Gutes Sicherheitsgefühl und keine Läuse

Klasse 3b tauft ihr Gerät „Lüfti“: Erstes Fazit des Luftentkeimer-Einsatzes in der Grundschule Kirchdorf

Ein individueller Standort für jedes Gerät wurde in den Klassenzimmern gewählt – hier für „Lüfti“, wie die Kinder aus der 3 b ihren Luftentkeimer getauft haben.
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Ein individueller Standort für jedes Gerät wurde in den Klassenzimmern gewählt – hier für „Lüfti“, wie die Kinder aus der 3 b ihren Luftentkeimer getauft haben.

Kirchdorf – Seit November ist das Gerät fester Bestandteil der Klassenzimmereinrichtung. Es ist nicht irgendein Gerät, weshalb die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3 b beschlossen haben: „Es braucht einen Namen.“ Das kindliche Herangehen zeigt, dass der Luftentkeimer nicht als Beeinträchtigung oder als Bedrohung angesehen wird. „Nein, im Gegenteil.

Es gibt ein Gefühl von mehr Sicherheit“, formuliert es Klassenlehrerin Katrin Gerken, Konrektorin an der Grundschule Kirchdorf.

Die Samtgemeinde Kirchdorf als Schulträger hatte, nach eingehender Hintergrundinformation und Testläufen im Rathaus und in der Grundschule, im Spätherbst 2020 entschieden, die zuständigen Gremien zur Anschaffung dieser Geräte zu befragen. Die Entscheidung: kaufen. Deshalb sind seit Dezember alle Klassenräume, das Lehrerzimmer sowie die Mensa mit einem Luftentkeimer ausgerüstet. Die deutsche Firma konnte die Geräte zügig liefern, nachdem im November die entsprechenden politischen Beschlüsse gefasst worden waren. Angeschafft wurden zwölf Geräte für insgesamt knapp 20 000 Euro. Eines sei für einen Raum von etwa 60 Quadratmetern geeignet.

Katrin Gerken betont: „Das Gerät ist zusätzlich da, nicht als Ersatz für das Lüften.“ Das werde weiterhin durchgeführt. Nach 20 Minuten Unterricht werden für fünf Minuten die Fenster geöffnet. Die Kinder hätten für diese Zeit Strickjacken mit und Decken. Und geheizt werde auch gut. Das Gerät in Gerkens Klasse 3 b haben die Kinder übrigens „Lüfti“ getauft.

Wie läuft es generell mit dem Luftentkeimer? „Wir können da kein technisches Fazit ziehen, nur ein emotionales.“ Dass die Samtgemeinde seinerzeit auf die Schule zugekommen sei, habe dem Kollegium sehr gutgetan. Ausprobieren, anschauen, erklären lassen, zur Probe in der Schule aufstellen lassen: „Sicher, das Gerät hat einen gewissen Geräuschpegel, etwa wie ein Beamer“, beschreibt es Gerken. „Für uns Lehrkräfte aber ist es ein gutes Sicherheitsgefühl. Dass die Samtgemeinde als Schulträger hinter uns steht und sich um uns als Lehrkräfte auch kümmert.“ Laut Herstellerangaben sorgt das Gerät für eine „kontinuierliche Desinfektion der Luft“, verspricht eine „chemie- und ozonfreie Luftentkeimung bei gleichzeitiger Geruchsreduzierung“. Das Gerät komme ohne Filter aus, die gewechselt werden müssten. Luftkeime, inklusive der Covid-19-Viren, würden durch eine UV-C-Strahlung abgetötet.

Das Gerät ist an eine Zeitschaltuhr gekoppelt, ist bereits in Betrieb, wenn Schüler und Lehrer eintreffen und schaltet sich nachmittags gegen 16 Uhr aus. Grundsätzlich könne es auch manuell bedient werden. „Das nutzen wir manchmal, etwa in einer Vorlesesituation, wenn besonders ruhige Kinder lesen. Das ist aber die Ausnahme“, erklärt Katrin Gerken. Ansonsten höre man schnell darüber hinweg. Lehrer und Kinder würden es „überhören“. Es mache keinen Unterschied, ob die ganze Klasse anwesend sei oder, wie aktuell im Szenario B, nur die Hälfte. Es bleibe ein „leises, gleichförmiges Geräusch“.

Die grundsätzliche Einstellung zum Gerät sei positiv, denn es sei „toll, wenn es viel bessere Luft“ im Klassenzimmer gebe. „Es geht um Sicherheit und die Verbesserung der aktuellen Zustände“, betont Gerken. Einige Eltern hätten sich bereits erkundigt und fänden den Einsatz des Luftentkeimers ebenfalls gut.

Wie entwickelt sich denn der Krankenstand an der Grundschule in Kirchdorf? „Der ist derzeit sehr gering. Bedingt durch die Distanz, die die Schüler zu wahren haben. Dadurch haben sie ja wenig Kontakte“, sagt Konrektorin Katrin Gerken. Man merke schon, dass sich alle an die Regeln halten. Die die Schüler übrigens sehr schnell verinnerlichen würden. Nebeneffekt der augenblicklichen Situation: „Wir hatten noch keinen Läusebefall“, sagt Gerken und muss lachen.

Und nach der Pandemie? Es sei ein rein subjektives Empfinden, dass die sonst üblichen Erkältungswellen nicht oder nur gering in die Schule schwappen. „Warum sollte das Gerät nicht stehen bleiben? Es stört ja nicht“, stellt Gerken fest.

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