Dezember-Thema im Arbeitskreis Dorfgeschichte Wehrbleck: Weihnachten

Hausbesuche zu Häuslingen

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„Warm abgebrochen“ wurde dieses Wehrblecker Häuslingshaus.

Wehrbleck - 70 Häuslinge gab es in den 1870er Jahren in der Gemeinde Wehr-bleck: Soviele wurden damals eingeladen, um ihr Stimmrecht zu diskutieren. Dass es heute kaum noch Gebäude gibt, in denen die Häuslinge einst gewohnt haben, liegt an deren schlechter Bausubstanz, die in den 1960er Jahren Grund war, eine Abrissprämie einzuführen – 1000 DM zahlte der Landkreis damals für jedes abgerissene Haus.

Unter der Aufsicht der Ortsfeuerwehr Wehrbleck wurde Ende der 1960er Jahre auch das einst von der Familie Wilhelm Schmidt in Nordholz bewohnte Häuslingshaus „warm abgebrochen“, wie der Arbeitskreis Dorfgeschichte Wehrbleck weiß. Noch gibt es viele Informationen und Bilddokumente zum Thema „Häuslinge“ in Wehrbleck. Das bedeutet auch noch viel Arbeit für die Heimatpfleger: Gerade haben sie den zweiten Teil der Chronik mit Themen aus dem vergangenen Jahrhundert aufgearbeitet, die Häuslinge aber bleiben spannend.

Jahrzehntelang in Vergessenheit geraten, ist das Thema kreisweit in den Heimatvereinen aktuell. Um die Daten gut aufarbeiten zu können, werde man demnächst, mit einem Fragebogen ausgestattet, Hausbesuche absolvieren. In persönlichen Gesprächen wollen die Mitglieder des Arbeitskreises gezielt Informationen sammeln, um die Geschichte der Wehrblecker Häuslingsfamilien ausreichend zu dokumentieren.

Belege zeigen, dass bis in die 1920er das Gros der Häuslingshäuser verschwunden war: „Bedingt durch den immer größer werdenden Einsatz von Maschinen in der Landwirtschaft sowie das Angebot an neu geschaffenen Arbeitsplätzen, etwa im Straßenbau oder in der sich im Umfeld ansiedelnden Industrie, sank die Zahl der Häuslinge in Wehrbleck stetig weiter“, hat der Arbeitskreis recherchiert. Den Häuslingsalltag hatte Wilhelm Schmidt einst für die Nordholzer Chronik geschildert: In der Regel stellte der Häusling seine Arbeitskraft für etwa 100 Tage im Jahr zur Verfügung – als Gegenleistung für die Heuerstelle. Als Tagelohn erhielten die Männer 50 Pfennig, Frauen 30 Pfennig. Laut der Schilderung waren viele Häuslinge in einem Nebenerwerb tätig, als Strohdachdecker oder Holzschuhmacher.

Der Arbeitskreis Dorfgeschichte will sich bei seinem nächsten Treffen jedoch einem anderen Thema widmen: „Weihnachten und seine Bräuche, früher und heute, aus den Jahren ab 1930 bis 1960“. Treffpunkt ist am Montag, 7. Dezember, um 19.30 Uhr bei Markus Kellermann. Teil zwei der Chronik kann noch käuflich erworben werden: Im Edeka-Markt Langhorst in Varrel, im Rathaus in Kirchdorf sowie bei Markus Kellermann.

sis

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