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Auebrücke in Varrel-Renzel ist nach Ostern bis Mitte Juni gesperrt

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Von: Sylvia Wendt

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Deutlich zu sehen ist der Sanierungsbedarf an der Brücke über die Große Aue im Varreler Ortsteil Renzel.
Deutlich zu sehen ist der Sanierungsbedarf an der Brücke über die Große Aue im Varreler Ortsteil Renzel. © S. Wendt

Varrel – Zwölf Tonnen soll sie tragen können, die Brücke über die Große Aue im Varreler Ortsteil Renzel. So, wie sie heute aussieht, glaubt man das kaum. Denn: Dass sie sanierungsbedürftig ist, ist auch für Laien auf den ersten Blick erkennbar. Das Pflaster ist zu sehen, irgendwann mal muss darüber eine Asphaltschicht gelegen haben. Das Geländer wirft die Frage auf: Hält es stand oder bricht es leicht ab? Und der Betonunterbau sieht aus, als sei er müde ob der täglichen tonnenschweren Last, die er zu tragen hat.

Bereits im Jahr 2020 standen Straßenreparaturarbeiten am Renzeler / Hustedter Weg auf der Tagesordnung des Samtgemeinderates Kirchdorf. Die viel genutzte Gemeindeverbindungsstraße fiel durch erhebliche Fahrbahnabsackungen auf, hervorgerufen durch sogenannte Moorlinsen darunter, die in trockenen Jahren trocken fallen und damit die Absackungen verursachen. Hier hat die Samtgemeinde zwischenzeitlich Reparaturmaßnahmen abgearbeitet.

Die Fahrbahn über die Brücke wird erneuert.
Die Fahrbahn über die Brücke wird erneuert. © S. Wendt

Nun folgt der letzte Abschnitt der Bauarbeiten in diesem Bereich: „Wegen der Brückensanierung muss der Hustedter Weg im Bereich der Ortslage Renzel vom 19. April an bis voraussichtlich Mitte Juni 2022 für den Fahrzeugverkehr voll gesperrt werden“, heißt es seitens des Landkreises Diepholz in einer Pressemitteilung. Anlieger könnten ihre Grundstücke jedoch jederzeit erreichen. Die Umleitung des überörtlichen Verkehrs erfolge über die Landesstraße 347 nach Varrel und weiter über die Kreisstraße 20 nach Kirchdorf und zur Bundesstraße 61 sowie zur L 349 nach Bahrenborstel und umgekehrt.

Die Brücke Renzel / Hustedt ist in der Karte des Kirchdorfer Bauamtes als „Dellbrücke“ eingetragen. Dieses Bauwerk befindet sich nicht im Eigentum der Samtgemeinde. Seit über zehn Jahren bereits ist sie ein Dauerthema zwischen Samtgemeinde und dem Land Niedersachsen, dem sie „eigentumsrechtlich“ zugeordnet ist.

Die erzielte Einigung sieht vor, dass das Land die Brücke saniert, anschließend wird die Samtgemeinde die Straße und die Brücke übernehmen. „Wenn wir die Straße und die Brücke saniert übernehmen, bleibt beides geöffnet – sonst besteht die Gefahr, dass die Brücke geschlossen wird“, hatte Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher seinerzeit aus den Gesprächen berichtet und erläutert, warum die Samtgemeinde später die Brücke übernimmt. Nach erfolgten Arbeiten werde die Samtgemeinde eine sanierte Brücke, respektive das Flurstück der Brücke, als zuständiger Straßenbaulastträger eigentumsrechtlich übertragen bekommen.

Brücke wird „auf Stand gebracht“

Die Sanierungsarbeiten werden das Bauwerk „auf Stand bringen“ (geplant: eine aufwendige „Betonsanierung“ durch eine Fachfirma aus Quakenbrück, ein neues Brückengeländer und ein neuer Fahrbahnbelag) – was bedeutet, dass reine Sanierungsarbeiten erfolgen, keine Verstärkung. Jetzt beträgt das zugelassene Gewicht für Fahrzeuge, die die Brücke queren, zwölf Tonnen, und das wird auch nach der Sanierung gelten.

Das Geländer ist abgängig, wird ersetzt.
Das Geländer ist abgängig, wird ersetzt. © S. Wendt

Einwände, die seinerzeit in den politischen Gremien vorgebracht worden waren, bezogen sich auf die Nutzung durch landwirtschaftliche Fahrzeuge, die mitunter deutlich mehr auf die Waage bringen, als zwölf Tonnen, speziell in der Erntezeit.

Dazu hieß es, dass die Nutzung der Brücke mit diesen Fahrzeugen nach der Sanierung genauso verboten sei wie jetzt auch. Hingewiesen wurde darauf, dass sich sogenannte Hochlastbrücken in Barenburg (alte Trasse der Bundesstraße 61 und neue Umgehungsstraße) befinden sowie künftig, nach erfolgter Flurbereinigung, im Kirchdorfer Ortsteil Loge. In der Erntezeit sei eine „Leerfahrt“ über die Brücke erlaubt, voll beladen würde die zulässige Tonnage überschritten – und die Landwirte müssten einen anderen Weg wählen.

Geplanter Baustart der Sanierung ist am Dienstag nach Ostern. Künftig werde die Brücke heutigen Sicherheitsvorgaben entsprechen. Laut Dieter Peth vom Bauamt der Samtgemeinde Kirchdorf würden insbesondere Betonarbeiten unter der Brücke erfolgen, etwa Abplatzungen beseitigt. Besonders im Fokus stehe auch das abgängige Geländer, das dringend ersetzt werden müsse.

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