Eröffnung nach den Osterferien

Bio-Dorfladen statt Schweinestall: Familie Balzer / Kleinewegen mit neuem Standbein auf altem Hof in Strange

Pony Kim guckt durch die große Schiebetür in den neuen Bio-Dorfladen: Nicht nur Möhren und Äpfel fehlen noch.
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Pony Kim guckt durch die große Schiebetür in den neuen Bio-Dorfladen: Nicht nur Möhren und Äpfel fehlen noch.

Wehrbleck – Dass Pony Kim den Kopf in den Raum steckt, in dem bald ein Bio-Dorfladen eröffnet werden soll, passt ins Bild. „Acht Eichen“ heißt der ehemalige Hof der Familie Höfener im Wehrblecker Ortsteil Strange, auf dem sich Eva Balzer und Bastian Kleinewegen seit gut sechs Jahren ein lebendiges Idyll aufbauen, das Raum gibt für ein offenes Miteinander von Mensch, Tier und Natur. Ein Blick auf die verschiedenen Bausteine des Hofes.

Die beiden Führungskräfte mit Wohnsitz in Düsseldorf sind beruflich erfolgreich und weltweit vernetzt, als dennoch irgendwann der Wunsch nach Veränderung auftaucht. Nördlich von Düsseldorf sollte er sein, der neue Wohnort. Ländlich. Ein Zufall führt nach Wehrbleck und auf den alten Hof Strange Nummer 1.

Es sind deutlich mehr Bäume auf dem Areal, als jene acht Eichen. Und aus dem Paar ist vor sieben Jahren mit der Geburt der gemeinsamen Tochter eine Familie geworden. Die ergänzt wird um jetzt zehn Pferde, geritten hat Eva Balzer schon früher. Nun aber hat das Paar ausreichend Platz für Tiere mit „Rentenbescheid“. Ebenso für zwei Hunde. Katzen. Vier Laufenten. Drei Esel. Das klingt wie... „Nein, wir sind kein Gnadenhof“, stellt Tierfreundin Eva Balzer kategorisch fest. Nach sechs Jahren auf dem Hof weiß das Paar genau, was es selbst leisten kann (und will). Und was als Auftrag rausgeht. Derzeit sind Aufträge draußen, um Arbeiten rund um ein neues Standbein abzuschließen.

Eva Balzer und Bastian Kleinewegen in der Tür, die künftig in den neuen Bio-Dorfladen führt.

Das Wohnhaus ist wohnlich. Der Schweinestall zum Teil eine Ferienwohnung mit alten Elementen, die umso prägnanter herausstechen, weil moderner Chic ihn komplementiert. Das Backhaus bietet eine weitere Chance auf Urlaub in ländlicher Idylle. „Es sind elf Gebäude insgesamt und wir wollen sie alle herrichten“, erklärt Bastian Kleinewegen. Kontakt mit der Familie, die einst hier Generation für Generation Geschichte lebte, besteht und soll, nach Corona, ausgebaut werden.

Überhaupt, Kontakte: Das Paar aus der Großstadt lebt hier nicht einen übergestülpten Traum fern jeder Realität. „Es ist schön hier“, sagen beide. Man sei schnell in der Stadt, es gebe gesunde Mittelständler, gute Schulen, kurz: „Das ist eine attraktive Region.“ Wohnen mittendrin und dennoch seinen eigenen Weg gehen: Kleinewegen engagiert sich kommunalpolitisch, Balzer an der Schule der Tochter. Nachbarschaftliche Zusammenarbeit und Freundschaften werden gepflegt.

Das Paar ist sich der Umgebung, in der es lebt, bewusst – ohne auf seine Ideale zu verzichten. Da bekommen die Tiere eine Wertschätzung, die Eva Balzer wichtig ist. Beide bieten Seminare und Workshops an und geben mit den Themen den Menschen, die sie besuchen, die Chance, wieder ihre Mitte zu finden. Coaching für Führungskräfte etwa, samt Auszeiten, um Blick und Gedanken in weite Landschaft schweifen zu lassen. Global sind solche Orte gesucht: Oasen, auf denen das tägliche Hamsterrad keinen Zutritt hat, sondern Platz ist für Schönes.

„Schönes für Körper und Seele“ soll nach den Osterferien hier zu finden sein.

Nach Haus und Ferienwohnungen sind in der Verlängerung des Schweinestalls künftig 65 Quadratmeter reserviert für einen Bio-Dorfladen. Ist das der Pandemie geschuldet? „Nein, das stand schon vorher fest. Es ist nicht aus der Not geboren, sondern Teil des Gesamtkonzeptes“, erklärt Eva Balzer. Wegen regionaler Produkte sind Balzer und Kleinewegen mit hiesigen Produzenten in Kontakt. Das Geschäft solle eine Plattform bieten, auch für den Fall, wenn mal ein wenig mehr produziert wurde, „dann können wir hier den Überschuss anbieten“, sagt Balzer. Oder Kunsthandwerk. Mit Kreide steht auf den noch gänzlich unverputzten Steinen geschrieben, was wo hin soll. Hier Tiefkühlware, dort „Schönes für Körper und Seele“. Ätherische Öle und gute Weine soll es hier ebenso geben. Die Basis liefere Biogroßhändler „Kornkraft“, samt Produkten der heimischen Marken Lebensbaum und Allos. „Wertiges, mit Herzblut und Liebe gemacht, für solche Produkte möchten wir unseren Laden öffnen“, lädt Eva Balzer ein, den Kontakt zu suchen (www.acht-eichen.de).

Geöffnet werden soll nach den Osterferien, mittwochs bis samstags. Auf Dauer soll ein Arbeitsplatz im Bio-Dorfladen geschaffen werden, damit Balzer/Kleinewegen Zeit für Familie und neue Projekte bleibt. Dann ist auch der Parkplatz hergerichtet, der erreicht wird durch die neue Zufahrt von der Stranger Straße. Das gibt den Gästen der Seminare, Workshops und Ferienwohnungen sowie den Tieren weiterhin das, was sie hier suchen: Ruhe.

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