Hoffen auf Gäste

Heimatverein Kirchdorf bereitet Museum für die Saison vor

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Am 22. April wird die Saison 2018 im Heimatmuseum in Kirchdorf eröffnet.

Kirchdorf - Von Sylvia Wendt. Wo Platz ist für 400 Besucher, verteilt auf etwa sieben Öffnungstermine, wäre auch Platz für noch mehr. Das Heimatmuseum in Kirchdorf, seit vergangenem Jahr aufgeteilt auf zwei Standorte, die sich vis-à-vis im Auge behalten, könnte es gebrauchen, dass noch mehr ein Auge auf das Ensemble samt historischem Interieur werfen.

Doch wie das anstellen? Der Heimat- und Verschönerungsverein Kirchdorf versammelt unter dem Vereinstitel zumeist ältere Einwohner, nicht alle aktiv in Sachen Museumsarbeit. Vorsitzender ist seit 1994 Joachim Hölzchen. Der pensionierte Lehrer ist unermüdlich dabei, Böden und Keller, Schränke und Kisten der Bürger zu durchforsten. Immer auf der Suche nach ergänzendem Material für die ohnehin bereits umfangreiche Sammlung. 

Zum einen an Informationen, die Hölzchen in einer detaillierten Chronik herausgebracht hat. Zum anderen an Ausstellungsstücken, die sich, thematisch geordnet, im Obergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses und des Hauses Ihloge 11 arrangieren. 

Ein Frisörsalon ist nachempfunden, ein Kaufmannsladen, die Bädergeschichte von „Bad Kirchdorf“, die Schule –  natürlich – und ebenso der Schuster, die Landwirtschaft, Alltagsarbeiten mit Spinnrad oder Butterfass. Verblasster Glanz von kunstvollen Krönchen erinnern daran, wie einst goldene Hochzeit gefeiert wurde. Hölzchen und Team haben auch die Kriegszeiten nicht ausgespart.

Jüngere Besucher gesucht

Wie kann man die lebendigen Besucher von heute für die stummen Dinge von gestern interessieren? Hölzchen hätte darauf auch gerne eine Antwort. Hätte gerne, dass sich jüngere für die Historie der Gemeinde interessieren. Immer am vierten Sonntag eines Monats, von April bis Oktober, ist das Museum geöffnet, backen die Damen der „Fliedigen Deerns“ Kuchen und stemmen die Kaffeestube, während Hölzchen die Gäste durch die Räume begleitet. 

Nicht führt, sagt er, vielmehr verwickele er sie in Gespräche. Mancher erkenne ein Ausstellungsstück wieder oder eben nicht – und frage nach. Daraus entwickele sich dann manch muntere Unterhaltung. Demnächst kann auch die Fahne des Gesangvereins, geschützt durch den Fahnenkasten, begutachtet werden. 

Hölzchen plant eine Ausstellung zum Thema Technik, ein Bücherantiquariat, einen Arbeitsplatz neben dem Archiv (und das Archiv). Eine Kaffeestube nennt Hölzchen als Voraussetzung für Öffnungszeiten – doch stets sei es eine Personalfrage: Wer macht das alles, Kaffeestube und Heimatmuseum? Wer stellt sich dann da hin?

Gemeinde lehnt weitere Mittel ab

Ein großer Raum im Erdgeschoss des neuesten Museumsteils könnte für Wechselausstellungen hergerichtet werden – allein: Wer soll das bezahlen? Der Kirchdorfer Gemeinderat hat kürzlich (einstimmig) abgelehnt, weitere 15.000 Euro zur Verfügung zu stellen. 5 000 Euro als jährliche Fixkosten für Strom und Co. sowie Reparaturen müssten reichen, sagt Politik, die jüngsten, nicht unerheblichen Restaurierungskosten für das Haus Ihloge 11, noch im Hinterkopf.

Sonderführungen sind jederzeit möglich. Und so erkunden am 14. Oktober die Heimatpflegekollegen aus dem Landkreis beim Kreisheimattag Museum und Ort. Sie sollten mobil sein – denn nicht alle Bereiche sind barrierefrei.

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