Ausstellung im Haus Moorhort zeigt das Leben der Fürsorgezöglinge in Freistatt

Blick in die Geschichte

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Einblick in das einstige Leben der Fürsorgezöglinge gibt die Ausstellung in Moorhort.

Freistatt - Von Sylvia Wendt. Wer das Buch als Dekoration auf die Ablage gelegt hat, bewies ein hohes Maß an Humor: „Glückliche Kinder“ von Johanna Spyri liegt im als Büro hergerichteten Raum. Doch: Glückliche Kinder hat das gesamte Haus Moorhort nie gesehen. Das dunkle Kapitel der Fürsorgezöglinge, die bis 1974 nach Freistatt geschickt wurden, kann ab sofort in Moorhort in Freistatt in Ansätzen nachempfunden werden.

Für die Dreharbeiten zu Marc Brummunds preisgekröntem Film „Freistatt“, der im Sommer in die Kinos kommt, stellt Bethel im Norden 2013 das Haus Moorhort bereit. Einst gab es vier baugleiche Häuser für die Zöglinge, übrig ist nur noch Moorhort – und zwar sehr authentisch, viel verändert an der Bausubstanz wurde in den Jahren nicht. Das Team richtet die Räumlichkeiten her und etliche der Kulissen dienen jetzt dazu, dem Besucher der Ausstellung einen Einblick zu geben, wie die Jungs zwischen 1945 und 1974 dort lebten.

Nicht schön. Die karge Ausstattung, die fehlende Privatsphäre gipfeln nach vielen Treppenstufen, im Wortsinn, in den Besinnungszellen mit Guckloch unter dem Dach in der dritten Etage. Jugendhilfe hat sich verändert: Wie sie heute aussieht, skizzierte Rüdiger Scholz, Bereichsleiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe von Bethel im Norden. Heute gebe es ein Leistungsgesetz, man arbeite in Sozialräumen und sehe Kinder und Jugendliche in einem ganz anderen gesellschaftlichen Kontext. „Eigentlich müssten oft die Eltern untergebracht werden und nicht die Kinder“, übt Scholz Kritik am System. Besonders im Hinblick auf die vielen medial verbreiteten Schicksale von Kleinkindern: „Da fehlt eine Eingreifbehörde. Da müsste auch der öffentliche Träger versuchen, mehr Flagge zu zeigen.“ Bethel im Norden trage den Anforderungen Rechnung, verdichte die personelle Betreuung und setze auf Spezialisierung der Fachkräfte.

Moorhort in Freistatt

Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt
Moorhort dient ab sofort als Erinnerung an ein dunkles Kapitel in der Jugendhilfe. © Mediengruppe Kreiszeitung / S. Wendt

Bethel im Norden präsentiere sich als offener Ansprechpartner, das betont Geschäftsführerin Luise Turowski. Sie erinnert an die Anfänge der Diskussion mit ehemaligen Zöglingen, die den Blick zurück überhaupt erst eingefordert hätten. Um Erlittenes verarbeiten zu können. Um Ausgleich zu verlangen.

Warum die Ausstellung erforderlich ist, erklärt der ehemalige Zögling Wolfgang Rosenkötter: „Damit unsere Geschichte ein Gesicht kriegt.“ Durch die Ausstellung in Moorhort sei die Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit möglich, das Haus müsse als Erinnerungsstätte erhalten bleiben, für „die Dinge, die wir erlebt und erlitten haben. Denn so etwas darf nie wieder passieren.“

Auch Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der von-Bodelschwingschen Stiftung Bethel, erlebt Moorhort als Chance, einen „tiefen Eindruck zu bekommen“: Man könne sich nicht distanzieren. Er sagt, man könne Erlittenes nicht wieder gut machen, aber Unterstützung geben, Hilfestellung und um Entschuldigung bitten. 22389 Mal: Soviele Jungen und junge Männer waren zur Fürsorgeerziehung bis 1974 in Freistatt.

Moorhort kann nach Anmeldung besichtigt werden.

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