Ausweichstrecke wegen Baustelle auf der Bundesstraße 61 sorgt für Ärger

Unfall vorprogrammiert?

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Die von der Stadt Sulingen und der Samtgemeinde Kirchdorf zusätzlich aufgestellten Verkehrsschilder werden vielfach ignoriert – nicht nur Anlieger nutzen „Schleichwege“.

Sulingen/Barenburg - Es scheint nur eine Frage der Zeit, wann es zu einem schweren, folgenreichen Unfall auf der Umleitungsstrecke kommt, die wegen der seit Montag eingerichteten Baustelle auf der B 61 zwischen Barenburg und Sulingen ausgeschildert wurde. Hunderte Lkw täglich begegnen sich auf der Kreisstraße 19. Nur wenn sie millimetergenau ihre Spuren halten, passieren sie sich haarscharf ohne Berührungen.

Wer ausweicht, landet mit den rechten Reifen in einem völlig aufgeweichten Seitenraum. Ortstermin: Da, wo das schon mehreren Lkw passiert ist, ist der Seitenraum tief ausgehöhlt, an manchen Stellen bis zu einem halben Meter. An den Einmündungen wurde die Kurve „geschnitten“, auch die Bereiche bieten mittlerweile kaum noch Halt, sind ebenfalls tief ausgehöhlt.

Die Bilder, die sich an der offiziellen Ausweichstrecke bieten, sind eine Sache. Eine andere sind die Straßenschäden, die entstanden sind, weil sich Verkehrsteilnehmer nicht an die Ausschilderungen halten – und sich eine eigene Umleitung suchen. Lkw-Fahrer sind bis Donnerstag auf der B 61 weitergefahren, weil sie in Barenburg nicht abbiegen mochten, wie ihnen angezeigt wurde. Dann nutzten sie den Schlaher Damm, um sich auf schmalen Dorfstraßen durch die Sulinger Ortschaften Schlahe, Vorwerk und Bockhorn zu schlängeln. Die tiefen Spuren im Straßenseitenraum sprechen Bände. Auch zwischen Schäkeln und Klein Lessen gibt es eine Verbindungsstraße, auch hier sacken Autos im völlig aufgeweichten Seitenraum tief ein.

Die Stadt Sulingen und die Samtgemeinde Kirchdorf haben reagiert: Die Verkehrszeichen Nummer 250 (rund, roter Rand, in der Mitte weiß) bedeuten, dass die Durchfahrt verboten ist, aufgestellt wurden sie an Straßen im Bereich Sulinger Bruch, Schlaher Damm, Schäkeln.

Ob nun mit dem Zusatz „nur für Anlieger“ oder ohne: Interessiert den Lkw-Fahrer der DB am Freitag Mittag nicht. „Sie dürfen hier nicht fahren.“ „Doch.“ „Nein.“ „Doch.“ „Nein, da stand ein Verbotsschild.“ „Nein.“ „Doch.“ Ein Dialog, der zeigt, dass manche Nerven am Freitag blank liegen und für ortsunkundige Fahrer nur die Ansage aus dem Navi zählt. Straßenschilder? Interessieren aber auch die Ortskundigen kaum: Firmenwagen, Kleinbusse, Privatleute – sie alle kennen die Wege durch die Dorf-idylle. Eingespart werden mitunter nur Minuten.

Immense Schäden an den Straßen werden am Ende der Bauarbeiten zu Buche schlagen. Hauptsächlich deshalb, weil die etwa 400 Lkw, die täglich in dem Abschnitt die Bundesstraße 61 nutzen, nicht großräumiger umgeleitet werden. Warum nicht? Weil die Mitarbeiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr das nicht für notwendig erachten (wir berichteten).

(Schleich-)Wege fahren, obwohl diese aktuell nur für Anlieger freigegeben sind, ist übrigens eine Verkehrsordnungswidrigkeit, die, begeht man sie mit einem Kraftfahrzeug, 20 Euro Verwarngeld kostet und als Radler 15 Euro, so die Auskunft der Polizei.

sis

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