Barenburg: Mobiles DRK-Team immunisiert 150 Personen

„Ü-80-Bürger“ endlich geimpft

Auftakt zum dezentralen Impfen im Landkreis im Einkaufszentrum „Fritz“ in Barenburg: Miriam Tacke, Sandra Meißner, Cord Bockhop, Ulrike Hirth-Schiller und Heinrich Kammacher (von links).
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Auftakt zum dezentralen Impfen im Landkreis im Einkaufszentrum „Fritz“ in Barenburg: Miriam Tacke, Sandra Meißner, Cord Bockhop, Ulrike Hirth-Schiller und Heinrich Kammacher (von links).

Barenburg – 540 Bürger der Samtgemeinde Kirchdorf sind 80 Jahre und älter, 220 von ihnen hatten noch keinen Impftermin. Ein Großteil hatte schon aufgeben, überhaupt einen solchen ergattern zu können. Am Montagabend werden alle, die es wünschen, die erste Impfung erhalten haben. „Hundertprozentige Organisation, da kann ich bloß loben“, ruft einer der Ü-80-Bürger dem Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher beim Pressetermin zum Auftakt des dezentralen Impfens im Landkreis Diepholz zu.

Der findet im Einkaufszentrum „Fritz“ in Barenburg statt und tatsächlich ist der sonst beklagte Leerstand der einzelnen Geschäfte im „Fritz“ – nur der Bäcker ist noch dort – günstig für die Nutzung als Impfzentrum. So bleibt Platz für die diversen Stationen: Warteraum, Anmeldung, Arztgespräch, Impfen, Warteraum nach dem Impfen sowie Toiletten, auch barrierefrei.

Die Ü-80-Klientel ist grundsätzlich mit Vorlaufzeit vor Ort – für wichtige Termine will man nicht zu spät sein. Landrat Cord Bockhop, DRK-Kreisverbandsgeschäftsführerin Ulrike Hirth-Schiller und Verwaltungschef Kammacher finden deutliche Worte. Ihr Tenor: Dezentral läufts, die Marschrichtungsvorgaben aus Hannover oder Berlin führten eher ins Nichts.

Kammacher lobt sein Team: „Wir haben hierfür Ressourcen freigemacht. Das Thema ist wichtig, wir haben anderes zurückgestellt, haben Überstunden gemacht, um diese beiden Termine so schnell zu realisieren. Binnen 36 Stunden hatten wir einen so großen Rücklauf, mit dem wir nicht gerechnet hatten.“ Innerhalb von drei Tagen stand fest, dass 220 Personen noch keinen Impftermin ergattern konnten, nun aber „gebucht“ sind. 150 wurden am Freitag geimpft, alle weiteren sollen am Montag folgen.

Und weiterhin gilt: Bürger der Samtgemeinde im Alter von über 80 Jahren, die sich noch nicht gemeldet haben, können ihre schriftliche Rückmeldung noch am Samstag im Briefkasten des Rathauses einwerfen, sie erhalten am Sonntag einen Anruf vom Rathausteam mit einem genauen Termin für Montag.

„Menschen tun immer was für Menschen“, sagt Ulrike Hirth-Schiller. Im „Fritz“ geht es fast familiär zu, man kennt sich. „Das liegt auch daran, dass viele unserer Mitarbeiter aus der Samtgemeinde Kirchdorf kommen“, erklärt Ulrike Hirth-Schiller. Auch aus Barenburg: Ratsfrau Dr. Christiane Kreisel-Büstgens ist als Ärztin dabei, stellvertretender Bürgermeister Lars Röper ist Rettungssanitäter – und setzt die Spritzen.

Cord Bockhop weiß die Kommunen des Landkreises als leistungsfähige Einheiten zu schätzen: „Wir machen das. Wir können das realisieren, dezentral. Das ist unsere Kompetenz.“

Ulrike Hirth-Schiller bekräftigt: „Wir hätten schon viel eher mit unseren mobilen Teams loslegen können.“ So musste gewartet werden, bis die dezentrale Lösung genehmigt wird.

Während des Pressetermins in Barenburg wird deutlich: Es funktioniert, ohne Stau, ohne Ärger. Die beiden mobilen DRK-Teams haben, wie ihre Kollegen, bei Einsätzen in den stationären und teilstationären Einrichtungen bereits Erfahrungen sammeln können.

Alle Mitglieder der mobilen Teams seien geimpft, bestätigt Hirth-Schiller. Als Trio – DRK, Kommune, Landkreis – funktioniere die Zusammenarbeit. Unter dem Motto „Weil wir es können und weil wir gebraucht werden“, stellen alle ihre jeweilige Expertise zur Verfügung, sagen alle drei unisono. Ein mobiles Team bestehe aus zwei DRK-Mitarbeitern und einem Arzt/einer Ärztin. Bei optimalen Räumlichkeiten und Bedingungen könnten an einem Tag maximal 300 Personen geimpft werden.

Aus der Verwaltung in Kirchdorf haben sich Sandra Meißner als Leiterin des Fachbereiches Sicherheit und Ordnung sowie Verwaltungsmitarbeiterin Miriam Tacke federführend um die Kommunikation mit den Bürgern gekümmert. „Diese Arbeit lag uns allen sehr am Herzen“, sagt Meißner. Und die Bürger seien dankbar für dieses Kümmern und den ortsnahen Termin. Heinrich Kammacher erinnerte daran, dass das Anrufsammeltaxi für eine Fahrt zum „Fritz“ gerufen werden könnte. Fast alle hätten, wie im Anschreiben aufgefordert, ihre Medikamentenpläne dabei, sodass die Arztgespräche nicht allzu lange dauern.

Nach diesem Termin zur ersten Impfung steht für alle Teilnehmer bereits die zweite Impfung fest. Auch dazu werde ein Brief aus dem Rathaus bei den Bürgern eintreffen.

Von Sylvia Wendt

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