Silke van Doorn seit 100 Tagen Pastorin in Freistatt

„Bunter und anstrengender“

Die Moorkirche? „Ich mag die“, sagt Silke van Doorn, seit 100 Tagen Pastorin in Freistatt.
+
Die Moorkirche? „Ich mag die“, sagt Silke van Doorn, seit 100 Tagen Pastorin in Freistatt.

Freistatt – Nicht allein. Die beiden Worte tauchen wiederholt im Gespräch mit Silke van Doorn auf. 100 Tage ist sie jetzt Pastorin in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Freistatt. Damit geht es schon los, in Sachen nicht allein: „Gottesdienste funktionieren ja nicht, wenn sich allein der Pastor da hinstellt, sondern wenn da ein Team mitmacht.“

Wer sie ansprechen und Ideen einbringen möchte, ist herzlich eingeladen. Mehr Miteinander ist das Ziel, mehr Miteinander zwischen den einzelnen Bereichen, die Silke van Doorn Haus für Haus in Freistatt entdeckt.

100 Tage in Freistatt – kann sie ein erstes Fazit ziehen? „Es ist bunter und anstrengender, als gedacht. Anstrengender, weil die Strukturen unglaublich komplex sind.“ Die Arbeit als Pastorin in Freistatt umfasse nicht allein die klassische Kirchengemeinde, sondern auch die verschiedenen Bereiche von Bethel im Norden – samt einer umfangreichen Zahl an Unterabteilungen. Silke van Doorn wünscht sich ein Mehr an Miteinander der Bereiche, auch über Gottesdienste: Mitarbeitende dürften sich melden und sich einbringen in deren Ablauf. „Sprechen Sie mich ruhig an“, bittet die Pastorin.

Nicht allein die Pastorin sei für den Gemeindebrief zuständig, findet van Doorn. Mittlerweile habe sie drei Personen gewinnen können, die sich in der Gestaltung des Blattes engagieren. Nicht alle aus der klassischen Gemeinde Freistatt, sondern auch Personen, die über eines der Angebote von Bethel hierher gefunden haben. Das gefällt van Doorn: „Ich möchte mehr Themen und ganz Freistatt im Gemeindebrief haben.“ Also alle Einwohner ansprechen, auch jene, die vielleicht nicht dauerhaft hier wohnen (werden/wollen). Die Pastorin sieht sich dabei nicht als Konkurrenz zu den jeweiligen Fachkräften, aber durchaus als eine weitere Option, als Ansprechpartnerin, die zuhören und Orientierung bieten kann.

„Kirche kann auch anders sein“, sagt Silke van Doorn. Ob es der Kindergottesdienst ist, den sie nicht allein, sondern als Teil eines Teams mitgestaltet, oder der Gottesdienst gerade erst zum 100. Geburtstag von Sophie Scholl. An Rogate, das beten heiße und damit sehr gut zu Sophie Scholl passe, „die übrigens ganz viel gebetet hat“, sagt Silke van Doorn.

Was am Himmelfahrtstag sonst in Freistatt los ist, wird sie in diesem Jahr nicht erfahren: Das traditionelle Jahresfest fällt erneut aus. Ein (Open-Air-) Gottesdienst für maximal 50 Besucherinnen und Besucher ist jedoch geplant: Beginn ist um 10 Uhr vor der Moorkanzlei – die geltenden Auflagen (Abstand, FFP2- oder Medizinische Maske) sind einzuhalten.

In Vorbereitung sei ein weiterer Gottesdienst im Freien: Für den 4. Juni, um 17 Uhr vor dem „Stöberkästchen“ (die Teststation ist dann ab 16.30 Uhr geöffnet, der reguläre Gottesdienst am 30. Mai fällt aus). „Solche Gottesdienste hat es hier schon immer gegeben. Ich bin darauf aufmerksam gemacht worden, wurde gefragt und: Klar, mache ich solche Gottesdienste auch.“

Es ist dabei nicht so, dass sie die Moorkirche in ihrer modernen Architektur ablehnt. Keinesfalls: „Ich mag die gern. Sie könnte sogar noch lieber gehabt werden.“ Der Bereich drumherum wird demnächst bunter durch eine Wildblumenwiese. Rasen müsste aber noch bleiben. Etwa, um die Open-Air-Taufe, geplant für Pfingsten, zu feiern.

Die Moorkirche als Anlaufstelle – das gefällt Silke van Doorn. Nicht nur für sonntags und nicht nur für die Pastorin. Die sieht sich da nicht allein in der Verantwortung, sondern den gesamten Kirchenvorstand neben sich. Sie hofft darauf, dass weitere Ideen miteinander entwickelt werden können: Was ist wichtig? Was müssen wir verändern? Es gelte, alle Facetten, die Freistatt bietet, wahrzunehmen.

Durchaus sei es trotz der Pandemie möglich, in die Häuser zu gehen, strengste Maßnahmen gelte es einzuhalten. Vieles passiere draußen. Sind die Menschen zurückhaltender deshalb? „Nein, sie sind viel dankbarer und nicht so reserviert, wie sonst vielleicht.“ Und so freut sich Silke van Doorn auf einen weiteren speziellen Gottesdienst, der eine deutschlandweite Teilnahme ermöglicht, weil im Netz: Am 18. Juni wird der verstorbenen Wohnungslosen gedacht. Der Gottesdienst biete die Chance, in der Trauer um sie nicht allein sein zu müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Mann bedroht Frauen mit Schusswaffe – nach Stunden greift das SEK zu

Mann bedroht Frauen mit Schusswaffe – nach Stunden greift das SEK zu

Mann bedroht Frauen mit Schusswaffe – nach Stunden greift das SEK zu
Schwerer Zusammenprall auf der Bundesstraße 61 bei Heerde

Schwerer Zusammenprall auf der Bundesstraße 61 bei Heerde

Schwerer Zusammenprall auf der Bundesstraße 61 bei Heerde
Kater legt 250 Kilometer vom Harz nach Bassum zurück

Kater legt 250 Kilometer vom Harz nach Bassum zurück

Kater legt 250 Kilometer vom Harz nach Bassum zurück
Zirkusfamilie Köhler eröffnet Hüpfburgpark in Sulingen-Gaue zugunsten der Tiere

Zirkusfamilie Köhler eröffnet Hüpfburgpark in Sulingen-Gaue zugunsten der Tiere

Zirkusfamilie Köhler eröffnet Hüpfburgpark in Sulingen-Gaue zugunsten der Tiere

Kommentare