Arbeiten für einen guten Zweck – das Sonnenkinderprojekt

Oberschule Varrel: Ein Zukunftstag, der nachwirkt

Arthur Rohlfing zu Gast an der Oberschule in Varrel, er berichtete von der Arbeit des Sonnenkinderprojektes in Namibia.
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Arthur Rohlfing zu Gast an der Oberschule in Varrel, er berichtete von der Arbeit des Sonnenkinderprojektes in Namibia.

Varrel – Einen ganzen Tag lang arbeiten, in einem richtigen Beruf – und Geld dafür bekommen. Aber nicht, um sich damit Wünsche zu erfüllen, sondern als Spende für den guten Zweck. Genauer: für den Verein „Sonnenkinderprojekt Namibia“ (SKP), der Schulen in dem südwestafrikanischen Land unterstützt.

Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 7 der Oberschule Varrel absolvierten jetzt ihren Ersatz-Zukunftstag. „Die Schüler suchten sich selbstständig einen Betrieb für diesen Tag und konnten somit erste kleine Eindrücke von der Arbeitswelt gewinnen“, berichtet Christina Stegemann-Auhage, verantwortliche Lehrkraft für den Bereich Berufsorientierung und Initiatorin der Zusammenarbeit zwischen OBS und SKP.

Neben der ersten beruflichen Orientierung hatten sich die engagierten Schülerinnen und Schüler bereit erklärt, für das „Sonnenkinderprojekt“ Spenden zu sammeln. Den Firmen habe es freigestanden, für eine „geleistete Arbeitsstunde“ einen bis vier Euro an diesen Verein zu spenden. „Nach einer Woche hatten bereits 18 Firmen 453 Euro im Namen der Kinder an den Verein überwiesen“, berichtet Christina Stegemann-Auhage. Ein paar Spendenbeträge stünden noch aus, daher könne die Summe noch höher ausfallen.

SKP-Gründer Arthur Rohlfing stellte den Schülern die Arbeit des Vereins vor. Der unterstütze mehrere Schulen in Namibia, mit dem Ziel, möglichst vielen Mädchen und Jungen eine Schulausbildung zu ermöglichen. Dabei werde weder auf Hautfarbe, Stammeszugehörigkeit noch Religion geachtet. Das einzige Auswahlkriterium sei die Bedürftigkeit.

In fast 20 Jahren habe der Verein vielen Kindern eine Zukunftsperspektive geben können und zur Völkerverständigung beitragen.

Rohlfing berichtete, dass manche Kinder in Namibia um 4 Uhr morgens aufstehen, acht Kilometer zur Schule laufen und voller Stolz am Unterricht teilnehmen. Er musste schmunzeln beim Vergleich mit der hiesigen Schülerbeförderung durch Busse und „Elterntaxis“. Mit viel Interesse seien die Schüler dem Vortrag über die Arbeit in Namibia gefolgt, berichtet Stegemann-Auhage. Während man sich in Deutschland darüber beschwere, dass die Pizza nicht pünktlich angeliefert wird, werde den Schülern in Namibia das Leben durch richtigen Hunger erschwert. Die Coronapandemie habe die Tourismusbranche in dem Land zum Erliegen gebracht und viele Eltern hätten deshalb ihre Jobs verloren. Daher sorge der Verein aus Schwaförden dafür, dass die Schüler mit Nahrungsmitteln versorgt werden: Die Spenden aus Varrel würden zu 100 Prozent für Lebensmittelspenden verwendet, versprach Rohlfing. Und erklärte, dass sich, im Gegensatz zu deutschen Schülern, die in Namibia nicht auf die Ferien freuten: Ferien bedeuteten dort, dass es keine Schulverpflegung gibt, die Schüler hungern und nicht wissen, ob sie in die Schule zurückkönnen.

Laut Arthur Rohlfing seien bereits viele Schüler und Lehrer gegen Corona geimpft. In den weiter entlegenen Gebieten kam das Angebot zu spät: Über 500 Lehrer sind seit Ausbruch der Pandemie an Corona verstorben. Das sei besonders bitter, da jegliche Zukunftsaussicht der jungen Generation von einer Schulbildung abhänge. Ein herber Rückschlag für die betroffenen Regionen.

Mit Unterstützung des Vereins erhielten die Kinder eine fundierte schulische Ausbildung – alle Schüler sprechen mindestens zwei Sprachen –, die es ihnen ermögliche, eine gut bezahlte Arbeit zu finden und ihre spätere Familie zu ernähren. Der Verein beteilige sich auch am Aufbau von Ausbildungswerkstätten, um Zukunftsperspektiven zu schaffen.

Seit seiner Gründung habe der Verein etwa 800. 000 Euro in das Projekt gesteckt, Gebäude saniert, Schulausstattung gekauft, Kleinprojekte finanziert und Lebensmittelspenden bereitgestellt. Regelmäßige Besuche aus Deutschland stellten sicher, dass die Gelder sinnvoll eingesetzt werden. Dieses „Mikroprojekt“ sei eine Erfolgsstory.

Wer das „Sonnenkinderprojekt Namibia“ unterstützen möchte, kann für ein Kind eine Patenschaft übernehmen. 240 Euro im Jahr reichen laut Rohlfing aus, um einem Kind den Weg in die Zukunft zu ermöglichen.

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