Kirchdorf: Erneut Dreharbeiten zur Weihnachtsgeschichte

Der Himmel liegt vor dem Altar

Probe vorm Altar: Sonja Bachhofer (ohne Flügel) im Kreis der Engel in der Kirchdorfer Kirche.
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Probe vorm Altar: Sonja Bachhofer (ohne Flügel) im Kreis der Engel in der Kirchdorfer Kirche.

Kirchdorf – Der Himmel liegt vor dem Altar in der St.-Nikolaikirche in Kirchdorf. Engel, die einschweben, können sich auf den Sitzsäcken und Fellen niederlassen. Die Flügel dienen aktuell nicht nur als Schmuck, sondern als coronakonforme Abstandshalter. Die Pandemie bestimmt immer noch den Alltag – und damit die Pläne für den Heiligabend-Gottesdienst in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Kirchdorf. Die Pläne, die Kirchgänger in kleinen Gruppen an der frischen Luft durch den Ort zu verschiedenen Szenen spazieren zu lassen – Pustekuchen.

Deshalb heißt es nach der Premiere im vergangenen Jahr erneut: Sonja Bachhofer und das Kindergottesdienst-Team sind mit den Akteuren vor Ort, nehmen die Szenen auf, schneiden sie zusammen – und an Heiligabend können Interessierte sich das fertige Werk online anschauen.

Die Schwierigkeit: Es waren mehr Gruppen eingeplant für die „Spaziergang“-Version und so müssen die Rollen neu verteilt werden. Die waren ja doppelt besetzt, deshalb gab es zwei Marias und zwei Josefs. Was natürlich nicht geht. Jedoch: In der Bibel stehe nicht, wieviele Hirten es gewesen seien. „Und auch nicht, dass es drei Sterndeuter waren. Wir haben jetzt eben sechs“, erklärt Sonja Bachhofer. Auch die Zahl der Engel sei flugs aufgestockt worden.

Dieser Blick hinter die Kulissen ist erlaubt.

Mangel an Nachwuchsdarstellern gibt es nicht, manche sind sonst auch bei den regulären Kindergottesdiensten dabei, andere durch die Dreharbeiten und den Film von Weihnachten 2020 neugierig geworden.

Improvisieren, das hat sich schnell herausgestellt, ist mit Laiendarstellern keine so gute Idee. Besser ist es, die Szenen zu proben, die Dialoge zu üben. „Muss ich meinen Text mitnehmen?“ „Kannst du ihn auswendig?“ „Nein.“ „Dann nimm ihn mit.“ Zu Beginn der Dreharbeiten stand noch ein Lockdown „im Raum“, deshalb sei weniger geprobt worden, das Team hat gleich aufgenommen, die Kulissen waren bereits vorbereitet.

Bei den Aufnahmen, wenn alle am Platz stehen, kann die Maske abgenommen werden. Äh, ja, gut, aber wohin mit ihr? Und: Bloß nicht in die Kamera gucken. Henry Radtke und Theo Pohl harren aus im Winterwetter. Verkündigungen gibts halt auch bei widrigem Wetter. Deshalb geht die Szene im Freien schnell über die Bühne und alle beeilen sich, wieder in die warme Kirche zu kommen. Die Gruppen haben sich aufgeteilt und im größten Gotteshaus des Landkreises verteilt. Das klassizistische Haus gibt etliche gute Kulissenoptionen her.

Schnell ist, für das Foto, Kaiser Augustus ins Gewand geschlüpft und auf den Thron geklettert, im Wortsinn. Es geht weiter: „Wenn die Soldaten weg sind, kriegen die Engel ihre Kleider“, heißt die Regieanweisung für das Team, das die Darsteller auf die nächste Szene vorbereitet. Aber eben weil überall kleine Gruppen verteilt sind und üben, ist für die Aufnahme nicht wirklich die notwendige Ruhe da. Das sensible Mikrofon nimmt das Rascheln auch aus der Entfernung auf.

Kirche, Kirchgarten, unterm Carport, bei den Familie Becker und Hoyer in den Scheunen und Ställen: Man darf gespannt sein, wie sich die Szenen zusammenfügen. Es habe Gelder seitens der Landeskirche für die Kindergottesdienstgruppen gegeben – und in Kirchdorf habe sich das Team für ein Handy mit sehr guter Kamera entschieden, das schnell auf ein Stativ montiert und leicht zu handhaben sei.

Kaiser Augustus mit Gefolge auf seinem Thron.

Wie im vergangenen Jahr werde der Film in einen Familiengottesdienst eingebettet, ist aber bereits ab Heiligabend morgens (und dann für fünf Tage) abrufbar über die Homepage der Kirchengemeinde (www.kirche-kirchdorf.de).

Bei den ersten Planungen hatte das Team noch gedacht, dass eine Veranstaltung draußen machbar sei. Die Aktion zu filmen sei zusätzlich geplant gewesen. 37 Mädchen und Jungen hatten sich gemeldet, es wären wohl mehr geworden, hätten auch die Kindergartenkinder dabei sein können. Die hatte das Team ausgeklammert, weil sie an den geplanten Stationen nicht adäquat hätten betreut werden können. Der Spaziergang von einer Station zur anderen hätte etwa zwei Stunden gedauert.

Etliche Nachfragen habe es gegeben zum „Kigo-Weihnachtsfilm 2020“: „Aufgrund dieser verstärkten Anfragen werden wir den Film wieder online stellen, an Heiligabend“, heißt es seitens des Teams. Und dann fällt einer jener wichtigen und inhaltsschweren Sätze vor der Kamera: „Es gibt noch viel zu tun, die Nacht der Nächte steht bevor.“

Infos zu Gottesdiensten

Wer den Heiligabend-Gottesdienst um 17.30 Uhr per Videoübertragung zu sich nach Hause holen möchte, schreibt eine E-Mail an gottesdienst.live@gmx.de und meldet sich für den 17.30 Uhr Gottesdienst an. An Heiligabend gibt es um 17.25 Uhr eine E-Mail zurück, mit einem Link. Dieser muss angeklickt werden – dann sollte der Gottesdienst über den angeschlossenen Bildschirm flickern. Wer den Heiligabend-Gottesdienst in der Kirche besuchen möchte, melde sich per Mail an kg.nikolai.kirchdorf@evlka.de an (Name, Adresse und Telefonnummer) oder werfe einen Zettel mit den Angaben in den Briefkasten der Kirchengemeinde Kirchdorf.

Von Sylvia Wendt

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