Vorbeugen und Tipps für den Notfall

Präventionstag an der Oberschule Varrel: Drogen, neue Medien, Mobbing

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Präventionstag an der Oberschule Varrel, hier mit Polizistin Katharina Elbers. Jannik Michler, 15 Jahre, probiert seine Koordination aus, beim Tragen der Rauschbrille. Rechts neben ihm Jan Rohlfs, 14 Jahre, der anschließend ausprobiert, wie gut er die Ziele auf dem Boden trifft, während er durch die die Rauschbrille guckt.

Varrel - Von Sylvia Wendt. Was, wenn nach dem Probieren keine Zeit mehr bleibt zum Studieren – weil das Probieren im Tod endete? Es sind Unfälle aus dem echten Leben im Landkreis Diepholz, die die Polizistinnen Sonja Fehrs und Katharina Elbers den Schülerinnen und Schülern der Oberschule im Rahmen des Präventionstages vorstellen.

Unfälle mit echten Toten. Und manchen Schüler lässt das verstummen. Andere wiederum mögen sich vor den Mitschülern keine Blöße geben. Unfälle, die passieren, weil der Fahrer Alkohol getrunken hat? Was kann man tun, um das zu verhindern? Was tut man überhaupt im Notfall? „Den Notruf wählen.“ „Und wie lautet der?“ „112, mit Vorwahl...“ „Nein! Immer ohne Vorwahl!“

Wie kriegt man eigentlich raus, wo man ist, damit der Rettungsdienst auch möglichst zügig und ohne Umwege an den Unfallort bestellt werden kann? Wer das Mobiltelefon samt GPS-Ortung gerade nicht nutzen kann, könne sich an den Leitpfosten orientieren, hier stehen auch Ortsangaben.

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7, 8 und 9 sind aufgeteilt in drei gemischte Gruppen – und merken, dass sie so manches wissen für den Ernstfall, aber vieles auch nicht. Einige dieser Lücken wollen während des Präventionstages neben den Polizistinnen Fehrs und Elbers, Erik Walsemann (Diplom-Sozialpädagoge von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention im südlichen Landkreis Diepholz) und Andreas Müller vom Präventionsteam des Landkreises Diepholz füllen.

Den Präventionstag mag der eine oder ander Schüler etwas langweilig finden, aber es sind die Themen aus dem Alltag, die dann doch ihren Weg finden in die – vertraulichen – Gespräche mit den Fachleuten.

Die führt an der Oberschule auch zuerst und nicht selten Jens Grunert. Der Schulsozialarbeiter an der Oberschule Varrel hat, wie die Lehrer auch, einen Blick auf die Schülerinnen und Schüler. Und da gebe es einige, „bei denen gerade im Bereich der Computerspiele, aber auch im Umgang mit anderen Medien, Anzeichen für ein erhöhtes Suchtpotenzial vorhanden ist“, sagt Grunert. Themen wolle man aufgreifen, bevor es zu spät ist. Der Präventionstag werde mittlerweile seit über fünf Jahren an der Oberschule Varrel durchgeführt. „Unser Motto lautet: nicht erst Handeln, wenn etwas passiert, sondern präventiv arbeiten, um etwaige Gefahrensituationen schon im Vorfeld zu vermeiden“, sagt Grunert.

Dabei sollen neue Medien nicht rundheraus verteufelt werden: „Die Schüler sollen durch den Präventionstag nicht von neuen Medien ferngehalten werden, das ist Quatsch. Sie sollen vielmehr auf Gefahren hingewiesen und sensibilisiert werden“, erklärt Grunert.

Folgerichtig beschäftigt sich der Präventionstag nicht allein mit dem Thema Sucht. Aufgegriffen werden weitere Stichworte: Mobbing, Medien, neue Medien. Den Schülerinnen und Schülern wolle man den richtigen Umgang aufzeigen und sie auf mögliche Gefahren hinweisen. Grunert sagt: „Das kann man gar nicht oft genug machen, da die Gefahren im Bereich neue Medien mittlerweile sehr vielfältig sind. Grooming, Cybermobbing – um nur mal zwei Gefahren zu nennen.“

Grunert berichtet von Konflikten im Zusammenhang mit dem Kurznachrichtendienst „WhatsApp“. Da seien Gruppen gegründet und benutzt worden, um andere zu ärgern und zu beleidigen. Für Grunert klar: „Wir müssen als Schule, aber auch als Erwachsene Vorbilder sein, klare Grenzen setzen – und auf den richtigen Umgang hinweisen.“ Regeln für den richtigen Umgang miteinander gebe es nicht nur für im persönlichen Aufeinandertreffen, sondern auch in der virtuellen Welt.

Alkohol- und Drogenprävention mit Erik Walsemann, Medienthemen mit Andreas Müller sowie Allgemeinprävention mit Schwerpunktthema Alkohol im Straßenverkehr als Thema mit Fehrs und Elbers – dafür setzt die Oberschule Varrel einen ganzen Tag an, so dass genügend Zeit für Fragen bleibt. Und Praxiserlebnisse. Etwa mit den sogenannten Rauschbrillen, die die Sicht(Einschränkung) im alkoholisierten Zustand simulieren.

Eine Hausaufgabe gab es übrigens auch. Fehrs und Elbers erklärten den jungen Schülerinnen und Schülern, dass sie bei den Autofahrten mit der Familie auf ihre Umgebung achten mögen: „Wo fahrt ihr lang?“ Denn: Die Jungen und Mädchen der Klassen 7 bis 9 sollen sich kundig machen: „Ihr seid alt genug. Ihr seid verpflichtet, Hilfe zu leisten.“ Einfache Fragen seien zunächst zu klären: „Wo ist der Erste-Hilfe-Kasten? Habt ihr schon einmal ein Warndreieck aufgebaut? Und: Wo ist eigentlich der Warnblinker?“

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