Bundestagskandidaten im Porträt

Axel Knoerig will im Wahlkampf „in die Tiefe gehen“

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Nah dran am eigenen Porträt: Axel Knoerig mit seinem Wahlkampf-Auto – ein Elektro-Mobil.

Kirchdorf - Von Anke Seidel. „Nah dran“ – das ist das Motto von Axel Knoerig. Seit acht Jahren ist er Bundestagsabgeordneter der CDU und vor allem zurzeit „nah dran“ an verschiedenen Berufsgruppen und Wählern. Denn Wiederwahl empfindet er nicht als Selbstverständlichkeit, selbst wenn Prognosen die Union zurzeit weit vorne sehen bei der Bundestagswahl.

„Das ist Wählerwille“, sagt er zu seinen Chancen auf Verlängerung seines Mandats in Berlin. „Ich fülle mein Amt aus und bin hoffnungsfroh“, fügt der 50-Jährige hinzu, der zurzeit von Wahlkampftermin zu Wahlkampftermin unterwegs ist.

Ob Wolf, Deregulierung im Bankenwesen, Verkehrs- oder Gesundheitspolitik: Mit Fachreferenten oder auch Spitzenkandidaten wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen an der Seite bedient Knoerig Interessensgruppe um Interessensgruppe – ein maßgeschneiderter Wahlkampf. „Das hat sich grundlegend geändert“, erinnert sich der gebürtige Bassumer daran, wie er mit 14 Jahren einst den Wahlkampf von Franz-Josef Strauß unterstützt hat. „Heute wollen die einzelnen Gruppen auf ihre Fragen dezidierte Antworten haben. Man muss in die Tiefe gehen.“

Er kennt die Sorgen an der Basis, ist als Mitglied im Kirchdorfer Samtgemeinderat und im Kreistag gut vernetzt. Zu den Milchbauern hatte er schon vor dem Wahlkampf den Kartellamts-Chef Andreas Münch eingeladen: „Da haben wir richtig was erreicht.“ Die Andienungspflicht an die Molkereien müsse geändert werden, „damit nicht diese Zwangsbilligpreise entstehen“. Handlungsgrundsatz müsse sein: „Faire Preise für Erzeuger.“

Breitband-Ausbau ist akutes Thema

Akut sei genauso der Breitband-Ausbau, sagt Knoerig: „Dazu habe ich Tausende von E-Mails bekommen.“ Aufgabe der Politik: Lösungen für die Zukunft finden. Das Thema Bildung hat dabei Schlüsselfunktion für den Kirchdorfer: „Bund und Länder sollten gemeinsam einen Digitalpakt schließen und insbesondere den Aus- und Umbau der Digitalisierung in den Berufsschulen vorantreiben.“ Weil der digitale Wandel die Wirtschaft rasant verändert, fordert Knoerig genauso eine Fort- und Weiterbildung aller betroffenen Arbeitnehmer. „Wie verändern sich durch Digitalisierung Arbeitsplätze? Welche Förderung brauchen Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz?“, benennt er zwei entscheidende Fragen. „Fortlaufende Qualifizierung ist wichtig – nicht erst, wenn jemand arbeitslos ist!“

Als stellvertretendes Mitglied des Bundestagsausschusses Bildung und Forschung ist dem 50-jährigen Kirchdorfer der Ausbau der Bildungslandschaft enorm wichtig. Die private Hochschule für Wirtschaft und Technik im Südkreis sei eine „Blaupause“ für den Nordkreis und die Logistik dort.

Impulse für die Wirtschaftsförderung

Als Mitglied des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie will er „Impulse für die Wirtschaftsförderung in die Region tragen“. Knoerig zeigt sich erleichtert, dass bei der Erdgasförderung ein Kompromiss zwischen Umwelt und Wirtschaft gelungen sei: „Die Arbeitsplätze in der Wirtschaft sind gesichert, aber auch elementare Kriterien für die Umwelt eingeführt.“

Und was ist wichtig für die Sicherung der Renten? Dafür sei die Betriebsrente eine tragende Säule, so der Unionspolitiker: „Jeder muss auch seine Eigenverantwortung erkennen.“ Bisher würde nur in 30 Prozent der mittelständischen Unternehmen im Landkreis eine Betriebsrente gezahlt – in den großen seien es mit 60 Prozent doppelt so viele. „Das müssen wir mit Fördermitteln auf hundert Prozent ausweiten“, so Knoerig. „Da muss ein Anreiz-System für Arbeitgeber geschaffen werden, über die Betriebsrente Fachkräfte zu binden“, lautet die Botschaft des Unionspolitikers, bevor er zum nächsten Termin aufbricht. Was macht Knoerig, wenn er keinen Wahlkampf macht? „Ich laufe gern – in der Kirch-

dorfer Heide“, antwortet der Abgeordnete. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Aber er engagiere sich auch gern als Vize-Vorsitzender des Kreissportbunds und Landesvorsitzender der Helfervereinigung im THW (Technisches Hilfswerk), fügt er hinzu.

Die Serie:

In unserer Serie „Kandidaten im Porträt“ stellen wir die sechs politischen Bewerber um ein Bundestagsmandat im Wahlkreis Diepholz/Nienburg I vor – in der Reihenfolge der Parteistimmen-Ergebnisse bei den Bundestagswahlen 2013, weil fünf von sechs Kandidaten neu sind. Im ersten Teil stellt sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig vor. Die CDU hatte 2013 in diesem Wahlkreis 37,51 Prozent der Parteistimmen geholt – das war damals der Spitzenplatz.

1. Axel Knoerig will im Wahlkampf „in die Tiefe gehen“

2. Tevfik Özkan setzt auf Gespräche mit Bürgern

3. Alexander Carapinha Hesse stellt Sicherheit in den Fokus

4. Klaus Schmelz sieht sich als kreativer Kämpfer an der Basis

5. Jürgen Abelmann ist Eisenbahnfan und will den kostenlosen Schulbus

6. Gerd Breternitz kritisiert erneuerbare Energien sowie das Steuerrecht

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