Dietmar Kreher restauriert historische Opel

Nächstes Projekt schon in der Garage in Bahrenborstel-Holzhausen

Ein Mann steht neben seinem Opel Diplomat aus dem Jahr 1975.
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Den Opel Diplomat B 5,4 l hat Dietmar Kreher zuletzt fertiggestellt. Bei der Ausfahrt der MSG Sulinger Land konnte er ihn wieder auf der Straße bewegen.

Bahrenborstel – Auf diesen Moment hat Dietmar Kreher aus dem Bahrenborsteler Ortsteil Holzhausen lange warten müssen: Gemeinsam mit elf anderen Fahrzeugen nahmen er und Ehefrau Maria kürzlich teil an der ersten Ausfahrt der von ihm geleiteten Oldtimersparte der MSG Sulinger Land in diesem Jahr.

Rund 250 Kilometer lang war die von ihm und Günter Landau ausgearbeitete Route, die von Nordsulingen zunächst nach Schwarmstedt führte, wo die Gruppe das „Klingende Museum“ besichtigte, eine umfangreiche Sammlung selbst spielender Musikinstrumente. Nächster Halt war das Beschichtungszentrum Gärner in Celle. Dessen Inhaber Helmke Gärner lud die Teilnehmer zu sich nach Hause ein, um ihnen seinen Opel Diplomat B 5,4 l zu zeigen.

Mit solch einem Fahrzeug war auch das Ehepaar Kreher unterwegs, und damit verbindet ihn eine lange Geschichte: Das Modell, Baujahr 1975, habe er zum ersten Mal 2008 gesehen. Als bei der „ExxonMobil“ beschäftigter Elektromeister habe er beruflich häufig nach Hannover fahren müssen, und bei einer Werkstatt direkt an der Bundesstraße 6 habe er den Wagen draußen stehen sehen. Über den Preis sei er sich mit dem Eigentümer erst 2010 einig geworden, als die Werkstatt geschlossen wurde – und aufgrund anderer Restaurierungsprojekte begann er erst 2016 mit den Arbeiten an dem Fahrzeug.

Die Teilnehmer der jüngsten Oldtimer-Ausfahrt stellten sich auf zum Gruppenbild bei einem Halt in Celle.

Gemeinsam mit Bruder Hans-Werner Kreher machte er sich ans Werk: „Zusammen macht es mehr Spaß, und einige Arbeiten muss man auch zu zweit machen“, sagt der 65-Jährige. Seinem Bruder, der seine Ausbildung im damaligen Autohaus Wiegmann, dem späteren Autohaus Sulingen, absolvierte, verdanke er auch die Liebe zu Opel.

Zunächst hätten beide das Fahrzeug zerlegt, soweit es ging, und Roststellen beseitigt. Die Hauptbleche seien noch gut gewesen, einiges habe jedoch ersetzt werden müssen. Dabei sei auf andere Exemplare des gleichen Modells zurückgegriffen worden. Nach aufwendigem Schleifen, Sandstrahlen, Füllen und Grundieren sei das Fahrzeug vom Profi lackiert worden, anschließend habe der Zusammenbau begonnen. Zum Einsatz sei dazu auch ein „Rhönrad“ gekommen – ein selbst gebautes Gestell, inspiriert von Überschlagssimulatoren, das einfache Arbeiten am Unterboden ermöglicht. Schadhafte Teile wurden ersetzt, wenn verfügbar, oder selbst nachgebaut: „Es ist interessant, die Sachen selbst zu machen und zu sehen, was hinterher rauskommt.“ Gerade Blechteile seien oft nicht mehr zu bekommen – und wenn, dann seien sie „unverschämt teuer“.

Blick in den geräumigen Motorraum des Opel Diplomat mit dem V8-Motor als Blickfang.

Abgeschlossen war das Projekt inklusive der Sonderausstattung wie Scheinwerferwaschanlage, elektrischem Schiebedach und rechtem Außenspiegel Ende 2018. Seither fährt Dietmar Kreher den Wagen mit einem 230 PS starken V8-Motor mit 5,4 Litern Hubraum, der auf 100 Kilometer zwischen 13 und 14 Liter Sprit verbraucht – „wenn man ihn ruhig fährt.“

In absehbarer Zeit werde er sich jedoch von ihm trennen: „Ich bin ein Schrauber, kein Sammler“, und der Verkaufserlös finanziere jeweils das nächste Projekt. Das wartet bereits in der Garage – ein Bitter CD, ein Sportwagen auf Basis eines Opel Diplomat, von dem nur 395 Fahrzeuge auf den Markt kamen.

Noch mitten in der Restauration steckt der Bitter CD, entsprechend ist auch der Motorraum leer.

Ein Erfolg ist die 2013 ins Leben gerufene Sparte „Oldtimerfreunde“ der MSG, findet Dietmar Kreher. Man helfe sich gegenseitig, gebe sich Tipps oder vermittle Kontakte. „Bei der ersten Ausfahrt waren wir mit drei Fahrzeugen unterwegs.“ Mittlerweile sei die Zahl der Teilnehmerautos auf 14 begrenzt, weil mehr kaum zusammen im Konvoi fahren könnten.

Ihre nächste Ausfahrt planen die Fans historischer Automobile für den 22. August mit Ziel Wildeshausen. Ansprechpartner für Interessierte ist Spartenleiter Dietmar Kreher (Tel. 0 42 73 / 9 41 72, E-Mail dietmar.kreher@msg-sulingen.eu).

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