Angelsportler aus Barenburg und Kirchdorf im Einsatz

„Catch & Clean Day“: Dicke Fische und dicke Müllsäcke

Ja, Angelidylle an der Großen Aue in Barenburg kann so aussehen.
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Ja, Angelidylle an der Großen Aue in Barenburg kann so aussehen.

Barenburg – Drei Wochen stand der Pavillon im vom Nabu-Ortsverein Sulingen betreuten „Renaturierungsprojekt Urloge“ nahe der Großen Aue in der Gemeinde Barenburg. „Wir haben gehofft, dass der Besitzer ihn wieder abholt, aber dann haben wir ihn abgebaut“, berichtet Dennis Meyer vom Sportfischerverein Barenburg. Am Samstag, 17. Juli, stellen sich die Barenburger Angler und ihre Kollegen vom Angelsportverein Kirchdorf in den Dienst der guten Sache: Sie nehmen teil am ersten „Catch & Clean Day“.

Geht es normalerweise um die dicksten Fische am Haken, schwärmen am Samstag landesweit Angelsportler aus gut 50 Vereinen aus, sammeln entlang der jeweiligen Vereinsgewässer Müll. Der „dickste Müllsack“ wird prämiert.

Barenburg und Kirchdorf werden wohl kaum einen der vorderen Plätze belegen. „Allgemein haben wir wenig Probleme mit Müll und Hinterlassenschaften der Menschen“, erklärt Dennis Meyer, der als Kassenwart im SFV Barenburg aktiv ist. Sicherlich, der pandemiebedingte Drang der Menschen nach draußen, sich in der Natur aufzuhalten sei groß, aber „die meisten haben ein großes Bewusstsein für Natur und Umwelt“, lobt Meyer. Eine Ausnahme bilden diejenigen, die auch bei großer Trockenheit mit Einweggrill anrücken, den ebenso zurücklassen wie leere Getränkedosen.

Fangerfolg: Eine Schleie hält Dennis Meyer hier in Händen.

Der Drang ans Gewässer endet nicht beim Grillspaß: Gerade erst habe er einen Schwarzangler anzeigen müssen, berichtet Meyer. Nein, die Barenburger hätten weniger Probleme mit nicht registrierten Anglern, aber durchaus die Kirchdorfer Kollegen. Der SFV Barenburg kümmert sich um fünf Kilometer Große Aue sowie Teile der Sule und der Kleinen Aue, die Kirchdorfer Vereinsgewässer umfassen drei Kilometer der Großen Aue. Beide Vereine bilden mit dem Angelsportverein Sulingen ein Trio, das in Angelsportfragen kooperiert.

Sonst ist das eine durchaus gesellige Sache, aber in der Pandemie entfallen alle Treffen, entfallen alle Lehrgänge für den Angelschein – bis eine Online-Variante gefunden wird. Gepaukt wird individuell, für den praktischen Teil der Prüfung sind wieder Präsenztermine erlaubt. „Und unsere Lehrgänge für die Angelscheine waren bis März 2020 sehr gut belegt, die Plätze waren schnell vergeben. Wir schätzen, dass wir im kommenden Jahr wieder einsteigen können in die Ausbildung“, erklärt Dennis Meyer. In der Pandemie habe man viele Gastangler verzeichnet. Wie das? Über die App „Hejfish“ können Angelscheininhaber ihre Lizenz registrieren – und eine Gastkarte buchen. Auch kurzfristig, etwa, wenn es sonntags um 6 Uhr in den Fingern juckt.

Die Vereine kümmern sich um den Besatz, jährlich würden Zander und Aale ausgesetzt. Letztere finanziert über ein spezielles Förderprogramm – in diesem Jahr allerdings nicht.

Beim „Catch & Clean Day“ am 17. Juli wird vormittags an den Vereinsgewässern Müll gesammelt, nachmittags gemeinsam geangelt. Mitglieder und Interessierte, die teilnehmen möchten, melden sich bitte vorab bei Dennis Meyer an (Tel. 01 76 /81 91 66 41). Kurzentschlossene können spontan vorbeikommen und helfen, heißt es in einer Pressemitteilung über den Ablauf. Treffpunkt ist am Samstag der Einlauf der kleinen Aue in die Große Aue in Barenburg, um 9.45 Uhr.

Aalbesatz durch den ASV Kirchdorf.

Der „Catch & Clean Day“ geht zurück auf die Initiative zweier junger Angler aus dem Kreis Gifhorn. Sie „füttern“ am Samstag den Instagram-Account „Catch&Clean“ mit den Erfolgen des Tages.

Kooperationspartner ermöglichen Gewinnspiel

Sie haben den den Anglerverband Niedersachsen (AVN) als Kooperationspartner gewinnen können. Wer Fische fangen könne, der könne nicht nur seinen eigenen Müll mitnehmen, sondern am Wasser gleich ein bisschen aufräumen. Der Anglerverband Niedersachsen (AVN) begrüße dieses vorbildliche Engagement, heißt es. Dr. Matthias Emmrich vom AVN wird dazu in der Pressemitteilung zitiert: „In Angelvereinen sind Müllsammelaktionen, etwa im Rahmen von Arbeitseinsätzen, die Regel und nichts Neues.“ Bei der Initiative „Catch & Clean“ gehe es vielmehr darum, dem zumeist übersehenen ehrenamtlichen Engagement von Anglerinnen und Anglern medial ein Gesicht zu verschaffen. „Immerhin sind sehr viele der unliebsamen Hinterlassenschaften an und in den Gewässern auf nicht angelnde Personen zurückzuführen. Hier leisten unsere Anglerinnen und Angler Jahr für Jahr wertvolle ehrenamtliche Arbeit zum Gemeinwohl.“ Unterstützt werde die Aktion vom Müllbeutelhersteller Pely – der stelle über 35 000 klimaneutral produzierte Recycling-Müllbeutel zur Verfügung – und von Angelzubehör-Anbietern, die Preise stiften. Gewinner: die Sammler mit den dicksten Müllsäcken – und die Natur.

Von Sylvia Wendt

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