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Millionenprojekt nimmt Formen an

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Von: Sylvia Wendt

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Bauherr Hans-Joachim Marhold mit einer Draufsicht der Pläne vor dem „Fritz“ in Barenburg.
Bauherr Hans-Joachim Marhold mit einer Draufsicht der Pläne vor dem „Fritz“ in Barenburg. © S. Wendt

Barenburg – „Nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht“, fasst Hans-Joachim Marhold, Bauunternehmer aus Steyerberg, das Ergebnis der Bodenproben rund um das „Fritz“ in Barenburg zusammen. Hinter und neben dem ehemaligen Einkaufszentrum sollen Wohneinheiten entstehen, das runde Gebäude selbst soll umgebaut werden. Und ob der Boden die Wohnbaupläne überhaupt tragen kann, sollte die Analyse des Untergrundes klären.

„Es müssen keine Pfähle in den Boden gerammt werden, aber wir müssen den Boden anpassen.“ Wie genau, das tüfteln derzeit der Bodengutachter und der Statiker aus. Denn: Die eigentlichen Bauplanungen sind soweit abgeschlossen, der Bauantrag ist gestellt.

Nun heißt es: abwarten – und Gespräche führen. Für die Wohneinheiten liegen bereits erste Anfragen vor. Marhold winkt aber ab: Das ist eigentlich einer der Schritte, die später erfolgen sollen, wenn auf dem Grundstück mehr Haus gewachsen ist.

Entwässerung ist ein Thema

Momentan wird auch die Oberflächenentwässerung genauestens geplant. Da gebe es genaue Vorgaben seitens des Landkreises. „Und die will ich natürlich einhalten“, verspricht Marhold. Bislang sind eine genau bemessene Einleitung in den Regenwasserkanal, eine ebenfalls bemessene Einleitung in den angrenzenden Graben und eine Versickerung auf dem Gelände geplant.

Zwei neue Gebäude flankieren das „Fritz“.
Zwei neue Gebäude flankieren das „Fritz“. © -

Marhold tüftelt auch mit den Energiefachleuten: Fotovoltaik ist geplant – und eine energetische Versorgung, losgelöst von fossilen Brennstoffen. „Fragen Sie mich jetzt aber nicht genau, denn das kann ich aktuell noch nicht erklären“, bittet Marhold um Aufschub für Detail-Infos. Er verspricht den künftigen Mietern geringe Nebenkosten. Erreichen würde Marhold gerne einen KW-40-Standard.

Entgegen der ursprünglichen Planung, die im Westen des Grundstückes einen einzigen, lang gezogenen Wohnblock vorsah, sind es nun zwei getrennte Wohnbereiche: Im Süden, parallel zum Verlauf der Großen Aue, entsteht ein zweites Haus. Insgesamt sind in beiden Häusern 56 Wohneinheiten eingeplant. Im südlichen Komplex sind zwölf der Einheiten als gemeinschaftliches Areal konzipiert: Wohneinheiten zwischen 33 und 57 Quadratmetern für Alleinstehende und Paare, mit Gemeinschaftsraum und Küche sowie zubuchbaren Betreuungsleistungen. Die anderen Wohneinheiten sind zwischen 33 und 55 Quadratmeter groß – alles barrierefrei.

Ein Blick von Westen auf einen der Häuserkomplexe in Barenburg.
Ein Blick von Westen auf einen der Häuserkomplexe in Barenburg. © -

80 Parkplätze seien eingeplant auf dem Gelände. Die Zeichnungen lassen Fahrradständer, Mülltonnenbereiche, Ladestationen für Autos und E-Bikes nicht erkennen – alles sei aber Bestandteil der Planungen. In der Konstruktion des Daches der Neubauten sei die des „Fritz“ wiederzuerkennen, betont Hans-Joachim Marhold.

Dem Ursprungsgebäude, dem „Fritz“ (erbaut vom verstorbenen Fritz Weber aus Barenburg), möchte Hans-Joachim Marhold wieder Leben einhauchen. Die Idee ist aber nicht, einfach etwas von außen über den Flecken Barenburg zu stülpen, sondern Bürgern und Gästen am Standort in der Ortsmitte neben den Wohneinheiten einen Treffpunkt zu schaffen.

In den Plänen für das Fritz „gesetzt“ sei das Café an der bisherigen Stelle – erweitert um weitere Räumlichkeiten, die vordem eine Fleischerei beherbergten. Brötchen zum Frühstück, mittags was frisches Regionales, Kaffee und Kuchen: Hierfür gebe es bereits erste Gespräche mit einem Anbieter. „Gesetzt“ ist auch ein Büro für die Verwaltung vor Ort.

Marhold möchte einer vielfältigen Klientel einen Grund geben, hier vorbeizuschauen. Allen voran den Barenburgern. Für die weitere Nutzung der Fläche hat Hans-Joachim Marhold Ideen und Wünsche. Denkbar wären etwa Gesundheits-Dienstleitungen wie Sportstudio, Physiotherapie – und eine Landarztpraxis.

Neues Leben soll dem Rundbau eingehaucht werden.
Neues Leben soll dem Rundbau eingehaucht werden. © -

Umbauten werde es demnach im Inneren des „Fritz“ sicherlich geben. Interessenten können sich dazu gerne melden – um die Bauarbeiten passgenau und wunschgemäß durchführen zu können sowie zu prüfen, ob der Interessent noch eine Förderkulisse nutzen könnte.

Wie es weitergeht, hänge von der Genehmigung ab. „Ein Wunschtraum wäre ein Baustart im Frühjahr, dann könnten wir im Herbst 2023 fertig sein“, sagt Hans-Jürgen Marhold.

Was kostet ihn das Projekt eigentlich? „Ja..., so acht bis neun Millionen etwa. Bei den Preissteigerungen im Baugewerbe lässt sich das nicht genau beziffern.“

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