Seit 1986 „Chef“ der Gemeinde Bahrenborstel

Bürgermeister-Ära Heinz Albers endet

Bahrenborstels Bürgermeister Heinz Albers kandidiert nicht erneut bei der Kommunalwahl im September. - Foto: S. Wendt

Bahrenborstel - Heinz Albers findet, es ist an der Zeit. An der Zeit, die kommunalpolitische Arbeit in jüngere Hände zu legen. Die Verantwortung als Gemeindechef, der ein Bürgermeister ist, weiter zu reichen. Heinz Albers hat sich diese Überlegung nicht einfach gemacht.

Runde 70 Lenze im April geworden, ist der Bürgermeister fitter als mancher jüngere Bürger. Die Gesundheit habe keine Rolle gespielt, sagt Albers. Allerdings viele andere Kleinigkeiten. In der Summe führten sie zum Entschluss, am 11. September nicht erneut für ein Mandat zu kandidieren.

Albers schafft im zweiten Anlauf 1972 erstmals den Sprung in den Rat Bahrenborstel. Der politische Jungspund guckt auf zu den „Granden“, die damals die Geschicke führen. Als Schriftführer ausgewählt, ist er Teil des Interimsrats, der 1974 durch die Gemeindereform führt. Aus Holzhausen und Bahrenborstel wird eine Gemeinde. Auf dem Papier. Noch heute wird in den Ratssitzungen penibel darauf geachtet, dass beide Ortsteilen adäquat berücksichtigt werden... Albers findet, dass beide in den Jahren gut zusammengerückt sind.

Immer habe seine Familie ihn unterstützt – auf dem Land ist auch meist die Familie „Bürgermeister“, wird entsprechend angesprochen und behandelt, muss Anfragen entgegen nehmen. Und den Ehemann und Vater dann für zig Treffen und Termine „hergeben“. Unschöne Begleiterscheinung: strittige Themen, die an der Theke bei privaten Feiern „weiter erörtert“ werden. „So manches Mal bin ich dann nach einer Stunde lieber nach Hause gegangen“, sagt Albers. Viel lieber als an solche Ereignisse erinnert sich der 1986 erstmals zum Bürgermeister gewählte Politiker an die positiven Dinge. Der Turnhallenbau in Eigenregie der Bürger – das habe den Ort zusammengebracht. Nicht verhehlen mag Albers die Enttäuschung über den Abzug der Grundschule, doch: „Wir haben jetzt eine schicke Nachfolgelösung.“ Man habe das Areal als Mittelpunkt des Ortes gestärkt (wir berichteten). Die Jubiläumsfeiern in Holzhausen und Bahrenborstel sowie das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager hätten Bürger und Gäste gleichermaßen positiv in Erinnerung. Die Gemeinde stehe auf finanziell gesunden Füßen, sagt Albers, wohlwissend, dass das nicht immer so war. Für den Bürgermeister ist die Gemeinde ein Ort, der sehr lebenswert ist – einer, in dem neu Zugezogene offen in die Gemeinschaft einbezogen werden. Ein Ort mit vielen Angeboten – und Wohnqualität. Aber auch ein Ort, der sich im Wandel befindet. Die früher allgegenwärtige Landwirtschaft ist heute nur noch Metier weniger. Was tun mit Flächen und Wegen? Eine Flurbereinigung wäre eine Option.

Auf den Weg gebracht werden soll noch bis September die Beteiligung der Gemeinde an der umfassenden Sanierung des Clubhauses des TSV Holzhausen-Bahrenborstel.

Der ehemalige Geschäftsstellenleiter der Kreissparkasse ist seit Jahren bereits pensioniert, zusammen mit Ehefrau Karin gehört er seit jeher zu den Vielreisenden. Besteht dennoch Fernweh? „Och ja, eine mehrwöchige Tour mit dem Wohnmobil durch Norwegen...“, nennt Albers einen Wunsch. So manche Ratssitzung will er auch nach dem 11. September besuchen. Sei sein Rat gefragt, wolle er ihn gerne geben. Einige jüngere Bürger habe die Entscheidung überrascht: „Mensch, so lange ich denken kann, ist Heinz Albers Bürgermeister...“ habe er manches Mal zu hören bekommen. Die Gemeinde Bahrenborstel muss sich nach der nächsten Wahl wohl an einen neuen Namen gewöhnen. - sis

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