Ein besonderer Generationenwechsel in Wehrbleck

Einstimmig für Markus Kellermann als Bürgermeister

Der neue Rat der Gemeinde Wehrbleck: Marion Langhorst, Marco Wacker, Volker Witte (stellvertretender Bürgermeister), Carsten Falldorf, Bürgermeister Markus Kellermann, Ulrich Spilker, Carolin Schulz-Schwenker (stellvertretende Bürgermeisterin) und Corinna Witte (von links; es fehlt Cornelia Buksch).
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Der neue Rat der Gemeinde Wehrbleck: Marion Langhorst, Marco Wacker, Volker Witte (stellvertretender Bürgermeister), Carsten Falldorf, Bürgermeister Markus Kellermann, Ulrich Spilker, Carolin Schulz-Schwenker (stellvertretende Bürgermeisterin) und Corinna Witte (von links; es fehlt Cornelia Buksch).

Wehrbleck – Der Generationenwechsel im Gemeinderat Wehrbleck enthielt am Donnerstagabend einen überaus emotionalen Augenblick. Dem ehemaligen Bürgermeister obliegt es, die neuen Ratsmitglieder zu verpflichten. Aufgrund der Corona-Pandemie erfolgt dies mit einem Blick in die Augen, wenn der Bürgermeister (stehend) dem Ratsmitglied (sitzend) gegenübertritt. In Wehrbleck ist es Vater Heinrich Schwenker, der vor seiner Tochter Carolin Schulz-Schwenker steht und sagt: „Ich verpflichte Dich, Carolin.“

Schwenker, seit 1. November 2001 Bürgermeister in Wehrbleck, hatte nicht erneut für den Gemeinderat kandidiert. Nach der Verpflichtung der neuen Ratsmitglieder (Ratsfrau Cornelia Buksch fehlte entschuldigt) kommentierte er: „Ihr habt da einen guten neuen Rat, ich bin zuversichtlich, ihr macht das schon. Ich habe fertig.“

Als „Alterspräsidentin“ leitete Ratsfrau Marion Langhorst die konstituierende Sitzung bis zur Wahl des Bürgermeisters. Der wurde, mit einstimmigem Votum, Markus Kellermann. Der dankte für das Vertrauen, er freue sich darauf, die Gemeinde auf ihrem Weg ein Stück weit in verantwortungsvoller Position zu begleiten. Kellermann übernimmt zudem die Aufgabe als Verwaltungsvertreter. Seine beiden gleichberechtigten Stellvertreter als Bürgermeister sind Volker Witte und Carolin Schulz-Schwenker. Witte wurde zudem stellvertretender Verwaltungsvertreter. Auch diese Wahlen erfolgten einstimmig. Der Rat gab sich eine Geschäftsordnung und eine, neu gefasste, Hauptsatzung.

Die wesentliche Änderung regelt die öffentlichen Bekanntgaben: Die werden ab sofort ausschließlich im neuen digitalen Amtsblatt der Samtgemeinde auf deren Homepage (www.kirchdorf.de) veröffentlicht. Der Rat Wehrbleck verabschiedete auch die Satzung über die digitale Ratsarbeit: Wurde bisher Wert gelegt auf einen „größtmöglichen papierlosen Anteil“ des Sitzungsdienstes, so wird dieser künftig ausschließlich papierlos erfolgen. Der Rat beschloss einstimmig eine Erhöhung der Entschädigung von monatlich fünf auf jetzt zehn Euro, um die Ausgaben dafür aufzufangen.

Der Rat votierte gegen die Bildung eines Verwaltungsausschusses, wollte auch keine Fachausschüsse bilden, die neun Ratsmitglieder wollen sich gemeinsam den Themen widmen, sodass sich jedes Mitglied einbringen kann.

Der Gemeinschaftssinn, der den Rat Wehrbleck in besonderer Weise kennzeichnet, wurde deutlich, als die Pflichtaufgaben abgearbeitet waren – und es zur Kür überging. Der Verabschiedung.

Verabschiedet aus dem Rat Wehrbleck wurden Heiner Traemann (links) und Heinrich Schwenker (rechts) von Markus Kellermann, neuer Bürgermeister der Gemeinde.

Klaus Ahlers, Ratsherr von 2016 bis 2021, ließ sich krankheitsbedingt entschuldigen. Für Heiner Traemann (und Ahlers gleichermaßen) hatte Markus Kellermann einen launigen Rückblick vorbereitet. Traemann saß, wie Heinrich Schwenker, seit 1991 im Gemeinderat, war seit 2001 stellvertretender Bürgermeister. Traemann als Chef der Wehrblecker Schützen sowie Ahlers als Chef der Stranger Schützen würden für die beiden größten Feste im Ort sorgen – und seien umfassend engagiert im Dorfleben: „Ehrenamt ist selbstverständlich für Euch.“

Traemann gab die launigen Worte zurück: „Es gibt ja Tage, wo die Zeit einfach dahinrennt“, hob er an – und bat Ehefrau Marlies flugs um Entschuldigung für die vielen Male, an denen er es nicht pünktlich nach Hause geschafft hatte. „Wer ein Ehrenamt ausübt, vergisst mal die Zeit.“ Sein Dank galt unbedingt den „Strauchdieben“, Wehrblecks eigenem „Baum- und Strauchschnittteam“. Dem neuen Rat wünschte er ein glückliches Händchen und riet den Mitgliedern, gut mit der Verwaltung auszukommen, denn: „Die machen uns glücklich.“

Heinrich Schwenkers erste Ratssitzung vor 30 Jahren fand im Gasthaus Lüdemann statt, diese letzte auch. Markus Kellermann erinnerte an besondere Momente, daran, dass Schwenker immer der Kontakt zum Bürger wichtig gewesen sei, er immer ein offenes Ohr gehabt habe und jetzt, vor kurzem erst zum zweiten Male Opa geworden, weiter gefordert sei.

Markus Kellermann überreichte an Heinrich Schwenker ein persönliches Fotobuch, mit „teils unveröffentlichtem Material“.

Schwenker dankte „für die Zeit, die ich Bürgermeister sein durfte. Wenn das nicht so eine schöne Aufgabe gewesen wäre, hätte ich das nicht so lange ausgehalten“. Aber irgendwann sei mal gut. Ein Dank galt Traemann, der 20 Jahre sein verlässlicher Stelltreter war.

Dank galt auch der Verwaltung, denn „wir sind ja nur ehrenamtlich tätig“. Blumen gab es für Ehefrau Brigitte – für die vielen Male, wenn er erst um 5 Uhr früh nach Hause gekommen sei, „aber dann hatten wir auch alle Themen ordentlich durchdiskutiert.“

Von Sylvia Wendt

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