Polit-Prominenz bei „erstem Spatenstich“ für 8,7 Millionen Euro teures Bauwerk

Baubeginn für Ortsumgehung Barenburg

Der symbolische Spatenstich (v.l.): Uwe Schindler, Heinrich Kammacher, Barenburgs Bürgermeister André Meyer, Axel Knoerig, Enak Ferlemann, Wolfgang Piroutek (Leiter Kompetenzcenter Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr) und Christoph Wilk.

Barenburg - Von Sylvia Wendt. Seit dem 1. Juni laufen die Arbeiten an der Ortsumgehung Barenburg. Seit Montagvormittag auch ganz offiziell: Zum sogenannten „ersten Spatenstich“ versammelten sich Offizielle an dem Ort, an dem in gut einem Jahr die Brücke über die Große Aue führen wird, an dem in gut zwei Jahren der Verkehr über die dann fertige Ortsumgehung Barenburg im Zuge der B 61 fließt.

Tatsächlich sei ein solcher Spatenstich etwas Besonderes, kommentiert Uwe Schindler, Leitender Baudirektor der Niedersächischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsstelle Nienburg. Über Jahre hätten sich die Arbeiten im Kämmerchen hingezogen. Jetzt sei man vor Ort. Der Spatenstich als Fototermin dient nicht als echte Vorarbeit: Dann hätten die offiziellen Gäste acht bis zehn Meter tief buddeln müssen, für die Gründungspfähle auf der Nordseite der Brücke. Laut Schindler soll die Ortsumgehung in gut zwei Jahren fertiggestellt sein.

Die Brücke über die Große Aue wird zuerst gebaut.

Wie man die Ortsumgehung, insbesondere die Finanzierung im Verkehrswegeplan des Bundes, sicherstellen kann, erklärte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitable Infrastruktur. Zwei Mal reiste der CDU-Politiker in den Flecken, beide Ortstermine blieben im Gedächtnis – Ferlemann erinnert sich an die 40-Tonner, die täglich durch den Ort rauschen. „Da wäre ich vier bis fünf Mal fast umgenagelt worden. Das hat mich überzeugt: Hier muss eine Ortsumgehung hin.“ Für Ferlemann bedeutet die Ortsumgehung ein Stück Lebensqualität, die man dem Ort und seinen Menschen zurückgebe. Doch es war nicht der Stammtisch, wie Ferlemann vermutete, sondern das klar strukturierte Flurbereinigungsverfahren, das unter der Federführung des Amtes für Landentwicklung und des Arbeitskreises der Unternehmensflurbereingung durchgeführt wurde, das, im Wortsinn, den Boden bereitete: Flächentausch der Grundstückseigentümer, neue Straßenführung, wo sinnvoll und notwendig. Noch sind diese Arbeiten nicht abgeschlossen. „Wir hoffen, dass wir nach Fertigstellung der Ortsumgehung Anfang 2019 den Flurbereinigungsplan abschließend aufstellen können“, sagt Martina Thiesing vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (Geschäftsstelle Sulingen).

Montagmorgen, Termin auf dem Land: Nichts Alltägliches auch für Dr. Christoph Wilk, Ministerialdirigent im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Aber ein Termin, der deutlich mache, wie wichtig der Infrastrukturausbau sei: Ob Sanierung oder Neubau, wie in Barenburg: Die Baumaßnahme bedeute mehr Lebensqualität, weniger Lärmbelästigung für die Bürger und ermögliche den Pendlern einen schnelleren Weg zur Arbeit. Dass Niedersachsen das Gros der finanziellen Mittel für Verkehrsbauprojekte erhalten habe, sei nur passend. Laut Wilk habe das Land acht Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 zu verbauen, zehn Millionen pro Woche. Für die 3,22 Kilometer lange Ortsumgehung Bahrenburg wurden Kosten in Höhe von 8,704 Millionen Euro errechnet.

Bundestagsabgeordneter Axel Knoerig erinnerte daran, dass in dieses Projekt viel Herzblut geflossen sei, die Ortsumgehung bedeute auch Veränderung für das Dorf. Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher erinnerte daran, dass sich die gesamte Region eingebracht habe, mit den Bürgern. Entscheidendes Kriterium sei die Beharrlichkeit gewesen, sich immer wieder für das Projekt einzusetzen. Als Begleitung für die Umstrukturierung des Dorflebens wichtig sei die Dorferneuerung.

Lesen Sie auch:

- Infos zum Bau der Ortsumgehung

Mehr zum Thema:

Trump stößt G7 in eine tiefe Krise

Trump stößt G7 in eine tiefe Krise

Piazzetta 2017 - Kunst bei bestem Sommerwetter

Piazzetta 2017 - Kunst bei bestem Sommerwetter

„Stelle di Notte“ an der Bassumer Freudenburg

„Stelle di Notte“ an der Bassumer Freudenburg

Open-Air-Sommerfestival am Weichelsee

Open-Air-Sommerfestival am Weichelsee

Meistgelesene Artikel

Feuer zerstört Schuppen in Bassum

Feuer zerstört Schuppen in Bassum

Freistatt feiert Jahresfest – und 150 Jahre Bethel

Freistatt feiert Jahresfest – und 150 Jahre Bethel

Landarztpraxis in Twistringen droht die Insolvenz

Landarztpraxis in Twistringen droht die Insolvenz

Seit Wochen Ebbe im eigenen Postkasten

Seit Wochen Ebbe im eigenen Postkasten

Kommentare