Baubeginn im September

Vermilion plant Bohrplatzherrichtung bis Dezember

Dr. Jürgen Rückheim, Sandra Finger, Govert Klop, Andreas Boy, Henning Banthien (sitzend), Martin Hohnhorst und Axel Kellner (von links) stellten sich den Fragen beim zweiten Bürgerforum der Firma Vermilion im Gasthaus Hespenheide in Bahrenborstel. - Foto: S. Wendt
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Dr. Jürgen Rückheim, Sandra Finger, Govert Klop, Andreas Boy, Henning Banthien (sitzend), Martin Hohnhorst und Axel Kellner (von links) stellten sich den Fragen beim zweiten Bürgerforum der Firma Vermilion im Gasthaus Hespenheide in Bahrenborstel.

Bahrenborstel - Zweites Bürgerforum zur Erkundungsbohrung zu einer Erdgaslagerstätte im Gebiet der Gemeinde Bahrenborstel durch die Firma Vermilion Energy in Bahrenborstel. Interessierte Bürger aus der Gemeinde und aktive Umweltschützer aus Orten, die sie nicht nennen mögen. Ihre Fragen zielen auf Details rund um Bohrungen, Lagerstättenwasser, Grundwasserentnahme, Sauergasgefahren – bis einem Bürger der Kragen platzt: „100-prozentige Sicherheit gibt es nicht.“

Die Vertreter der Firma Vermilion sind professionell – sowohl, was das Fachwissen angeht, also auch in der Beantwortung der Fragen. Sie beschönigen Tatsachen nicht, setzen sie in einen Kontext. Etwa: Es wird nachgefragt, ob für die Arbeiten Trinkwasser verbraucht wird.

Axel Kellners (Geologe) Antwort: „Ja. Wir nutzen jedoch einen vorhandenen Brunnen, entnehmen das Wasser aus einer großen Tiefe. Und das ist hier dann so mineralisch, nicht unbedingt Trinkwasser geeignet.“ Für die gesamten Arbeiten sei ein Verbrauch von etwa 6 000 Kubikmeter Wasser eingeplant.

Martin Hohnhorst, HSE-Berater (Sicherheitsberater), ergänzt Nachfragen zu vorbeugenden Maßnahmen, die die Firma treffe, in Bezug auf Schadstoffe. Nach seinen Angaben werde der Bohrplatz wasserdicht gebaut und Wasser, das Schadstoffe enthalte, über Entsorgungsfachbetriebe entsorgt. Grundsätzlich würden ständig Messungen durchgeführt. Nicht nur wegen der Schadstoffe im Wasser, sondern auch bezüglich Austrittes von Gas an der Bohrstelle, bezüglich der Licht- und Lärmbelästigung rund um den Bohrplatz. Hohnhorst kümmert sich zudem um die umfangreichen Vorgaben an Sicherheitsanforderungen, die generell an die Arbeitsplätze gestellt sind.

Dr. Jürgen Rückheim als Vertreter der Vermilion-Geschäftsführung lässt die Fachleute für ihre Bereiche sprechen. Er greift ein, um nach Fragen aus dem Plenum zurückzufragen: „Wieso sollen wir das Gas nicht fördern, wenn wir es sicher produzieren können – und vor Ort?“ Er wolle jetzt nicht einsteigen in die große politische Diskussion über Gaslieferungen aus Norwegen, Russland oder Holland. Letztere werde übrigens demnächst enden. Die Förderabgabe sei an das Land zu zahlen, so sehen es die Bestimmungen vor. Wohl aber laufen derzeit Ausschreibungen und man wolle Fachfirmen aus der Region einsetzen, wo das möglich sei.

Generell wolle die Firma auch künftig transparent über das Vorgehen informieren. Zurzeit befinde man sich in der Genehmigungsphase für die Sonderbetriebspläne Bohrplatzbau und Bohrung. Man rechne mit der Erstellung des Bohrplatzes im September, inklusive Aufbau des Bohrturms. Von Januar bis März werde gebohrt. Bei Erfolg werde die Stätte an de Förderfirma (Exxon Mobil) übergeben. Und wenn nichts gefunden wird? Dann werde zurückgebaut. Die Anfahrt zum Bohrplatz erfolge über die Landesstraße 349, den Jägerweg und die Straße „An der Landriede“. Der Jägerweg werde an beiden Seiten um je 50 Zentimeter verbreitert, durch Schotter, Ausweichstellen werden neu eingerichtet und die Kreuzung Jägerweg / An der Landriede asphaltiert. Das Verkehrskonzept erläuterte Projektleiter Andreas Boy, ebenso das Verkehrsaufkommen. In Spitzenzeiten, im Oktober, werden im Durchschnitt bis zu 50 Lkw pro Woche erwartet. Details rund um die Bohrung, etwa zum Stahl der Rohre oder zum Zement, der im Bohrloch verarbeitet wird, gab Bohrbetriebsleiter Govert Klop.

Fragen können fortlaufend gestellt werden, lädt Kommunikationschefin Sandra Finger ein, online mit der Firma in Kontakt zu treten. sis

www.vermilion-im-dialog.de

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