Bethel im Norden: Wilhelm Köster in den Ruhestand verabschiedet

Der Meister geht

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Kani Alavi, Luise Turowski, Wilhelm und Heike Köster sowie Karl Kämper gucken in die prall gefüllte Kiste an „Erinnerungen und Geschichten“ aus Kösters Berufsleben (v.l.). Foto. S. Wendt

Freistatt - Was wird Wilhelm Köster ohne die Malerwerkstatt Freistatt tun? Das ist die eine Frage. Was aber wird Bethel Norden tun, ohne Wilhelm Köster? In den „Ruhestand“ verabschiedet wurde am Dienstag Wilhelm Köster, der Mann mit dem markanten Bart. Und einem Charakter, der in Erinnerung bleibt, wie der ehemalige Anstaltsleiter Karl Kämper bestätigte.

Köster selbst ist kein Mann der langen Reden, keiner, der im Mittelpunkt stehen möchte. Aber wenn man so engagiert ist, dann passiert das eben häufiger.

In den zurückliegenden vierundvierzigeinhalb Jahren als Geselle, Malermeister, Betriebsleiter, Lehrkraft, Oberinnungsmeister, Prüfer im Malerhandhandwerk, Sicherheitsbeauftragter, Gründer des Malermuseums hat er beruflich immer „Farbe bekannt“. Eigentlich wollte er ja Tischler werden, Vater Köster aber, Maler, hat den Sohn dann überzeugen können.

Wilhelm Köster beginnt am 12. Oktober 1971 als Geselle in der damaligen „Mooranstreicherei“ in Freistatt, Monatslohn: 406,90 DM, wie der Zettel im Fotoalbum der Kollegen und Weggefährten belegt. Damals mit schwarzem Bart und Hut, wie Hoss aus der TV Serie „Bonanza“ sah das Äußere nicht so verlässlich aus, wie sich der Mensch Köster letztlich beweisen sollte.

Die Zahl der, mitunter weit gereisten, Gratulanten zur Abschiedsfeier zeigt, wieviel Eindruck Köster bei ihnen hinterlassen hat.

Ein Meister seines Berufes, verstand es Köster immer wieder Veränderungen und Umbrüche mit zu gestalten, den Weg zu bereiten, Kontakte und Verbindungen zu knüpfen, wie Geschäftsführerin Luise Turoswki anerkennend erinnerte. Viel erlebt habe Köster, es gäbe Stoff für zig Geschichten: „Ich kenne keinen, der so fesselnd erzählen kann.“ Bethel im Norden verdanke Wilhelm Köster viel.

Der Neu-Ruheständler habe sich immer für junge Menschen engagiert, immer ein gutes Maß gehabt mit den Jugendlichen. Sein sorgfältiger Umgang mit Ressourcen, die Verbundenheit mit Freistatt: Köster habe immer mit Herzblut gewirkt. „Wir werden seine pragmatische Art vermissen, Lösungen anzustreben“, sagte Luise Turowski. Als Geschenk wird nun ein Projekt realisiert: 2013 bemalten Förderschüler eine Mauer am Malermuseum, verknüpften Kunst und Politik, zusammen mit Kani Alavi. Der Leiter der Berliner East Side Gallery ist ein Freund geworden, am Dienstag ist er der Überraschungsgast, denn die Förderschüler werden nun eine Reise nach Berlin antreten, Alavi und die Galerie besuchen. Turowski dankte persönlich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

„Entweder haste ’n Händchen oder nicht“: Etwas flapsig formulierte es Karl Kämper, nahm mit auf eine amüsante Zeitreise. Der ehemalige Leiter der Diakonie Freistatt erinnerte in launiger Manier an Weggefährten – immer im Blick: Das Loblied auf die Persönlichkeit Kösters, der ehemals Nachbar der Familie Kämper war.

Bei Kaffee und Kuchen bieb Zeit für persönliche Worte an Wilhelm Köster und Ehefrau Heike.

sis

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