Ausbildungsmesse 2015 an der Oberschule Varrel: Die Neuntklässler stellen ihre Praktikumsplätze vor

Zwischen Kelle und Kaffeemaschine

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Solider Berufswunsch: Tim will Maurer werden.

Varrel - „Jannik, haste mal ne Pizza?“ Was Mitschüler Jannik in seiner Freizeit macht, landet bei manchem schonmal auf dem Tisch. Sprüche kassiert er, weil er wissen wollte, wie das so geht beim Pizzabäcker, hinter die Kulissen schaute und blieb. Aus Spaß. Sein Taschengeld bessert der Schüler der Varreler Oberschule mit einem anderen Job auf. Eigentlich aber will er zur Bundeswehr.

Die Ausbildungsmesse an der Oberschule zeigt, wie die Neuntklässler an ihre berufliche Zukunft gehen: Mit Neugier und Interesse. Und dem Mut, auch mal nicht das richtige Metier zu treffen. Das kann auch eine wichtige Erkenntnis eines zweiwöchigen Praktikums sein.

Manche aber haben nicht nur die große Richtung vor Augen, sondern schon den ersten Ausbildungstag. Tim-Vincent zum Beispiel. Auch ohne, dass Papa Karsten drängen muss, will der Junior in den elterlichen Maurerbetrieb einsteigen. Während sich das Gros der Erwachsenen beim Thema Steuern duckt, steht eine Ausbildung beim Finanzamt bei Alina und Ronja hoch im Kurs – Ronjas Bewerbung steht schon fest, fehlt nur noch der Schulabschluss.

Das Gros der Jugendlichen hat sich einen Berufszweig ausgesucht, der sich mit den Interessen deckt. Technik ist dann zwar gut, aber nicht als Einzelhandelskaufmann, sondern als Techniker mit Richtung Informatik, hat Mirco herausgefunden. Für Paul wäre Fitnesskaufmann zwar eine Option, aber ohne Rehasport.

Mehrere junge Damen waren als Praktikantinnen in Kindergärten – ein Beruf, der ankommt, so scheint es. Mit viel Kreativität haben sie ihre jeweiligen Infostände dekoriert. Darin stehen ihnen etliche Jungs in nichts nach, haben Steine und Maurerkelle, elektrische Paneele, Malervorlagen, blinkende Absperrbaken und verschiedene Futtersorten für Milchvieh aufgestellt.

Information, Gesprächsführung, Standgestaltung: Das sind nicht nur Dinge, die Mitschüler, Eltern und Gewerbetreibende interessieren – etliche Lehrer gehen von Stand zu Stand und notieren, was ihnen auffällt. Denn: „Die Präsentation ist Teil der Wirtschaftsnote“, erklärt Christina Stegemann-Auhage, Fachkonferenzleiterin Wirtschaft.

Dass Praktikanten nur zum Fegen oder Ablage sortieren abkommandiert werden, gibt es heute nicht mehr – im Gegenteil: Kein Schüler der Oberschule Varrel, der nicht gezielt mit Arbeiten und Projekten aus dem Alltag des jeweiligen Berufsumfeldes betraut wurde. Tim kann jetzt die Programmsprache für Steuerungsmodule lesen, Mirko die Kaffeemaschine reparieren und Tassilo die Kursschwankungen am Aktienmarkt erklären.

sis

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