Routineprüfung: Mangel am Schießstand

Wehrbleck: Eine Blende fehlt

Schützenpräsident Heiner Traemann erklärt den Mangel am Schießstand.
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Schützenpräsident Heiner Traemann erklärt den Mangel am Schießstand.

Wehrbleck – Es wurde nie bemängelt, der Schützenverein hat es nicht gewusst. Der Sachverständige, der jetzt einen Blick auf die Schießanlage des Schützenvereins Wehrbleck warf, aber erklärte: „So geht das nicht.“ Alle drei Jahre werden die Schießstände routinemäßig kontrolliert und Mängel aufgezeigt.

Dass der Wehrblecker Schießstand einen besonderen Mangel hatte, war seit der letzten größeren Umbaumaßnahme im Jahr 1991 niemandem aufgefallen. Nun aber.

Was wurde bemängelt? Man kann als Schütze, am Schießstand stehend, den Himmel sehen. Anders ausgedrückt: Würde, aus welchem Grund auch immer, ein Schütze nur wenig das Gewehr verziehen, könnte die Patrone sich verirren, aus dem Schießstand heraus gelangen. Der Bereich rund um die Schussabgabe müsse abgeschirmt sein.

Deshalb plane der Schützenverein eine Art Vordach vor den Fenstern, aus denen die Wehrblecker Schützen heraus schießen. Traemann habe zusammen mit dem Sachverständigen diese Option bereits in einem „sehr verständnisvollen, sehr freundlichen“ Gespräch erörtert, lobt er die außerordentlich angenehme Zusammenarbeit.

Für Schützenpräsident Heiner Traemann ist die auferlegte Baumaßnahme kein Problem.

„Wenn das nicht den Vorschriften entspricht, dann werden wir das selbstverständlich ändern.“ Die Baumaßnahme allerdings überschreitet finanziell den Betrag von 500 Euro, den der Vorstand ohne Rücksprache ausgeben darf. Traemann rechnet damit, dass die Materialkosten sich im unteren vierstelligen Zaum halten, weiß aber auch, dass aktuell die Nachfrage am Baubedarfmarkt höher ist, als der Nachschub.

Außerdem geht er davon aus, dass die Wehrblecker Schützen als Gemeinschaft über das notwendige Fachwissen und die notwendigen Werkzeuge verfügen, so dass die Kosten generell niedrig gehalten werden können.

Und nun muss noch der Verein zustimmen. Dazu werde für den 19. Juni, um 17 Uhr zur außerordentlichen Versammlung eingeladen. Mit Mundschutz und Abstand und unter freiem Himmel am Gasthaus Lüdemann solle das Treffen erfolgen.

Die Blende fehlt, die ein Verirren des Projektils aus dem Wehrblecker Schießstand verhindert.

Und Traemann unkt: „Nein, es ist kein Revival des alten Grilltreffens vor dem Schützenfest.“ Des was? „Ja, wir hatten bis vor einigen Jahren immer jährlich eine außerordentliche Versammlung, immer vor dem Schützenfest, immer ging es darum, die Planungen des Schützenfestes nochmal zu klären...“ Aha. Gegrillt wurde, kleiner Umtrunk, die Kehlen sollten nicht trocken bleiben. Das aber müssen sie am 19. Juni: Da werde nicht gegrillt, es werde nichts serviert, außer den Fakten zur notwendigen Baumaßnahme. Dann folge die Abstimmung und alle würden wieder ihrer Wege gehen. Grundsätzlich soll der Schießstand, wenn er wieder genutzt werden dürfe, rechtssicher sein. Ein Bauantrag müsse nicht gestellt werden, loslegen wolle man, sobald das Votum der Mitglieder es erlaube. Wer sich dem Bauteam anschließen möchte, melde sich beim Präsidenten, es müsse ein Hygienekonzept erarbeitet werden, damit die Arbeitseinsätze keine Corona-Vorgaben verletzten.

Beim Ortstermin fällt auf: Der amtierende Schützenkönig hängt ja noch gar nicht – also das Foto in der Ahnengalerie. Marc Heitmann hatte sich 2019 als „der Schnellentschlossene“ die Königskrone gesichert - und regiert seitdem mit Königin Jessica. Traemann hat bereits einen neuen Beinamen für Heitmann: „der Ewige“. Denn auch in diesem Jahr wird kein Nachfolger gesucht, fällt das Schützenfest aus.

Ob die Schützenuniform noch passt, kann auch nicht überprüft werden, die Kleidervorgabe für den 19. Juni lautet „in zivil“.

Von Sylvia Wendt

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