„Flintenweiber“ schießen erst seit 2005 mit um den Königstitel

Damenschießgruppe Kirchdorf besteht 50 Jahre

Das Jahr ist unbekannt, der Grund für die Aufnahme auch, aber es ist eines der ersten Fotos der Kirchdorfer Schützendamen, das sie in ihrer Uniform zeigt, die sie seit 1977 tragen.

Kirchdorf - Wer es gesagt hat, wird hier nicht verraten. Tatsächlich aber kommentierte ein Schütze die Gründung der Damenschießgruppe im Kirchdorfer Verein und den Beitritt der Frauen als Mitglieder mit: „Wenn die Frauen dabei sind, macht es keinen Spaß mehr.“

Krista Nachtigall und Irmgard Meyer können heute darüber lachen, denn Spaß gemacht hat es eben doch immer. Und die Damenschießgruppe des Kirchdorfer Vereins feiert am 2. Juni ihr 50-jähriges Bestehen.

Seit 2005 sind Männer und Frauen im Schützenverein gleichgestellt

Fünf Damen läuteten 1967 offiziell eine neue Ära im Kirchdorfer Schützenwesen ein: Neben Krista Nachtigall und Irmgard Meyer waren es Gerda Hundertmark, Erika Koopmann und Paula Ihlo. Bis zum Jahr 2005 war ihr Beitrag geringer als der der Männer. Erst als Silke Falldorf 2005 beantragte, dass auch die Damen um die Krone schießen können sollten, kommentierte das ein Schütze damit, dass die Damen dann auch den vollen Beitrag zahlen sollten. 

Der Versammlung im Winter folgte das Königsschießen 2005, bei dem sich prompt Gaby Pschunder den Titel schnappte und damit als erste Kirchdorfer Schützenkönigin in die Vereinsgeschichte einging. Heute zählt die Gruppe 153 Mitglieder, auch die jüngsten „Flintenweiber“ mitgerechnet. Flintenweiber klingt nicht sehr nett – aber Nachtigall und Meyer stören sich nicht daran. 

Geschossen wurde auch schon vor der Vereinsbildung

Beide sprechen grundsätzlich „op Platt“ miteinander. Da heißt es eben Flinte, wenn es um die Schützengewehre geht. Die Damen hatten bereits vor der offiziellen Gründung Spaß, ihre Treffsicherheit im Schießstand des Vereinslokals Nachtigall auszuprobieren. Man begleitete einfach den Gatten sonntags zum Übungsschießen, erklärt Irmgard Meyer. Krista Nachtigall war „sowieso da“, als Vereinswirtin. Das Quintett sollte indes noch bis zum Jahr 1972 unter sich bleiben. Dann erst vergrößerte sich die Damenschießgruppe um gleich sieben neue Mitglieder. 

Zum 25-jährigen Bestehen zählte die Damenschießgruppe bereits 45 Frauen. Die Partner der heute 143 Schützendamen sind übrigens nicht alle ebenfalls Mitglieder des Schützenvereins. Neben den schießsportlichen Wettkämpfen finden die Damen Zeit für geselliges Zusammensein. Ob beim Kohlmarsch, der immer noch stattfindet. Oder früher beim Erntefest, für das ein eigener Wagen aufwendig dekoriert wurde. Und nicht nur zum Fest gefahren wurde. Nach dem Fest folgte noch eine Tour, die im Vereinslokal Nachtigall endete, mit einem gemeinsamen Essen. 

Jubiläumsfeier am 2. Juni

Statt um den Thron wurde früher um den Damenpokal geschossen, die Gewinnerin lud anschließend zum Kaffeenachmittag ein. „Dann kamen durchaus zahlreiche Teilnehmerinnen zusammen, die Stube war voll“, erinnert sich Meyer (79 Jahre alt), die sich, ebenso wie Nachtigall (78), nicht mehr so sehr engagiert, wie einst. Seit 1977 haben auch die Damen ihre „Uniform“ mit schwarzen Röcken, weißen Blusen und Westen. Schneidermeister Arnold Lintelmann habe die Westen ganz schön eng gehalten, erinnert sich Nachtigall mit einem Schmunzeln.

Unter der Leitung von Silke Falldorf, heute Leiterin der Damenschießgruppe, und eines Festausschusses wird die Jubiläumsfeier für Freitag, 2. Juni, vorbereitet. Die Partner der Schützendamen sind ebenso eingeladen, die Schützen fungieren als Helfer bei der Feier – und 19 Gastvereine entsenden ihre Damenschießgruppe zum Gratulieren. Der Spaß ist vorprogrammiert.

sis

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