Eine Konstante geht

Luise Turowski aus der Bethel-Geschäftsführung verabschiedet

Wenn aus dienstlichem Zusammentreffen eine Freundschaft wächst: Dunja McAllister verabschiedete sich persönlich.
+
Wenn aus dienstlichem Zusammentreffen eine Freundschaft wächst: Dunja McAllister verabschiedete sich persönlich.

Freistatt - Acht Jahre und acht Monate war Luise Turowski Teil des Geschäftsführungstrios für Bethel im Norden. Den Worten nach zu urteilen, die Wegbegleiter und Kollegen am Mittwoch zu ihrer Verabschiedung fanden, lässt man sie nur ungern gehen. Zu sehr war sie eine verlässliche Konstante an der Spitze eines Unternehmens.

Eine, die als „Star der Veranstaltung“ – ihrer offiziellen Verabschiedung in einen neuen Wirkungskreis mit neuer Aufgabe im Bielefelder Bethel-Hauptsitz – angekündigt wird und doch im Laufe der zweistündigen Veranstaltung in der Freistätter Moorkirche nicht mit Glamour und Glitzer blendet.

Vielmehr wird deutlich, wie sehr Luise Turowski Menschen in den Mittelpunkt gestellt hat, ob die nun krank, wohnungslos, alt, mit schulischen Problemen behaftet sind: Luise Turowski habe die Menschen wahrgenommen, bescheinigte ihr Dr. Johanna Will-Armstrong aus dem Vorstand der von-Bodelschwingschen Stiftungen in Bielefeld. Turowski habe „diakonische Haltung mit fachlicher Kompetenz gepaart“.

Dr. Johanna Will-Armstrong (links) eröffnete den Reigen der Redner bei der Feier in Freistatt.

Diakonische Haltung, fachliche Kompetenz

Sie habe „große Fußspuren hinterlassen“, mit Fingerspitzengefühl gearbeitet, gerne im persönlichen Gespräch Dinge erörtert, erklärte Kreisrätin Ulrike Tammen. Es sei eine sehr gute und fruchtbare Zusammenarbeit gewesen. Tammen lobt die Dezentralisierung, die unter dem Führungstrio Luise Turowski, Stefanie Schwinge-Fahlberg und Pastor Christian Sundermann erfolgt.

Luise Turowski (Mitte) mit Stefanie Schwinge-Fahlberg und Christian Sundermann.

Für Bethel im Norden arbeiten, heißt seit langem nicht mehr nur auf Freistatt beschränkt zu sein. Heiner Thiemann, Leiter des Schulverbundes Freistatt, lässt das in seiner Schnelldurchlauf-Aufzählung anklingen: Mädchen-Pädagogik in Heimstatt, Außenstelle im Nordkreis, Förderschulschwerpunkt erweitert, zwei Internate (bis dato einzigartig in Niedersachsen) eröffnet, das dritte Internat – in Vechta – hätte bereits ein Gebäude, neue Schule in Verden eröffnet, neue Schule in Ahlhorn gegründet und in Stade sei bereits ein neues Schulprojekt auf den Weg gebracht. Und das sind nur einige Punkte aus einem Teilbereich der Aufgaben von Bethel im Norden. „Ich bereue, dass Sie uns verlassen“, sagt Thiemann, der in seiner Zugehörigkeit zu Bethel bereits „24 oder 25“ Geschäftsführer kennengelernt hat.

Noch keine Nachfolge benannt

Und genauso warten muss auf einen Nachfolger, eine Nachfolgerin für Luise Turowski, wie alle anderen auch: Die Bewerbungsgespräche laufen, eine Entscheidung ist in dieser Personalie noch nicht getroffen. Es soll aber ein Trio bleiben, das bestätigt Stefanie Schwinge-Fahlberg gegenüber der Kreiszeitung.

Es sind tatsächlich große Fußstapfen, die die zierliche 63-jährige Turowski hinterlässt – wenn auch der Sprecher der Mitarbeitervertretung, Michael Albers, die Chefin lobt als einen Ansprechpartner, dem man vertraut hat. Albers macht auch klar, dass die Präsenz von Luise Turowski vor Ort zur Stabilität beigetragen habe und zur Vertrauensbildung.

Kraniche und Bank (von Schülern der Werker-Ausbildung) überreichte Heiner Thiemann.

Eine Präsenz, die von Luise Turowski einen erheblichen Aufwand an Fahrten zwischen dem Wohnort Bielefeld und den Einsatzorten abverlangt hat. Ehemann Franz habe sich da in den acht Jahren zum Meister für die Zugverbindungsfindung entwickelt. Stabilität, Vertrauen, Zuverlässigkeit habe auch die Zusammenarbeit innerhalb des Trios gekennzeichnet, erklärte Stefanie Schwinge-Fahlberg. Klare Grundsätze, Belastbarkeit, innere Stärke „und hin und wieder auch Zähigkeit“ attestierte Christian Sundermann ihr – und ein besonders gutes Gedächtnis.

Mit fröhlichen, lustigen Beiträgen verabschiedeten sich die Kollegen aus den Freistätter Bereichen. Für die Samtgemeinde Kirchdorf sowie die Ortsbürgermeister der sechs Mitgliedsgemeinden dankte Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher.

Neue Aufgabe in Bielefeld

Es ist Dunja McAllister, Schirmherrin von Bethel im Norden, die ganz persönliche Worte findet für jene Frau, die nicht nur über viele gemeinsame Spatenstiche für Neubauten mittlerweile zur Freundin geworden ist: „Hoffentlich verlieren wir uns nicht aus den Augen.“

Der Capri-Fischer-Chor intonierte: „Wenn in Freistatt Luises Herrschaft im Moor versinkt“...

Das hoffen letztlich auch die Wegbegleiter aus Niedersachsen: Turowski wird sich namens des Bethel-Gesamtunternehmens um das Thema „betriebliches Gesundheitsmanagement“ kümmern. „So werde ich mich jetzt nur auf eine wichtige Aufgabe konzentrieren können, statt, wie bisher, auf viele Themen“, dankte Turowski für die große Freundlichkeit, die ihr entgegen gebracht worden sei. Sie sei überwältigt von den vielen guten Worten, die ihr bei der Feier und in den vergangenen Wochen gesagt wurden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte
Weitere Impfteams im Kreis Diepholz kurz vor dem Start

Weitere Impfteams im Kreis Diepholz kurz vor dem Start

Weitere Impfteams im Kreis Diepholz kurz vor dem Start
Corona-Testzentrum in Brinkum: Neustart für Abstrich durch die Autoscheibe

Corona-Testzentrum in Brinkum: Neustart für Abstrich durch die Autoscheibe

Corona-Testzentrum in Brinkum: Neustart für Abstrich durch die Autoscheibe
Impfen in Stuhr: Heiligenroder Hausarzt Piet Lueßen richtet  eine Außenstelle ein

Impfen in Stuhr: Heiligenroder Hausarzt Piet Lueßen richtet eine Außenstelle ein

Impfen in Stuhr: Heiligenroder Hausarzt Piet Lueßen richtet eine Außenstelle ein

Kommentare