Alte Schießanlage des Schützenvereins Varrel soll ersetzt werden

Ergebnisse sind Glückssache

Torben Henke hat gleich mehrere Klappen ausgelöst: oben die Zehn, links die Acht und die Neun (ganz rot). Foto: S. Wendt

Varrel – Muss die Geschichte der Varreler Schützenkönige womöglich neu geschrieben werden? Als Antiquität kann die Schießanlage angesehen werden, die im Kleinkaliberstand des Schützenvereins Varrel noch in Gebrauch ist. Wenn man das so nennen kann. Mitglieder des Vorstandes unken beim Ortstermin fröhlich: „Mancher, der sich als zielsicherer Schütze wähnt, ist demnächst vielleicht überrascht, über Schießergebnisse.“ Die Anlage soll erneuert werden.

Der Verein, gegründet 1851, schießt, unter anderem, seine Majestät auf einer Klappanlage aus, die die Traditionsfirma Johannsen längst nicht mehr herstellt und seit kurzem nicht mal mehr Ersatzteile dafür produziert. Der Verein wechselte 1962 sein Vereinslokal, der neu gebaute Schießstand wurde im Oktober 1962 am „Lindenhof“, dem Gasthaus Hartje-Melloh, eingeweiht.

Heute ist das Schießen auf der Anlage ein Ärgernis: „Wenn die Anlage hakt, dann müssen wir alle Waffen einsammeln und wegschließen, die Klappe justieren, die Waffen wieder ausgeben – und jeder Schuss kann erneut für einen Fehler sorgen“, schildert stellvertretender Spieß Uwe Langhorst den Ablauf. Glücksschießen in Varrel bezieht sich nicht auf die Treffsicherheit der Schützen – sondern darauf, was der Schuss auf die Anlage auslöst. Sprich: Welche Klappe wohl angezeigt wird.

Schießergebnisse aufschreiben – das will schon niemand mehr und viele befreundete Vereine haben bereits eine neue Anlage. Der Varreler Vorstand handelt: Vize-Präsident Mark Gödeker, wie berichtet in Ermangelung eines Präsidenten seit einem Jahr kommissarischer Chef, hat sich bei umliegenden Vereinen informiert, bei Firmen, beim Hersteller der Anlage. In Betracht gezogen wird demnach eine sogenannte Meyton-Anlage. Eine elektronische, die das Ergebnis in Teiler-Genauigkeit anzeigt. Inklusive Aufbau liege eine Schießbahn bei 4 000 Euro. Bauliche Veränderungen müssten nicht erfolgen.

Gödeker will das Votum des Vereins bei der Jahreshauptversammlung am 17. Januar abwarten. Was sich der Verein letztlich leisten kann, ist abhängig davon, wieviel Spenden er akquirieren kann. Erste Gespräche mit der Varreler Geschäftswelt seien bereits positiv verlaufen, sagt Gödeker.

Zuwendungen seitens der Mitglieder seien gern gesehen. Kassenwartin Stefanie Benkwitz schüttelt den Kopf: Nein, aus der „Portokasse“ könne der Varreler Verein eine neue Anlage nicht finanzieren. Der Vorstand werde eine Beitragserhöhung bei der Versammlung anregen. Derzeit zahlt ein erwachsener Schütze jährlich 20 Euro für die Mitgliedschaft – weniger, als andere Vereine verlangen.

Im Betrag von 4 000 Euro pro Bahn eingerechnet seien allerdings noch keine möglichen Eigenleistungen. Das sei der Komplettpreis. Veränderungen könnten sich ergeben, wenn der Verein den Auftrag vergibt und die Detailplanungen beginnen können.

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