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Bahrenborstel: Auch in der Krise nach vorne denken

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Von: Sylvia Wendt

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Viel Geld fließt in Bahrenborstel im kommenden Jahr in den Bau von Erschließungsstraßen.
Viel Geld fließt in Bahrenborstel im kommenden Jahr in den Bau von Erschließungsstraßen. © Imago/Rolf Poss

Der Rat der Gemeinde Bahrenborstel hat den Haushaltsplan für 2023 genehmigt. Die Besonderheit darin: Noch nie war das Volumen so groß wie diesmal. Viel Geld fließt in die Erschließung von Baugebieten, denn in Bahrenborstel soll auch in der Krise nach vorne gedacht werden.

Bahrenborstel – „Wir haben ein Volumen im Haushaltsplan 2023 so groß wie noch nie“, zeigte sich Bahrenborstels Bürgermeister Matthias Stelloh beeindruckt von einem Zahlenwerk, dessen Eckdaten Kämmerer Michael Kopecki bei der jüngsten Sitzung des Gremiums vorstellte. Und Kopecki hatte noch eine gute Nachricht: „Der Jahresabschluss 2022 wird insbesondere durch massive Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer um 3,16 Millionen Euro positiver abschließen, als die Planzahlen.“

Die Planzahlen für 2023 indes schließen mit einem Fehlbetrag in Höhe von 316 300 Euro ab. Jedoch verfügt die Gemeinde Bahrenborstel über etwa 1,8 Millionen Euro in der Überschussrücklage, die diesen Fehlbetrag kompensieren kann. Damit gilt der Haushaltsplan 2023 als ausgeglichen. Kopecki verwies jedoch auf die üblichen Buchungsvorgänge: Hohe Einnahmen bei den Steuermesszahlen ziehen hohe Umlagezahlungen nach sich, an den Landkreis etwa wird die Gemeinde in 2024 rund 1,7 Millionen Euro zahlen. Mit den hohen Investitionen in 2023 und den für 2024 anfallenden Umlagezahlungen kommt Kopecki für die Jahre 2021 bis 2024 auf ein Finanzierungsdefizit von rund vier Millionen Euro. Eine Summe, die die (zum 30. Juni 2022) 1 102 Einwohner zählende Gemeinde Bahrenborstel durch ihre liquiden Mittel ausgleichen kann. Kredite muss die Gemeinde nicht aufnehmen, ist vielmehr jetzt seit einem Jahr schuldenfrei. Dass die Samtgemeinde die Umlage aktuell auf 50 Prozent gesenkt hat, beschert der Gemeinde Bahrenborstel ein kleines Polster in Höhe von 15 600 Euro.

Die für 2023 geplanten Investitionen

In der Gemeinde Bahrenborstel sind für das Jahr 2023 folgende maßgebliche Investitionen und Ausgaben geplant:

305 000 Euro für Grunderwerb; 375 000 Euro Endausbau Erschließungsstraße „Am Heidplacken“; 350 000 Euro Erschließungsstraße im neuen Baugebiet Bahrenborstel; 200 000 Euro Erschließungsstraße im neuen Baugebiet Holzhausen; 175 000 Euro Erschließungsstraße neues Gewerbegebiet; 26 000 Euro Zuschuss an den Heimatverein zum Bau einer Toilette an der Remise; 20 000 Euro für Gegenstände für das Projekt „Urlaub machen wir zu Hause“; 20 000 Euro für Spielgeräte für Kinderspielplätze; 27 000 Euro Installation einer Dunkelampel im Bereich Tagespflege/Bushaltestelle Krome.

Für Stelloh und den Rat Bahrenborstel gilt: früh Voraussetzungen schaffen, damit Investitionen erfolgen können. So können im kommenden Jahr jede Menge Wege auf den Weg gebracht und eine weitere Fläche für gewerbliche Ansiedlung angekauft werden (gegenüber der Tankstelle Könemann). Gleichwohl stellt auch der Rat Bahrenborstel fest, dass es in Sachen Bautätigkeit merklich ruhiger geworden ist. „Aber all jene, die Vorhaben angefangen haben, bringen das auch zu Ende“, sagt Stelloh. Andere Bauherren würden indes noch abwarten, wohin sich die Preise bewegen. „Und manche sorgen sich ganz einfach, ob sie ihren Arbeitsplatz behalten werden“, berichtet Stelloh.

Und dennoch: Auch in der Krise soll in Bahrenborstel an die Zunft gedacht werden. Deshalb sei es die Maxime des Gemeinderates, neue Projekte zu starten.

Der Haushaltsplan wurde einstimmig vom Rat genehmigt.  sis

Bäume sind wichtiger als PV-Anlage

Damit die Photovoltaikanlage den zu Anfang der Planungen errechneten Ertrag bringt, beantragte ein Bürger der Gemeinde Bahrenborstel, dass die dort bestehende Baumschutzsatzung geändert oder ausgesetzt wird. Fünf Bäume müssten auf den Grundstück gefällt werden, argumentiert der Bürger. In der Baumschutzsatzung explizit geregelt ist, dass für eine Photovoltaikanlage eben keine Bäume gefällt werden dürfen. Das sei aber in der aktuellen Krisensituation nicht mehr zeitgemäß, argumentiert der Bürger in einem Schreiben an die Verwaltung. Der Antrag wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Bahrenborstel mit einer Enthaltung abgelehnt.

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