Lückenschluss im Radwegenetz der Samtgemeinde Kirchdorf

Erst Bäume, dann Brücke

Diese Brücke über die Große Aue im Zuge der Kreisstraße 20 zwischen Varrel und Scharringhausen wird durch eine neue ersetzt.

Kirchdorf - Von Sylvia Wendt. Vier Grad, Schneeregen – wer macht sich da Gedanken über Radfahren? Bernd Fredrich zum Beispiel. Er gehört zum Team Straße und Ingenieurplanung im Fachbereich Umwelt und Straße des Landkreises Diepholz. Aktuell sichtet er Angebote.

Die von Firmen für Baumfällarbeiten: Entlang der 4 215 Meter Radweg, die als Lückenschluss zwischen dem Varreler Ortsteil Bahnhof und Scharringhausen noch fehlen, müssen zur Vorbereitung gut 100 Bäume gefällt werden, erklärt Fredrich und ergänzt, noch bevor die Frage gestellt ist: „Das ist mit dem Naturschutz abgeklärt.“ Kleinste und größere Bäume müssen bis Ende Februar entfernt seien, diese Arbeiten sollen spätestens Mitte Februar beginnen. Die Kosten der Gesamtbaumaßnahmen betrage 2 856 000 Euro, 60 Prozent erwarte man an Fördermitteln über das Niedersächsische Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Da der Förderbescheid noch nicht vorliegt und Arbeiten nicht beginnen können ohne die Zusage (sonst wird nicht bezuschusst), habe der Landkreis Diepholz einen Antrag gestellt auf „vorzeitige Maßnahmenbewilligung“. Mit einer Zusage hierfür werde noch im Januar gerechnet, erklärt Fredrich.

Baumfällarbeiten im Februar

Der Landkreis Diepholz sei einer von nur drei Landkreisen landesweit, dem diese Option eingeräumt worden sei. Dieser Radweg umfasst eine bauliche Besonderheit: Die Brücke über die Große Aue. „Die alte Brücke wird entfernt und eine neue gebaut“, erklärt Fredrich. Diese Arbeiten sollen im August / September beginnen. „Mitte 2019“ nennt Fredrich als möglichen Abschluss, dann könne der Radweg an der Kreisstraße 20 fertiggestellt sein – wenn der Zeitplan nicht durch Unvorhergesehenes durcheinandergewirbelt wird. Das Teilstück würde eine Lücke im Radwegenetz der Samtgemeinde Kirchdorf schließen, die an den Radfernweg Weser-Lippe grenzt und auch eigene Routen anbietet, um Höhepunkte des Sulinger Landes per Drahtesel zu erreichen. Lufttankstellen gibt es für die Radler bisher in Dörrieloh und Kirchdorf, eine Aufladestation für E-Bikes in Kirchdorf – weitere sind geplant.

Fast alle größeren Gemeindeverbindungsstraßen in der Samtgemeinde sind flankiert von Radwegen – nicht nur Einheimische nutzen sie, sondern auch etliche Touristen genießen die Flachland-Etappen samt Einkehrschwung.

Der zweite Radweg, dessen Bau das Team des Landkreises derzeit vorbereitet, führt 6,5 Kilometer entlang der Kreisstraße 43 vom Wehrblecker Ortsteil Strange bis zur Kreissstraße 38. Gesamtkosten hier: 2 616 000 Millionen Euro. Hier stehen die Bauampeln aber noch auf rot: Das Planfeststellungsverfahren sei eingeleitet, aktuell arbeite man die Eingaben von Trägern öffentlicher Belange ab, erklärt Fredrich. Parallel dazu laufe der Grunderwerb.

„Realistischer Baubeginn ist hier frühestens im Jahr 2019“, sagt Fredrich. Vielleicht auch erst im Jahr 2020. Und: Die bisherige Förderkulisse für den Radwegebau laufe aus. Fredrich erwartet jedoch eine Anschlussförderung für die entsprechenden Baumaßnahmen – „und dann stellen wir sofort einen neuen Antrag.“

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