Bilanz für 2014: Viehvermarktung Große Aue-Hunte setzt 440000 Tiere um

Fleischkonsum rückläufig

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Geschäftsführer Florian Warkentin.

Varrel - Die Viehvermarktungsgenossenschaft Große Aue-Hunte setzte im Geschäftsjahr 2014 insgesamt 3430 Rinder und 250088 Schweine um. Geschäftsführer Florian Warkentin sprach bei der Generalversammlung am Mittwochabend von einem Gesamtumsatz in Höhe von 40,588 Millionen Euro. Die Stückzahlen konnten im Vergleich zum Vorjahr um 15,5 Prozent gesteigert werden.

Im Nutzviehbereich war der Umsatz rückläufig. Er belief sich auf 12,578 Millionen Euro: 4773 Rinder und Kälber, 177 Sauen und Eber sowie 181365 Ferkel und Läufer wurden 2014 über die Genossenschaft veräußert. Angesichts des Gesamtumsatzes von 439833 Tieren zu 53,166 Millionen Euro zog Warkentin eine insgesamt erfreuliche Bilanz, seine Prognose für das laufende Jahr ist ebenfalls positiv.

Laut vorläufiger Erhebung des Statistischen Bundesamtes kann sich der Schweinebestand auf dem Niveau des Vorjahres behaupten. Während der Mastschweinebestand ausgebaut wurde, ist die Zahl der Zuchtsauen im Vergleichszeitraum um 2,5 Prozent gesunken. Aufgrund der verschärften Anforderungen an die Haltung und einer längerfristig schwierigen wirtschaftlichen Situation ging die Zahl der Betriebe um 4,4 Prozent zurück. Die Folge: Schweine werden in Deutschland in immer größeren Beständen gehalten. Diese Tendenz setzt sich in der Schlachtbranche fort: Die zehn größten Unternehmen schlachteten 2014 rund drei Viertel aller Schweine in Deutschland. Durch gestiegene Futterkosten und zeitgleich gesunkene Schlachterlöse ist die Wirtschaftlichkeit der Schweinemast rückläufig. Unter Einbeziehung aller Kosten übersteigen die Aufwendungen die Erlöse. Auch die Ferkelerzeuger haben es schwer, sich am Markt zu behaupten: Die Kosten für Personal und Stallplatz werden kaum noch erwirtschaftet.

Der Strukturwandel ist in der Sauenhaltung am stärksten ausgeprägt. „Innerhalb eines Jahres gaben deutschlandweit 600 Sauenhalter auf“, erklärte Warkentin. Unter den aktuellen Bedingungen ist es auch für Betriebe mit überdurchschnittlichen Leistungen schwierig, am Markt zu bestehen. Laut Statistischem Bundesamt werden in Deutschland rund 12,7 Millionen Rinder gehalten. Ihre Zahl blieb stabil, die Halterzahl ging erneut leicht zurück. Mit einem Minus von 2,3 Prozent wurden aktuell 151400 rinderhaltende Betriebe erfasst. Der Fleischkonsum in Deutschland ist seit 2011 rückläufig. Warkentin: „Während die Nachfrage nach Schweinefleisch stetig sinkt, kann sich Rindfleisch in der Gunst der Verbraucher behaupten.“

Die Mitglieder entlasteten Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig. Bei den turnusgemäßen Wahlen erhielt Aufsichtsratsmitglied Jürgen Seidel ihr uneingeschränktes Vertrauen.

Im Anschluss an die Versammlung beleuchtete Referent Dr. Heinz Schweer, Direktor Landwirtschaft (Deutschland) Vion Food, „Die Märkte von Rind -und Schweinefleisch und die gesellschaftlichen Herausforderungen am Beispiel Tierwohl.“

mks

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