Themenabend der Heimatvereine Bahrenborstel und Holzhausen ist für den 10. Juni in „Ela’s Hofcafé“ geplant

Infos über Heuerlingsfrauen und -kinder fehlen

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Das ehemalige Heuerlingshaus Plenge, Haus Nummer 15 in Holzhausen, im Jahr 1948.

Bahrenborstel/Holzh. - „Das Heuerlingswesen in unseren Dörfern“ – Thema in den Heimatvereinen „op den Borne“ Bahrenborstel und Holzhausen, die in gemeinsamen Treffen die Geschichte aufarbeiten. Wie berichtet, ist das Thema kreisweit über den Kreisheimatbund aktuell „in Mache“. Für den kommenden Mittwoch, 10. Juni, laden die Heimatvereine Bahrenborstel und Holzhausen zum Treffen um 19.30 Uhr in „Ela’s Hofcafé“ ein.

„Die Menschen, die das Heuerlingswesen noch erlebt haben, stehen ja mittlerweile im Rentenalter und damit droht das Wissen über diese soziale Schicht unterzugehen“, bittet Samtgemeindearchivarin Irmgard Krebs um Infos, Material – und gerne auch Teilnahme an den Treffen, um mündlich das Erlebte zu überliefern. Krebs erklärt den Begriff: „Unter ‚Heuer‘ versteht man Miete oder Pacht. Das Wort übertrug sich auf die Personen, die diese Heuer leisteten: Die Heuerlingsleute.“

Diese mussten dem Bauern Arbeitsleistungen erbringen, für das Land was sie pachteten und für das Heuerlingshaus. Etwa 100 bis 150 Arbeitstage im Jahr fielen dafür an.

Sehr interessant sei auch die Rolle der Heuerlingsfrau, sagt Irmgard Krebs. Die Ehefrauen der Heuerlinge fänden kaum Erwähnung und es gebe auch in den Archiven nur wenig Informationen. Ebenso unerforscht seien auch der Alltag und das Leben der Kinder auf der Heuerlingsstelle. Umso wichtiger wären die Aussagen von Zeitzeugen – oder die Erinnerungen an sie. Die Heimatpfleger notieren, wenn es möglich ist, die mündlich überlieferten Geschichten und Erinnerungen. Ein paar interessante Dokumente hat Irmgard Krebs aber dennoch im Archiv der Samtgemeinde Kirchdorf gefunden: „Darunter unter anderem auch das Verzeichnis der Hollandgänger aus dem Jahr 1767.“ Zur Historie: Zwischen 1650 und 1850 gingen in Spitzenzeiten bis zu 40000 Wanderarbeiter nach Holland, die meisten von ihnen waren Heuerlinge, die nach den Diensten für den Bauern die restliche Zeit andernorts in Lohn und Brot standen. „Und mitunter mehr Einkommen hatten, als der Bauer“, kommentiert Irmgard Krebs.

Werner Böckelmann hat etliche Unterlagen und Dokumente aus dem Sütterlin übersetzt und wird diese Funde am kommenden Mittwoch, 10. Juni, vorstellen. Thema sind auch die letzten bekannten Heuerlingsstellen und die Namen der Heuerlinge aus dem Jahr 1926 aus Bahrenborstel und Holzhausen. „Wir wollen so viel wie möglich über das Heuerlingswesen im Einzelnen herausfinden. Namen, Lebensumstände, Abhängigkeiten und der Alltag der Heuerlingsfamilie sind wichtig. Etliche Bilder dazu gibt es bereits, aber eigentlich stehen wir noch am Anfang“, werben die Heimatpfleger um Unterstützung.

In Vorbereitung ist eine kleine Ausstellung zu diesem Thema, die beim Oldtimertreffen am 28. Juni in Holzhausen gezeigt werden soll.

sis/ik

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