein vollwertiger Bauplatz. Der Beschluss fiel einstimmig, die Kosten des Verfahrens trägt die Gemeinde Kirchdorf.

Die benachbarte, 724 Quadratmeter große und ebenfalls noch unbebaute Fläche ist ebenfalls über den Buchenweg erschlossen – und in Privatbesitz.

Von Sylvia Wendt

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