Laut „Exxon“ circa 3 500 Quadratmeter Acker betroffen

Leitungsleck in Barenburg: Belasteter Boden wird entfernt

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Das Leck ist vorläufig abgedichtet, die Leitung wird laut Hans-Hermann Nack voraussichtlich in der kommenden Woche endgültig instandgesetzt. Das Ausheben des kontaminierten Ackerbodens und das anschließende Verfüllen könne wahrscheinlich im Laufe des Donnerstags abgeschlossen werden.

Barenburg - Statt eines Traktors oder Mähdreschers ist am Mittwoch ein Bagger auf einem Getreidefeld im Einsatz, das in Sichtweite des Betriebsgeländes Barenburg der „ExxonMobil Production“ am Schlaher Damm liegt: Seit anderthalb Wochen wird hier das Erdreich, das durch die Leckage an einer Leitung am Abend des 29. Juni kontaminiert wurde, abgetragen und durch Füll- und Mutterboden ersetzt, erläutert Unternehmenssprecher Hans-Hermann Nack.

Wie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mitgeteilt hatte, hatte die „Exxon“ die Leitung unverzüglich außer Betrieb genommen und noch in der Nacht in einem ersten Schritt mit einem Saugwagen rund drei Kubikmeter Schlamm abgesaugt (wir berichteten). Allerdings war entgegen der Angaben des LBEG kein Lagerstättenwasser ausgetreten, erklärt Hans-Hermann Nack: „Es handelt sich um Salzwasser mit einem Anteil von Rohöl. Wir injizieren bei der Produktion das Wasser, um Überdruck in der Lagerstätte zu erhalten und das Öl sozusagen vor uns her zu treiben.“ 

Lagerstättenwasser, so definiert es das LBEG auf seiner Homepage, sei ein natürlicher Bestandteil in Erdgas- und Erdöllagerstätten, bestehe aus Wasser, gelösten Salzen und Kohlenwasserstoffen, könne je nach Lagerstätte auch geringe Mengen an Schwermetallen oder natürliche radioaktive Stoffe enthalten.

Erste Schätzungen gingen von bis zu einem Hektar an Ackerfläche aus, die von der der Havarie betroffen sein könnte. „Wie sich gezeigt hat, geht es um etwa ein Drittel dieser Fläche, circa 3 500 Quadratmeter“, teilt der Unternehmenssprecher mit. Die Leckage ist vorläufig abgedichtet, die Leitung, die in einer Tiefe von etwa 1,70 Metern verläuft, wird laut Hans-Hermann Nack voraussichtlich in der kommenden Woche endgültig instandgesetzt. Das Ausheben des kontaminierten Ackerbodens, in der Regel bis zu einer Tiefe von zehn bis 15 Zentimetern, und das anschließende Verfüllen könne wahrscheinlich im Laufe des Donnerstags abgeschlossen werden.

Aushub landet in Containern

 „Wo und in welcher Tiefe der Aushub erfolgt, ergibt sich aus der Beprobung, dabei wird abschnittsweise vorgegangen. Die Baustelle wird gutachterlich begleitet, der Sachverständige stellt am Ende auch den Sanierungserfolg fest, der dann dem LEBG gemeldet.“ Was passiert mit dem kontaminierten Bodenaushub? „Der kommt in Container, wird abtransportiert und je nach Belastungsgrad entsorgt.“ Also verbrannt? „Nein, gereinigt, unter anderem mit einem mikrobiologischen Verfahren, da kommen Bakterien zum Einsatz.“

„ExxonMobil“ fördert nach Unternehmensangaben im Raum Barenburg seit über 60 Jahren Erdöl aus derzeit circa 140 Förderbohrungen. Seit Beginn der Förderung seien etwa 20 Millionen Tonnen Erdöl produziert worden. 

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