Viola Witte ergänzt ihr Angebot in Kirchdorf um Fineline Tattoos

„Das bleibt“

Viola Witte hat sich einen Namen als Kosmetikerin und Tattoospezialistin erarbeitet.
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Viola Witte hat sich einen Namen als Kosmetikerin und Tattoospezialistin erarbeitet.

Kirchdorf –  „One of two“ steht auf dem linken Arm, eine von Zweien ist Chantal Chmut aus Varrel. Und, nein, der Schriftzug ist nicht mit Stift draufgeschrieben. Die Zeile hat, mit veganer Tattoofarbe, Viola Witte unter die Haut ihrer 18-jährigen Kundin gebracht. Fineline Tattoos, die aussehen, wie mit einem feinen Stift gezeichnet, sind gefragt und Viola Witte aus Kirchdorf hat sich in kurzer Zeit einen sehr guten Namen als Tätowier-Künstlerin erarbeitet.

„Schöne Frauen sind meine Leidenschaft“, sagt die 26-Jährige. Zahlreiche Fortbildungen im Rahmen ihrer Arbeit als Kosmetikerin deuten auf die Vielzahl an Behandlungen im kosmetischen Bereich hin, die buchbar sind. Und sie zeugen ebenso von einer intensiven Kenntnis rund um das Thema Haut.

Tatsächlich ist es das Permanent Make-up für Augenbrauen, das sie anbietet, das ihr die Nervosität vor dem ersten Tattoo-Stich nimmt: „Vor meiner ersten Behandlung damals war ich so nervös, wollte gar nicht anfangen“, erinnert sich Viola Witte. Viele Augenbrauen später ist die Anspannung vor dem ersten Fineline Tattoo dann nicht mehr so groß.

Wer sich über Wittes Arbeit informieren möchte, den nimmt sie mit auf Streifzüge durch Beruf und Privates über ihren Instagram-Account. Hier hält sie die Öffentlichkeit auch auf dem Laufenden, als sie in die feinen Geheimnisse der Fineline Tattoos eingewiesen wird.

Die ersten Buchungen lassen nicht lange auf sich warten, als sie zurück im eigenen Studio in Kirchdorf ist. Der Kreis der Kunden wächst schnell: aus der Region sowie aus Wildeshausen, Vechta, Verden. Neueste Anfragen stammen aus Bielefeld, Braunschweig – und Berlin. „Das hat mich total berührt“, sagt Viola Witte. Denn in der Hauptstadt gibt es ungezählte Tattoo-Künstler, auch für den Bereich Fineline Tattoos. Die Kundin sei begeistert von der Arbeit der jungen Kirchdorferin.

Schwestern-Tattoos sind gefragt

Begeistert ist auch Chantal Chmut. Die 18-Jährige aus Varrel möchte seit gut drei Jahren ein Tattoo. Was nicht alle in der Familie gut finden. Und nun, mit 18 Jahren, darf sie selbst entscheiden.

Den Ausschlag, den Wunsch zu realisieren, gibt ein Tattoo-Gutschein, den ihre Schwester ihr schenkt. Und der die beiden inspiriert, sich gleiche Tattoos stechen zu lassen.

„One of two“, eine von Zweien, ist ein sogenanntes Schwestern-Tattoo. Und die sind überhaupt gut nachgefragt, sagt Viola Witte.

Und ja, Chantal Chmut hatte durchaus Angst vor ihrem ersten Tattoo. „Ich war aufgeregt, ob es auch gut wird.“

Da passt es gut, dass Viola Witte ziemlich penibel ist: Da muss die Stelle, auf der das Tattoo geplant ist, auch wirklich die richtige sein. „Es darf nicht schief sein“, erklärt Witte. Künftig sollen die Tattoos auch individuell gestaltbar sein.

Viola Witte sticht sogenannte Fineline Tattoos.

Immer aber als Fineline-Design, sie werde nicht großflächige Bilder stechen. „Nein, das kann ich mir nicht vorstellen.“ Im Kreis der Tätowierer habe jeder sein Spezialgebiet. Und eben die Fineline Tattoos hat Viola Witte für sich entdeckt.

Über jene mitunter sehr kleinen Tattoos kommen manche Kunden auf den Geschmack: Auch Chantal hegt und pflegt zwar gerade ihr erstes Tattoo, hat aber schon jetzt Lust auf mehr.

Tätowiert – das ist für immer. „Nach dem Duschen mag ich gar nicht dem Handtuch drüberwischen, weil ich immer noch befürchte, dass es abgeht“, sagt Chantal und muss lachen. Viola Witte auch, sie betont: „Das bleibt.“

Innerhalb von gut 28 Tagen wachse eine kleine feine Hautschicht darüber. Das sorge bei vielen Tattoos dafür, dass die einst intensiv schwarze Farbe ein wenig getrübt aussieht. Was besonders bei den flächigen Tattoos auffalle, nicht aber so sehr bei den Fineline Tattoos, die auf den ersten Blick eben wirken, wie mit dem dünnen Filzstift aufgemalt.

Nachbehandlung ist wichtig

Das Tattoo muss nachbehandelt werden: Viola Witte informiert über die Pflege, macht deutlich, wie wichtig das täglich mehrfache Eincremen ist. Und was darf man damit nicht machen? „Was würdest du mit einer offenen Wunde tun?“, fragt Viola Witte zurück. Von Schwimmbad, Sauna und Solarium rät sie für die Dauer von 28 Tagen, bis die Haut sich einmal erneut hat, ab.

Das Tattoo sieht aus wie mit feinem Stift geschrieben.

Hat sie sich schon mal verschrieben? „Nein, ich prüfe immer mehrfach, ob alles richtig ist. Besonders bei römischen Ziffern.“ Das Tattoo von Chantal habe etwa eine halbe Stunde gedauert. „Ich plane immer eine Stunde ein, denn es gehört ja auch Vorbereitung dazu, die Platzierung muss festgelegt und hinterher alles desinfiziert werden“, sagt Viola Witte.

Und welche Hautbereiche tun beim Tätowieren am meisten weh? „Besonders solche Stellen, die man selten berührt.“

„Nutze die Zeit, um Ideen zu entwickeln“

Herbst, Winter und Frühling sind die klassischen Tätowiermonate. Jetzt wäre also eine gute Zeit, aber: Aktuell ist das Kosmetikstudio von Viola Witte in der zehnten Woche aufgrund der Pandemieauflagen geschlossen. Wie empfindet Viola Witte die Situation? „Ich gehe das sehr positiv an. Viele Kollegen machen sich Sorgen, ich nicht. Ich sehe das positiv und nutze die Zeit für mich, entwickle neue Ideen und nutze die Zeit für Sachen, die sonst auf der Strecke bleiben.“ Dazu gehöre auch, berufliche Pläne zu schmieden, um ihre Firma weiterzuentwickeln. Die 26-Jährige steckt voller Zuversicht. Sicherlich bedeute die Schließung finanzielle Einbußen, aber es gebe auch Unterstützung seitens der Regierung. Was ist mit all den Terminen, die jetzt nicht stattfinden konnten: Bleiben die Kunden weg? „Nein, wir haben viele Stammkunden. Bedenklicher ist, dass Kunden sich aufgrund von Kurzarbeit und damit verbundenem finanziellen Engpass eine Behandlung nicht mehr leisten können.“ Zusätzliche Einnahmen, die einst durch Nebenjobs erzielt worden und für aufwendige kosmetische Behandlungen ausgeben worden seien, entfielen.

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